Der Nachwuchs der Seelsorgeeinheit setzt ein Zeichen gegen Kinderarbeit und sammelt Spenden. Den Auftakt bildet ein Gottesdienst am Samstag, 3. Januar, in Schwenningen.
Unter dem Motto „Sternsingen gegen Kinderarbeit – Schule statt Fabrik“ engagieren sich die Sternsingergruppen in Schwenningen und der Seelsorgeeinheit Neckar-Baar.
Sie wollen damit ein Zeichen setzen gegen ausbeuterische Kinderarbeit, die Kinderrechte verletzt und international verboten ist. Die Gruppen sind in Schwenningen am Samstag, 3. Januar, und Sonntag, 4. Januar, in Tuningen und Weigheim am Sonntag, 4. Januar, sowie in Mühlhausen am Dienstag, 6. Januar, unterwegs.
Weltweit müssen 138 Millionen Kinder unter Bedingungen arbeiten, die ihnen schaden und ihre Rechte auf Schutz und Bildung verletzen – 54 Millionen von ihnen sogar unter ausbeuterischen oder gefährlichen Umständen. Die Sternsingeraktion 2026 richtet den Blick auf das Thema Kinderarbeit und zeigt Wege auf, wie diese bekämpft werden kann.
In der Seelsorgeeinheit stehen zwei Beispielprojekte in Bangladesch im Fokus. Dort zeigt die Caritas, wie das Leben von Kindern und Jugendlichen verbessert werden kann und wie ihnen unter anderem durch Ausbildung eine bessere Zukunft ermöglicht wird.
Team übernimmt Planung
In Schwenningen kümmert sich seit mehr als zehn Jahren ein Organisationsteam um die Planung und Vorbereitung: Nicole Tischler-Hauser sowie Christoph und Silke Baum. Große Unterstützung erhält das Team von Pfarramtssekretärin Beate Noll, die als zentrale Koordinatorin entscheidende Arbeit leistet. Bei ihr laufen alle Fäden der Sternsingeraktion zusammen.
In früheren Jahren waren die Sternsinger an drei Tagen in Schwenningen unterwegs. Aufgrund sinkender Teilnehmerzahlen wurde der Einsatz auf zwei Tage verkürzt. Die Corona-Pandemie hat zu einem deutlichen Rückgang geführt, der erst langsam wieder aufgeholt wird. Im vergangenen Jahr besuchten 55 Kinder in elf Gruppen rund 700 Haushalte. „Bislang haben wir rund 40 Kinder, die mitmachen wollen“, berichtet Silke Baum.
Eltern oder jugendliche Ehrenamtliche begleiten Gruppen
Die Aktion in Schwenningen steht am Samstag, 3. Januar im Nordteil und am Sonntag, 4. Januar, im Südteil jeweils von 13 bis 16.30 Uhr an. Begleitet werden die Gruppen von Eltern oder jugendlichen Ehrenamtlichen, die zur Legitimation einen offiziellen Ausweis tragen, der sie berechtigt, die Kinder im Auftrag der Kirchengemeinde zu betreuen.
Es gab bereits zwei Vorbereitungstreffen. Dort wurden die Lieder geübt und der Sinn des Sternsingens vermittelt, berichtet Nicole Tischler-Hauser. Die Kinder erfuhren, dass es nicht nur darum geht, Geld zu sammeln, sondern Gottes Segen in die Häuser zu bringen. Für die Schwenningerin ist es eine Art Besuchsdienst, den die Mädchen und Jungen leisten. „Für manche ist der Besuch der Sternsinger ein Hoffnungsanker“, sagt sie.
Besonderer Wert wird auch auf die soziale Erfahrung der Kinder gelegt. Sie lernen Empathie, erleben Wertschätzung und übernehmen Verantwortung. Die Besuche führen sie in unterschiedliche Wohnsituationen und Lebensstile – und sie lernen, auch mit Ablehnung umzugehen. Da die Aktion konfessionsübergreifend ist, können sich auch evangelische oder muslimische Familien beteiligen. Zum Abschluss erhalten die Kinder eine Urkunde mit Gruppenfoto und ein gesegnetes Segensbändel, zudem gibt es ein gemeinsames Essen.
Anmeldungen noch möglich
Auch Pfarrer Thomas Schmollinger zeigt sich begeistert von dieser größten Jugendaktion weltweit. Er wird im Aussendungsgottesdienst am 3. Januar die Sternsinger und die Kreide segnen. Wer in Schwenningen noch Besuch von den Sternsingern wünscht, sollte sich bis spätestens 1. Januar per E-Mail an sternsinger-schwenningen@posteo.de anmelden oder seine Anmeldung in den Briefkasten des Pfarrbüros in der Erzbergerstraße 11 oder des Familien- und Begegnungszentrums in der Adolph-Kolping-Straße einwerfen.
Am Sonntag, 4. Januar, sind die Sternsinger auch in Tuningen unterwegs. Wer dort bereits einmal Besuch erhalten hat, steht automatisch auf der Liste. Ebenfalls am 4. Januar ziehen die Sternsinger in Weigheim von Haus zu Haus. Am 6. Januar machen sich die Gruppen in Mühlhausen nach der Aussendung auf den Weg, um mit ihrem Besuch ein Zeichen gegen Kinderarbeit und verletzte Kinderrechte zu setzen.