Der Cocktail-Chef-Stand auf dem Schwenninger Adventsmarkt lockt mitunter Studenten mit einer Tasse mit heißem – alkoholfreien – Cocktail an. Foto: Mareike Kratt

Seit rund einer Woche lockt der Adventsmarkt auf den Schwenninger Muslenplatz. Wie sind die bisherigen Tage gelaufen – und was gibt’s hier eigentlich zu kaufen und erleben?

Reges Treiben herrscht an diesem Mittag auf dem Muslenplatz, wird er doch vor allem von Berufstätigen und Studenten für eine – gemeinsame – Mittagspause am Langosch-, Bratwurst- oder Crêpes-Stand genutzt. Am vergangenen Donnerstag hat sich der Muslenplatz – wiederum sehr früh in diesem Jahr – in eine bunte Weihnachtswelt mit Hüttendorf verwandelt.

 

Hier können die Besucher an verschiedenen kulinarischen Ständen schlemmen, sich mit besonderen winterlichen Getränken aufwärmen oder die Programmhöhepunkte auf der Bühne genießen.

„Schlechter Start“

Doch dass es auf dem Platz wimmelt, war in den Tagen zuvor nicht immer so, wie ein Teil der Händler im Gespräch mit unserer Redaktion deutlich macht. „Wir hatten einen schlechten Start“, sagt Hannah Sutor von der Glühweinmanufaktur Müller am Eingang des Markts.

Der Stand ist schon lange beim Weihnachtsmarkt mit dabei – und hatte sich in gewohnter Manier auf besseren Umsatz eingestellt, wie die Mitarbeiterin weiter berichtet. Sie vermutet, dass das Wetter in den ersten Tagen nicht ideal für einen ausgiebigen Weihnachtsmarktbesuch war – zunächst sei es sehr kalt, dann sehr nass gewesen.

Hinzu komme, dass es in diesem Jahr in Sachen Glühwein viel Konkurrenz auf dem Markt gebe. Denn auch wenn das Angebot am Stand breitgefächert ist – von weißem oder Rosé-Glühwein bis hin zu verschiedenen Fruchtweinen: „Der rote Glühwein geht immer noch am besten“, sagt Hannah Sutor.

Eine Premiere

Premiere feiert in diesem Jahr der Cocktail-Chef-Stand, der sich bereits beim Stadtstrand einen Namen gemacht hat und durch die Wirtschaft, Tourismus und Räume (WIR) VS zum Adventsmarkt gekommen ist. „Wir wollen es einfach mal im Winter probieren“, sagt Anna-Maria Binninger. Statt Eiswein, Aperol Spritz oder Mojito gibt’s nun Feuerzangenbowle, Glüh-Gin oder Hot Espresso Martini sowie verschiedene alkoholfreie heiße Cocktails.

Und auch, wenn sie keinen Vergleich hat, ist Anna-Maria Binninger bisher zufrieden – zumindest „sobald es dunkel wird“ sei die Resonanz auf das neue Cocktailangebot gut. Das habe der Cocktail-Chef-Stand vor allem am Studententag am Dienstag gemerkt, der trotz Regen gut besucht gewesen sei. Die Besucher hätten sogar zu den DJ-Sounds getanzt.

DJ-Klänge zu laut?

Das wiederum ist nicht bei jedem Besucher gut angekommen, wie Christa Wegen berichtet. Sie ist mit ihrem Kunsthandwerksstand für die vollen zehn Markttage vor Ort, nachdem sie in den vergangenen beiden Jahren in einer Wechselhütte ihr Angebot rund um weihnachtliche Holzdeko nur tageweise verkauft hatte.

Christa Wegen bietet zum ersten Mal für die komplette Adventsmarktzeit ihr Kunsthandwerk an. Foto: Mareike Kratt

„Der Studententag ist besonders den älteren Besuchern sauer aufgestoßen“, hatte die Schwenningerin beobachtet, dass die „zu lauten“ DJ-Klänge einige Besucher sogar verjagt hätten. Das alles sei eben Geschmacksache, habe aber eigentlich nichts mit Weihnachten zu tun.

Von der Resonanz auf ihre Handwerkskunst habe sie sich bisher „etwas mehr erwünscht – zumindest für die Kinder“, sagt Christa Wegen. Denn zehn Prozent ihrer Einnahmen kommen dem Kinderhilfsprojekt „Help for children“ zugute.

Noch Luft nach oben

Neu ist auch die Après-Ski-Hütte mit einem Eventbereich – dieser kann über ein Online-Formular auch für geschlossene Gesellschaften gebucht werden. Die neue, überdachte und geschlossene Stehhütte bietet Platz für bis zu 40 Personen und ist für den Zeitraum der Weihnachtsmärkte sowohl in Schwenningen als auch in Villingen täglich von 19 bis 21 Uhr buchbar.

Bis jetzt habe es noch nicht so viele Buchungen gegeben, erklärt Besitzerin Leeanne Buhmann. „Es muss sich noch herumsprechen“, meint sie. Sollte jedoch keine geschlossene Gesellschaft sein, sei die Hütte für alle zugänglich.

Auch Franziska Grimm und Julia Justus lassen sich diese Gelegenheit an einem besonders kalten Abend nicht entgehen. Vor dem Regen haben sich die beiden in den weihnachtlich eingerichteten Raum geflüchtet. „Hier ist es viel wärmer“, berichtet Franziska Grimm, und Julia Justus ergänzt lachend: „Wir haben uns die Finger abgefroren.“

Rund um den Schwenninger Adventsmarkt

Die Stände
Wildburger (elf Euro), Burger (zehn Euro), Handbrot (acht Euro), Belgische Pommes (ab fünf Euro), Kartoffelspieß (fünf Euro), Schupfnudeln (6,50 Euro), Raclettebrot (sieben Euro), Kässpätzle (sieben Euro), Bratwurst (ab 3,50 Euro), Langosch (ab 5,50 Euro), Crêpes (ab vier Euro) oder Churros (fünf bis sieben Euro): Das kulinarische Angebot auf dem Schwenninger Adventsmarkt ist vielfältig. Neu in diesem Jahr ist der „Suppenblitz“, der unter anderem Kartoffelsuppe (ab 5,50 Euro) im Angebot hat.

Besonderheiten
Ein Kinderkarussell lockt die ganz jungen Marktbesucher an. Nähere Infos zum Bühnenprogramm gibt’s auf der Homepage www.villingen-schwenningen.de/tourismus-erleben/vs-erleben/maerkte-und-messen/weihnachtsmomente