In der jüngsten Gemeinderatssitzung machte sich manch einer über seinen Ärger Luft, dass die Postfiliale in der Hauptstraße schließt.
Weil die Postfiliale in der Hauptstraße geschlossen wurde, sei die Bevölkerung „angefressen“, berichtete Stadtrat Jürgen Vosseler (CDU) und fügte hinzu: „Es geht nicht an, dass es in einer Stadt mit bald 18 000 Einwohnern keine Postfiliale gibt, ich kann das nicht verstehen.“
Er forderte die Bürgermeisterin auf, zu intervenieren. Susanne Irion erklärte, die Stadtverwaltung sei auch erst am Donnerstag über das Aus am 15. Juli informiert worden. Sie sage aber, die Post bemühe sich, einen neuen Betreiber zu finden. Auch für die Schließfächer würden neue Möglichkeiten gesucht, weshalb die Postfachinhaber ihre Schlüssel noch nicht abgeben sollten.
Antje Spehn (FDP) wies darauf hin, dass im Laden „Rotkäppchen“ im Schwabenpark, wo es internationale Spezialitäten gibt, auch Postdienstleistungen wie bei einer Postfiliale angeboten werden, dort kann man beispielsweise auch Päckchen, Pakete und Retouren aufgeben oder Briefmarken kaufen. Zudem gibt es in Trossingen noch zwei Packstationen.
Massive Probleme
Derweil äußerte sich auch der Gewerbeverein mit einem offenen Brief: Die Schließung wurde den Postfachbesitzern nicht, beziehungsweise sehr kurzfristig mitgeteilt. „Diese Thematik führt für uns als Gewerbetreibende zu massiven Problemstellungen: Beispielsweise verfügt die Firma Walter Straßenbau KG aktuell über ein Postfach.
In Schura haben wir das Problem im Gewerbegebiet, dass die Post erst spät nachmittags, beziehungsweise nicht täglich zugestellt wird. Wir beobachten auch immer wieder, dass Post in falsche Briefkästen eingeworfen wird. Dies ist trotz voranschreitender Digitalisierung kein akzeptabler Zustand für eine geschäftliche Korrespondenz.
Bei vielen anderen Unternehmen und Freiberuflern besteht zudem die Notwendigkeit, einen Teil der Korrespondenz per Einschreiben zu versenden. Auch dies erscheint nunmehr nur unter erschwerten Bedingungen möglich.Wir haben die Thematik im Gewerbeverein besprochen und schlagen vor, wie folgt vorzugehen: Reklamation des GVT direkt an die Deutsche Post. Beschwerden der einzelnen Unternehmen direkt an die Post. Wir gehen davon aus, dass die Summe von vielen Einzelbeschwerden mehr Gewicht hat, wie nur die Intervention eines einzelnen Unternehmens, beziehungsweise eines einzelnen Vereins.“ Der Gewerbeverein hat hierfür auch einen Mustertext für eine Beschwerde ausgearbeitet.