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Rangendingen Zirkus "Salto Mortale" sitzt auf gepackten Koffern

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Der Zirkus "Salto Mortale" sitzt seit zehn Wochen auf gepackten Koffern in Rangendingen fest. Der Maschinenpark ist gerichtet und die Büglers würden gerne weiterziehen. Foto: Beiter

Rangendingen - Die Verordnungen wegen der Corona-Pandemie für Veranstaltungen sind mittlerweile zwar gelockert. Doch für den Zirkus "Salto Mortale", der seit Anfang März in Rangendingen festsitzt, bedeutet dies weiterhin Quarantäne auf dem Festplatz.

Seit dreieinhalb Monaten sitz en die Büglers mit ihrem Familienzirkus nun schon in Rangendingen fest. "Das haben wir noch nie erlebt, dass wir so lange an einem Platz bleiben mussten", erzählt Andreas Bügler. Nicht einmal in der Winterpause sei dies bisher notwendig gewesen. Denn selbst dort hatten die Büglers in Filderstadt über den Jahreswechsel hinweg für drei Wochen mit ihrem Weihnachtszirkus ein Engagement und deshalb ihre Manege aufgebaut.

"Danach hatten wir dann immer vier Wochen Pause. Und im Februar ging dann auch schon wieder unsere normale Zirkus-Saison los", erzählt Bügler weiter. Diese sollte die Familie auch dieses Jahr durch den ganzen Südwesten, in die Pfalz und sogar in Teile von Bayern führen. Doch wegen Corona wurde daraus wider Erwarten nichts.

Zirkus hofft in Corona-Krise auf Unterstützung

In ihrer Zwangspause haben die Büglers die Zelte und die Zirkusausrüstung sowie ihren Maschinenpark auf Vordermann gebracht. Doch diese Arbeiten sind längst erledigt. Das Manegenzelt ist eingepackt und so sitzen die Familie nun seit Wochen auf gepackten Koffern und hofft, dass es endlich weitergehen kann.

Mitarbeiter in den Verwaltungen sind selbst verunsichert

"Wir haben schon bei ein paar unserer üblichen Tournee-Standorten nachgefragt", sagt Andreas Bügler. Doch nirgends konnte ihnen bisher ein Auftritt ermöglicht werden. "Die Mitarbeiter in den Verwaltungen der Städte und Gemeinden sind selbst verunsichert", so Büglers Einschätzung zu dem, was er dabei zu hören bekam.

In Baden-Württemberg dürfen derzeit bis zu 100 Personen nicht-private Veranstaltungen besuchen. "Wir wären für unsere Auftritte mit Corona-Schutz gerüstet", sagt Bügler. Doch bei einem einzuhaltenden Mindestabstand von 1,5 Metern könnten höchstens 20 Personen die Vorstellungen besuchen, schätzt er. "Das rentiert sich dann nicht", stellt er ernüchtert fest. In Thüringen seien die Auflagen nicht so streng wie hier im Ländle, überlegt er. Doch Thüringen sei weit weg. Und in Bayern, wo der Zirkus Salto Mortale auch Auftrittsorte hat, würden sogar noch strengere Verordnungen gelten. "Da geht dann gleich gar nichts."

Tieren geht es gut

Und so haben die Zirkusleute nun erst einmal weiter keine andere Wahl, als auf gepackten Koffern in Rangendingen auszuharren. Es gefalle ihnen gut und sie seien gerne hier in Rangendingen, sagt Bügler. Auch den Tieren gehe es gut. Sie seien gut versorgt, was den Büglers sehr wichtig ist. Auch Futter ist derzeit noch ausreichend vorhanden. Was die Familie selbst betrifft: "Wir schlagen uns mit der Unterstützung durch das Arbeitsamt so einigermaßen durch die Zeit", meint Bügler achselzuckend. Auch wenn’s nicht schön ist. Aber grad geht halt nix anderes.

Doch was macht diese Zwangspause emotional mit den Artisten und Tierdompteuren? Wer sein ganzes Leben als "fahrendes Volk" (Monika Bügler) auf der Straße verbracht hat, der tut sich vermutlich sichtlich schwer, so lange an ein und demselben Fleck zu sein. Genau dieses Gefühl ist Andreas Bügler förmlich im Gesicht abzulesen. "Wir wären glücklich, wenn es endlich weiterginge", sagt er.

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