Strahlende Gesichter bei der STG-Jahrestagung: Hansjörg Mair, Florian Zanger, Stephanie Pulwer, Claudia Rait, Ramona Oudille, Elke Schönborn (hinten von links), Simon Bruker, Elena Schnaas (Hotel Ochsen, Lenzkirch-Saig), Alexander Vogel, Stefanie Fischer (Hotel &Restaurant Adler, Hornberg) und Ronny Ludwig (Hotel Pflug, Ottenhöfen) (vorne von links) Foto: Benjamin Kuderer (HEIMATLICHTER GMBH)

Der Schwarzwald Tourismus befindet sich im Höhenflug und verbucht 2023 das erfolgreichste Jahr bislang. Damit das so bleibt, geht man neue Wege und legt verstärkt Wert auf die Architektur. Das wird bei der Jahrestagung der Touristiker im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof deutlich. Doch wie genau sieht das aus?

Der Schwarzwaldhof gehört neben dem Bollenhut zu den Ikonen des Schwarzwaldes und gilt als Wahrzeichen der Ferienregion. Doch das allein reicht längst nicht mehr.

 
STG-Geschäftsführer Hansjör Mair Foto: Benjamin Kuderer

Ein Mosaikstein im Rennen um die Feriengäste spielt vor allem das Design von Hotels und vor allem deren Zimmer. Das hat man bei der Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) erkannt und will den aktuellen Herausforderungen der Hotelbranche mit einem eigenen Design-Konzept begegnen und hat dazu den Wettbewerb „Designed to stay“ ins Leben gerufen. Dafür wurden unter anderem Unternehmen wie Rolf Benz und weitere namhafte Industriepartner aus dem Schwarzwald ins Boot geholt.

Staatssekretär schwärmtvom Schwarzwald als Tourismusregion

Die Gewinner des Wettbewerbs wurden nun anlässlich der STG-Jahrestagung im Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach gekürt, die ganz im Zeichen des Themas Architektur stand. Rund 450 Teilnehmer aus Tourismus und Politik waren gekommen, um unter dem Motto „Architektur macht Gäste“ die Bedeutung der regionalen Baukultur für den Tourismus sowie die Erwartungen der Gäste an die Architektur zu beleuchten.

„Der Schwarzwald ist eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft“

„Der Schwarzwald ist eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft und nimmt dabei als weltweit bekannte Identifikationsregion eine besondere Rolle auf den baden-württembergischen Tourismus ein“, schwärmte der Staatssekretär des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, Patrick Rapp.

Das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof war Schauplatz der Jahrestagung. Foto: haasinparis.com

Christian Schützinger, Geschäftsführer von Vorarlberg Tourismus, veranschaulichte die Bedeutung der regionalen Baukultur für den Tourismus und zeigte auf, wie diese zur Identität einer Tourismusregion beitrage, mit der man sich von anderen Destinationen unterscheide. „Architektur prägt den Gesamteindruck einer Region. Sie vermittelt die Werte eines Landes und seiner Bewohner“, sagte Schützinger. Ein klarer Wettbewerbsvorteil also für Regionen, denen es gelingt, ihre regionale Identität durch eine entsprechende Baukultur zu stärken.

Elena Schnaas und Simon Bruker haben sich mit dem Kauf des Hotels Ochsen in Lenzkirch-Saig einen Traum erfüllt. Foto: Dominik Sackmann

STG-Geschäftsführer Hansjörg Mair hob diesbezüglich die gemeinsam mit dem Verein Bauwerk Schwarzwald initiierte Architekturroute mit mittlerweile 105 Gebäuden hervor. Baukulturell wertvolle Gebäude, Ensembles und ganze Orte könnten Regionen und Kulturlandschaften für den Tourismus hochattraktiv machen und auch ökonomisch in Wert setzen. Und er schob nach, dass dies derzeit blendend funktioniere: „Das vergangene Jahr war das erfolgreichste Jahr ever“, sagte er. In Zahlen bedeute dies ein Zuwachs von 1,9 Prozentpunkten im Vergleich zu 2019 , das bis dahin das beste Jahr war. In Zahlen bedeutet das fast neun Millionen Gäste und mehr als 23 Millionen Übernachtungen (allein in den Betrieben mit mehr als zehn Betten). „Die Marke Schwarzwald zieht national wie international. Wir sind auf dem richtigen Weg. Aber um diese Marke immer wieder aufzuladen, braucht es Innovation“, sagte Mair.

Simon Bruker und Elena Schnaas gewinnenden Wettbewerb

Erkannt hätten das unter anderem die insgesamt 30 Betriebe, die sich im Wettbewerb „Designed to stay“ dafür beworben haben, ein auf ihr Haus maßgeschneidertes Hotelzimmer inklusive Bad zu erhalten. Gewinner der Planung und Konzeption sowie Umsetzung und Ausstattung eines Hotelzimmers inklusive Bad sind Simon Bruker und Elena Schnaas, die Eigentümer des Hotels Ochsen in Lenzkirch-Saig. Das junge Paar hat den über 300 Jahre alten Schwarzwaldgasthof im Ortskern des 800-Seelen-Dorfes vor einigen Monaten erst gekauft.

Rund 450 Touristiker nahmen an der von Hansy Vogt moderierten Jahrestagung teil. Foto: Benjamin Kuderer

„Ein schönes Zeichen für unsere Branche, dass junge Menschen wie Simon Bruker und Elena Schnaas trotz der Herausforderungen passionierte Gastgeber sind und mit dem Erwerb des Hotels dafür sorgen, dass ein Haus, dessen Architektur für den Schwarzwald steht, erhalten bleibt“, freute sich Mair.