Ein Wahlkampf-Veranstaltung der AfD in der Stadthalle in Rottweil sorgt am Donnerstagabend für eine große Gegen-Demo.
Die Demonstranten sind bunt und gut gelaunt und das Polizeiaufgebot ist auffallend massiv am Donnerstagabend in der Rottweiler Innenstadt: Auf die Ankündigung hin, dass der AfD-Landesverband zum Wahlkampf-Abschluss in die Rottweiler Stadthalle einlädt, hatte das Bündnis für Demokratie und Vielfalt dazu aufgerufen, Flagge gegen rechtsextreme Haltungen zu zeigen.
Und diesem Aufruf folgen viele: 500 Demonstrierende, so die offizielle Zahl, formieren sich gegen 17 Uhr in der Innenstadt. Plakataufschriften wie „Kein Platz für Rassismus“, „Nein zur AfD“, oder „Demokratie braucht keine Alternative“ beherrschen das Bild. Dann geht es gemeinsam, begleitet von Musik, in Richtung Stadthalle, wo bei einer Kundgebung zahlreiche Redner zu Wort kommen.
Viele Polizeikräfte vor Ort
Begleitet wird der friedliche Zug von zahlreichen Polizeikräften und einer schier endlosen Schlange an Einsatzfahrzeugen. Mehr als ein Dutzend Polizeibusse und weitere Fahrzeuge sind vor Ort.
An der Halle ist die Polizei schon seit Mittwoch präsent, der Vorplatz ist wie auch bei früheren Veranstaltungen der AfD abgesperrt. Als Hauptredner werden die Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla erwartet.
Bei der Kundgebung vor der Stadthalle plädierten Vertreter anderer Parteien, der Gewerkschaft, der Kirchen und anderer Gruppierungen für Solidarität und Zusammenhalt und dafür, Hetze und Rassismus keinen Raum zu geben.
Die große Mehrheit im Land stehen hinter der Demokratie. Diese gelte es, wachsam und rechtzeitig zu schützen. Jede Stimme bei der Wahl am Sonntag sei wichtig.
In weitem Abstand zur Kundgebung strömten derweil die Besucher der AfD-Veranstaltung in die Stadthalle. Schon lange vor Einlass hatte sich eine lange Schlange gebildet.
Derweil strömen die Besucher der AfD-Veranstaltung in die Stadthalle. Schon lange vor Einlass hatte sich eine lange Schlange gebildet, es gibt Ticket- und Ausweiskontrollen. Ein AfD-Vertreter spricht von 920 gestuhlten Plätzen. Nur wenige Reihen hinten sind frei.
Um 19 Uhr soll es losgehen, um 19.20 Uhr warten die AfD-Anhänger immer noch gespannt. Der „Gastgeber“, Landtagsabgeordneter Emil Sänze, verkündet dann, dass die Bundesvorsitzenden, Alice Weidel und Tino Chrupalla, noch nicht da seien. Grund sei eine Verspätung der Lufthansa. Sänze stimmt die Zuhörer derweil auf die AfD-Prominenz ein, streift Themen wie Migration und Heizungsgesetz und teilt kräftig gegen die politischen Gegner aus.
Er erhält ebenso viel Applaus wie Martin Rothweiler, Kandidat aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis, der eine 180-Grad-Wende im Land fordert. Mit Jubel, geschwenkten Deutschlandfahnen und gezückten Handys werden schließlich gegen 20.30 Uhr Alice Weidel und Tino Chrupalla auf der Bühne begrüßt. Weidel schwört die Anhänger dann auf eine „bürgerliche, konservativ-freiheitliche Politik“ ein.
Draußen fahren zu dem Zeitpunkt die Polizeikräfte nach und nach ab. Es bleibt bis Redaktionsschluss ein ruhiger Abend.