Unternehmer Uwe Gfrörer im Gemeinderat Horb. Er plant im Industriegebiet Heiligenfeld eine Betonteil-Fabrik für den Pfaffensteigtunnel. Foto: Jürgen Lück

Der Gemeinderat diskutiert über die geplante Bauteile-Fabrik für den Pfaffensteigtunnel in Horb. Hat Horb bald 60 Arbeitsplätze mehr?

Jetzt muss es schnell gehen. Der Gemeinderat hat die Änderung des Bebauungsplans für die Tunnelteil-Fabrik von Uwe Gfrörer beraten. Schon im Frühjahr könnte der Startschuss fallen.

 

Gfrörer (Firmensitz: Empfingen) ist auch der Betreiber des Güterverkehrs-Terminals im Industriegebiet Heiligenfeld. Weil das nicht so läuft wie erwartet, soll auf dem Gelände des „Intermodalen Servicezentrums“ in Horb eine Tunnelteil-Fabrik entstehen. Sie soll Tübbinge (Teile der Tunnel-Innenverkleidung) für den Pfaffensteigtunnel herstellen.

Dazu fehlt noch der Satzungsbeschluss für die Änderung des Bebauungsplans. Gfrörer-Projektmanager Sven Wannenmacher hofft, dass das Rathaus es bis Februar 2026 schafft, den Aufstellungsbeschluss nach der öffentlichen Anhörung aufzustellen.

Wannenmacher: Februar 2026 soll Zuschlag kommen

Projektmanager Wannenmacher: „Ende Januar, Anfang Februar wird der Termin sein, an dem sich entscheidet, ob wir den Zuschlag bekommen.“

Bisher ist die Fabrik als Interim geplant. Sven Wannenmacher: „Wirtschaftlich wäre das ein Mehrwert bis zum Jahr 2034, um die etwas schwächelnde Konjunktur am Standort Horb auszugleichen.“

So sieht eine Tunnel-Teil-Fabrik aus: Vorne die fertig gegossenen Tübbinge, dahinter die Silos für den Beton. Foto: Bertbau, CC BY-SA 4.0 httpscreativecommons.orglicensesby-sa4.0, via Wikimedia Commons

Im Gemeinderat gab es viel Lob, aber auch Gegenwind. OB Michael Keßler (CDU) sagt: „Ein Vorhaben, das 60 Arbeitsplätze in die Stadt bringen könnte.“

Neuer Lkw-Verkehr?

Doch viele haben Sorge vor dem Verkehr. Thomas Bauer (BiM): „Die Lkw werden da oben ziemlich belasten.“ FD/FW-Fraktionschef Anton Ade: „Das könnte Rexingen belasten.“ Rexingens Ortsvorsteher Mario Kamphoff meint: „Ob das so gut ist, wenn wieder mehr Schwerlast-Lkw durch Rexingen fahren?“ Uwe Gfrörer selbst greift zum Mikrofon: „Das sind alles unsere Fahrzeuge, die die Materialien liefern. Wir können sie so steuern, dass sie so fahren, wie wir sagen. Wir werden Rexingen vermeiden.“

Wannenmacher: Lkw-Zahlen nur „Worst Case-Szenario“

Laut Wannenmacher soll versucht werden, vom Gfrörer-Steinbruch bei Fischingen Zuschlagstoffe in die Fabrik zu liefern. Route: Fischingen-Dettingen-Horb. Der Projektmanager weist darauf hin, dass die Lkw-Fahrten im Verkehrsgutachten „Worst Case-Szenario“ sind.

Dort wird von täglich 34 Zulieferfahrten und 32 Fahrten von jeweils drei Tübbingen (über 7,5 Tonnen pro Stück) in die Baustelle des Pfaffensteigtunnels ausgegangen.

Bauer fordert Schienen-Quote

Gemeinderatsmitglied Thomas Bauer (BiM) sagt: „Es gibt das Güterverkehrsterminal. Warum werden nicht 50 Prozent aller Fahrten über die Schiene abgewickelt?“ OB Keßler: „Den Antrag nehme ich auf. Wollen wir die Wirtschaft behindern? Wir haben erfahren, dass Tübbinge für den Pfaffensteigtunnel nicht über die Schiene anzuliefern sind.“

Wannenmacher sagt: „Wie viel Warenimport für die Tübbinge-Produktion über die Schiene kommt, können wir aktuell noch nicht sagen. Es ist aber geplant. Beim Folgeprojekt (gemeint: Tunnel Offenburg, d. Red.) könnte der Export komplett über die Schiene laufen. Das ist aber noch weit weg.“

Können auch Horber im Betonwerk einkaufen?

Fakt ist: Für Gfrörers Tübbinge-Fabrik ist eine 220 bis 230 Meter lange Halle mit 25 Meter Breite geplant. 14 Meter Höhe, drei Deckenkräne. Daneben ein Betonwerk, Bürogebäude in Modulbauweise, Trinkwasserrecycling-Anlage.

Gemeinderat Gerhard Fassnacht (CDU) will wissen, ob auch andere Kunden im Betonwerk einkaufen können. Uwe Gfrörer: „Nein. Es wird Spezialbeton für Tübbinge produziert.“

Dann wird abgestimmt. Für die Schienen-Quote stimmt nur Thomas Bauer bei drei Enthaltungen. Für den nächsten Schritt zu Gfrörers Tunnel-Fabrik gibt es eine große Mehrheit.