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Rottweil Mit einer Reichweite von etwa 250 Kilometern

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Jungfernfahrt in Rottweil: Hans Keller steuert einen E-Bus mit wichtiger "Fracht" durch Rottweil. Foto: psw Foto: Schwarzwälder Bote

Die Elektromobilität hält im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) Einzug. Sie stellt aber nicht nur allein die Unternehmer vor große Herausforderungen.

Rottweil (psw). Die Umstellung auf die neue Technik sei nur gemeinsam zu meistern, heißt es bei der E-Bus-Vorstellung bei der Firma Omnibus Hauser auf dem Bernerfeld. Sehr leise, akustisch kaum wahrnehmbar, fährt der Bus mit dem noch unbekannten Design und dem französischen Kennzeichen aus dem Garagengebäude und biegt in die Straße ein.

Am Steuer sitzt Seniorchef Hans Keller höchstpersönlich. Er chauffiert auf dieser außergewöhnlichen Sonderfahrt durch Rottweil zahlreiche Fahrgäste. Darunter befinden sich Oberbürgermeister Ralf Broß und mehrere Gemeinde- und Kreisräte. Auch Vertreter des Landratsamts fahren erstmals mit einem elektrisch betriebenen Bus durch die älteste Stadt Baden-Württembergs.

Ebenso interessiert sich Christoph Ranzinger, Geschäftsführer des Rottweiler Energieversorgers ENRW, für die neue Technik. Von ihm kommt vorab ein entscheidender, grundsätzlicher Hinweis zur Elektromobilität: Nicht die Stromlieferung sei das Problem, sondern die erforderliche Infrastruktur. Ranzinger sorgt sich: "Die Netze sind im Moment dafür noch nicht ausgelegt, da kommt einiges auf uns zu, wir als Stromversorger müssen wissen, wo die Reise hingeht."

Ohne Unterstützung durch die Politik und enger Abstimmung aller Beteiligten würde es nicht funktionieren, warnt der ENRW-Chef. Technisch sind die Voraussetzungen für den Einsatz der E-Busse im Stadtverkehr indessen schon vorhanden. "Ich werde alle neuralgischen Punkte in Rottweil anfahren", erklärt Keller, bevor der geräuscharme Bus die erste Runde auf dem Bernerfeld dreht.

Danach geht es über das Viadukt in die Innenstadt. An der Hauptkreuzung muss der Bus anhalten und an der abschüssigen Stelle anfahren. Kein Problem. Das Fahrzeug ähnelt einem herkömmlichen Omnibus. Basisfahrzeug sei der Aufbau eines bisherigen Diesel-Omnibusses, erfahren die interessierten Gäste von den anwesenden Mitarbeitern der Firma Iveco.

Dieses Unternehmen baut den eingesetzten Bus in einem französischen Werk. Knapp zwei Jahre läuft er schon im Testbetrieb. Das Unternehmen Iveco ist in den europäischen Konzern CNH (Case New Holland) Industrial eingegliedert. Weitere Marken des im Bereich Nutzfahrzeuge tätigen Konzern sind: Case IH, Steyr, New Holland oder Magirus.

Die Besucher der Veranstaltung erhalten detaillierte Informationen zu den technischen Daten. Wichtiger Punkt: die Reichweite. Mit einkalkuliertem Nebenverbrauch durch Heizung und Klimatisierung und Berücksichtigung der topographischen Gegebenheiten in Rottweil hält der Iveco-Ingenieur eine Reichweite von 250 Kilometern realistisch. Es gäbe Anbieter, welche 400 Kilometer versprächen, doch dies sei nicht realitätsnah, wird vorgetragen. Die Heizung beeinflusse am meisten die Reichweite.

Der Großteil der Batterien befindet sich beim vorgestellten Modell auf dem Dach. Deshalb müsse der Dachaufbau verstärkt werden, berichtet der Ingenieur. Nach den Vorstellungen des Rottweiler Stadtbusunternehmens könnte der erste elektrisch betriebene Bus im öffentlichen Personennahverkehr auf der Strecke Hängebrücke – Turm – Innenstadt zum Einsatz kommen.

Keller denkt aber schon weiter: "In vier Jahren wollen wir den gesamten Fuhrpark auf Elektromobilfahrzeuge umstellen." Doch er verweist auf einen wichtigen Aspekt. Die Unternehmer müssten für Kalkulationszwecke die Betriebskosten ("Es werden ja wahnsinnige Mengen Strom benötigt") exakt kennen. Dazu zähle nicht nur der Aufwand für die Investition.

Die Anschaffungskosten für das Elektrofahrzeug lägen ohne Zuschuss zweieinhalb so hoch wie beim Dieselbus. Wirtschaftlichkeit sei bei einem Privatunternehmer ein entscheidender Faktor. Doch die Politik biete im Moment noch keine Lösungsansätze.

Die derzeitigen Förderbedingungen müssten auf die neue Technik angepasst werden, gibt ihm der Oberbürgermeister recht und verspricht, sich im Städtetag dafür einzusetzen. Die Firma Hauser und insbesondere Hans Keller sei mit Herzblut dabei und hätten es immer geschafft, zum richtigen Zeitpunkt die Weichen zu stellen, lobt Broß das innovative Unternehmen.

Elektromobilität bezeichnet der OB als den richtigen Weg. Auch bei der Bewerbung für die Landegartenschau sei die Mobilität ein Schwerpunkt, erläutert Broß. Als ehrgeiziges Ziel formuliert er, und zwar unabhängig von der Entscheidung über den Zuschlag für die Landesgartenschau: "Wir wollen digitale Zukunftsgemeinde und Mobilitätslabor werden."

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Rottweil

Armin Schulz

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