Schon als Schülerin mischte Alexandra Zink-Colacicco sich ein. Heute steht sie an der Spitze des CDU-Stadtverbands – mit klaren Vorstellungen von Dialog und Führung.
Der teils desolate Zustand des Schramberger Gymnasiums begleitet Alexandra Zink-Colacicco schon ihr halbes Leben lang. Bereits zu ihrer Schulzeit hing im Klassenzimmer ein Schlauch von der Decke, der Regenwasser in einen Eimer leitete. „Das Tropfen konnte einen wirklich in den Wahnsinn treiben“, erinnert sie sich. Damals berichtete sie als freie Mitarbeiterin des Schwarzwälder Boten über die Zustände – und handelte sich dafür prompt Ärger mit dem damaligen Rektor ein. Ein frühes Beispiel dafür, dass sich die Schrambergerin nicht einschüchtern lässt, wenn sie von einer Sache überzeugt ist.
Fairer Austausch
Und heute, selbstständig mit einem Büro für Personalmanagement, will sie sich für ihre Stadt einsetzen, für einen fairen Austausch, für eine gute Debattenkultur. Seit Dezember tut sie dies als erste weibliche Vorsitzende des CDU-Stadtverbands. Sie folgte auf Dominik Dieterle, der nun als ihr Stellvertreter fungiert. „Nur gemeinsam und im respektvollen Dialog können wir die Herausforderungen meistern und Werte bewahren“, sagt sie.
Alexandra Zink-Colacicco, Jahrgang 1976, ist seit rund zwölf Jahren politisch engagiert. Unter anderem ist sie Vorsitzende der Frauen-Union auf Kreisebene und Stellvertreterin von Stefan Teufel (MdL).
„Verwaltung auf Konfrontation“
„Ich möchte etwas bewegen“, betont sie im Redaktionsgespräch. „Auch wenn es nur in kleinen Schritten geht.“ Als Schwerpunkte ihrer Arbeit nennt sie die Themen Bildung und Schule sowie – aus ihrer Sicht besonders dringlich – die Kommunikationskultur zur Stadtverwaltung. „Ich habe mitunter das Gefühl, dass die Verwaltung auf Konfrontation ausgerichtet ist. Hier sollte wieder mehr Vertrauen aufgebaut werden“, beschreibt sie ihre Einschätzung.
Zugleich wünscht sie sich, nicht nur von der CDU-Fraktion, dass der Gemeinderat seine Kontrollfunktion stärker wahrnimmt. „Unsere Fraktion sollte noch mehr Anträge einbringen.“
Unkluges Verhalten
Sie frage sich häufig, warum die Verwaltung nicht stärker die Expertise der Stadträte nutze. „Nur wenn man Verbündete oder zumindest Sparringpartner hat, kann man reflektiert arbeiten und vorankommen.“ In dieser Hinsicht verhalte sich die Verwaltung mit Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr an der Spitze aus ihrer Sicht nicht immer klug.
Apropos Oberbürgermeister: Wie wäre es nach Konstantin Hank und Bernd Reichert mal wieder mit einem CDU-Kandidaten bei der nächsten Wahl? „Das wäre schon cool“, sagt Alexandra Zink-Colacicco. „Aber entscheidend ist vor allem, dass ein Oberbürgermeister führen kann. Führung und die Fähigkeit, tragfähige Beziehungen aufzubauen, sind die wichtigsten Voraussetzungen für dieses Amt.“
Schnelle Entscheidung, klare Position
Wie tickt die Neue? Im Entweder-Oder-Spiel zeigt sich Alexandra Zink-Colacicco spontan und persönlich:
Park der Zeiten oder Hohenschramberg?
Hohenschramberg
St. Maria Kirche oder Heilig Geist?
Heilig Geist Kirche
Hanselsprung oder Da-Bach-na-Fahrt?
Hanselsprung
Digitale News oder gedruckte Zeitung?
Gedruckte Zeitung
Zu Fuß oder mit dem Rad?
Mit dem Rad
Innenstadt beleben oder Ortsteile stärken?
Innenstadt beleben
Mehr Parkraum oder mehr Grünflächen?
Mehr Grünflächen
Schwarzwälder Kirschtorte oder Vesperbrett?
Schwarzwälder Kirschtorte
Nachverdichten oder neue Baugebiete ausweisen?
Neue Baugebiete
Ganztagsbetreuung oder flexible Angebote?
Ganztagsbetreuung
Parteipolitik oder Sachpolitik?
Sachpolitik
Eigenständiges CDU-Profil oder enge Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen?
Eigenständiges CDU-Profil
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