Sommerfeeling in Schwenningen?!: So kommt der Stadtstrand bei Besuchern und Akteuren an

Das Rahmenprogramm beim Schwenninger Stadtstrand lockt viele Besucher an, wie hier beim Auftritt der Tanzschule Seidel.
Mareike KrattInsgesamt fünfeinhalb Wochen, fast so lang wie die Sommerferien, herrscht auf dem Muslenplatz ab dem späteren Nachmittag sommerliches Strandfeeling mit Cocktails, kulinarischen Leckerbissen, jeder Menge Veranstaltungen – und, im Fokus, dem großen Sandkasten mit seinen Strandkörben und Liegestühlen.
Und wie wird die dritte Ausgabe des Stadtstrands in diesem Jahr bisher angenommen? „Eine super Veranstaltung vor allem für diejenigen, die noch nicht im Urlaub sind“, „Ein perfekter Treffpunkt“, heißt es vor ein paar Tagen in einer geselligen Damenrunde.
„So etwas gibt’s in den umliegenden Städten nicht“, weiß ein Student, während man sich an einem anderen Stehtisch eine noch größere Strandfläche wünscht. „Ein Alleinstellungsmerkmal für Schwenningen“, sagt zudem eine ältere Dame, die etwas entfernt Richtung Heimatmuseum in einem Liegestuhl Platz genommen hat.
„Konzept funktioniert“
Die Resonanz sei von allen Seiten positiv, berichtet derweil Citymanagerin Simone Mader im Gespräch mit unserer Zeitung. „Das Konzept funktioniert und hat sich etabliert“, freut sie sich. Und das besteht darin, unterschiedlichste Zielgruppen von Jung bis Alt anzulocken – sei es durch das Rahmenprogramm, das das Citymanagement auf die Beine gestellt hat, durch das kulinarische Angebot, oder einfach durch den Sand selber, der Kinder zum Buddeln einlädt.
So umfangreich wie nie, und zwar immer sechs Tage am Stück, sei diesmal das Rahmenprogramm, betont zudem Citymanager Thomas Herr. Mit dabei waren und sind unterschiedliche Musikbeiträge von regional bekannten Künstlern wie Sebastian Schnitzer oder Matthias Rapp, Bands wie Dos Mundos, diverse DJ-Auftritte, Tanz-Vorführungen und Mit-Mach-Aktionen der Tanzschule Seidel oder DIY-Workshops.
Offen für Ideen
Teil des Konzepts ist auch, dass die Akteure – egal, ob aus Gastronomie, Handel, Verein oder sonstige Institution – das Rahmenprogramm mitgestalten und eigene Vorschläge miteinbringen dürfen. „Wenn jemand eine Idee hat – her damit, wir sind total offen“, lädt Simone Mader ein. „Weniger Meckern, mehr Aktionismus“, lautet bei ihr die Devise grundsätzlich bei der Ausgestaltung der Innenstadt.

Beim Line-Dance-Angebot der Tanzschule Seidel machen viele Interessierte mit und erfüllen den ganzen Muslenplatz.
Foto: Mareike KrattApropos Idee: Den Anstoß für das anstehende Open-Air-Kino Anfang September haben Anna-Maria Binninger und Janik Ebding von Cocktailchef Schwarzwald-Baar-Kreis gegeben. Sie betreiben zusammen mit sechs Mitarbeitern die große Cocktailbar am Stadtstrand und waren bereits im vergangenen Jahr mit dabei.
Lob an Veranstalter
„Es ist toll, dass unser Input für das Kino aufgegriffen wurde“, freut sich Anna-Maria Binninger. Ebenso wurde der Wunsch nach einem Bar-Container – statt Holzhütte und Pavillon im vergangenen Jahr – von der Wirtschaft, Tourismus und Räume (WIR) VS als Veranstalter umgesetzt worden, zeigt sich die Unternehmerin dankbar.
Überhaupt ist sie mit der bisherigen Bilanz des Getränkeverkaufs „mega happy“. Wetterbedingt habe es bisher nur zwei Schließtage gegeben. „Wir bekommen wahnsinnig viel positives Feedback.“ Es gebe immer viel zu tun, und die Gäste würden das Angebot rund um die Cocktails und sonstigen Getränke mehr wahrnehmen als bisher.
„Sie merken, dass wir regional arbeiten“, sagt die Gastronomin. Bis auf wenige Ausnahmen bezieht das Unternehmen aus Bräunlingen, das in diesem Jahr erstmals mit einer Cocktailmaschine arbeitet, die Zutaten von lokalen Händlern aus dem Umkreis von 20 Kilometern.
Trend: Geeister Wein
Und was läuft am Cocktailstand besonders gut? Die alkoholfreien Cocktails etwa, weil sie vor allem für Autofahrer und Kinder etwas Besonderes seien, so Anna-Maria Binninger, aber auch der geeiste Wein, der in einer Eismaschine zubereitet wird.
Für restliche Zeit rund um Open-Air-Sommerkino und Street Food Festival ist die Cocktail-Expertin positiv gestimmt, selbst wenn es laut Wettervorhersage nun grundsätzlich etwas kühler zugehen soll. „Wir sind vorbereitet und haben Decken im Angebot“, verrät sie.
Neuauflage 2026?
Im vergangenen Jahr war bereits gesichert, dass auch 2025 wieder eine Stadtstrand-Ausgabe stattfinden wird. Wie sieht es nun mit einer Neuauflage in 2026 aus? Das Förderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte“, aus dem der Stadtstrand bisher mitfinanziert wurde, ist jedenfalls inzwischen ausgelaufen, wie Thomas Herr berichtet.
Daraus sei aber auch das Equipment rund um Liegestühle und Strandkörbe gekauft worden, was künftig nicht noch einmal nötig sei. Letztendlich müsse man abwarten, was bei den anstehenden Haushaltsberatungen herauskommt .
Eine Einschränkung
„Wir kalkulieren aber schon damit“, macht der Citymanager berechtigte Hoffnung auf eine vierte Ausgabe des Stadtstrands – mit einer Einschränkung: Ein derartig großes Rahmenprogramm wie in diesem Jahr wird es wohl nicht wieder geben.
Die anstehenden Höhepunkte beim Stadtstrand
Das Open-Air-Sommerkino
Film ab! heißt es vom 1. bis 3. September beim Sommerkino am Stadtstrand. Täglich wird um 16 und 19 Uhr auf einer großen LED-Leinwand ein Film gezeigt, die mit unterschiedlichen Genres Kinder (Nachmittagsvorstellung) sowie Jugendliche und Erwachsene (Abendvorstellung) anspricht. Die Besucher sind eingeladen, eigene Sitzgelegenheiten – egal ob Stuhl, Sitzsack oder Bierbank – sowie eigene Verpflegung, zum Beispiel im Picknickkorb, mitzubringen, sagt Citymanagerin Simone Mader. Das Citymanagement wird vor Ort Popcorn verkaufen, um für noch mehr Kinoflair zu sorgen. Der Eintritt ist kostenlos.
Das Street Food Festival
Parallel zum Stadtstrand wird das Street Food Festival am Wochenende vom 5. bis 7. September die Innenstadt mit kulinarischen Highlights bereichern. Drei Tage lang (Freitag 17 bis 22 Uhr, Samstag 12 bis 22 Uhr und Sonntag 12 bis 20 Uhr) laden vielfältige Food Trucks und Stände zum Verweilen und Genießen ein.