Stadtführer Michael Hakenmüller war auf den Spuren des historischen Niederhechingen unterwegs.
Die jüngste Stadtführung mit Michael Hakenmüller auf den Spuren des historischen Niederhechingen, des Ursprungs der Zollernstadt im 6. und 7. Jahrhundert, erbrachte weitere Erkenntnisse. Spuren einer Alemannen-Siedlung waren scheinbar beim Bau des Frei- und Hallenbades 1967 auf den Weiherwiesen und dem Weiher sowie bei den Häusern und Mühlen entlang der Friedrich-Straße „untergegraben“ worden.
Vor allem beschäftigte die Frage, wo das auf alten Karten und Gesamt-Ansichten von Hechingen abgebildete, St. Martin getaufte Kirchlein stand, wie es aussah und wie groß es war. Dazu hatte der Stadtführer sich in Meckesheim umgesehen und verwundert die „Auferstehung“ dieses Mitte des 19. Jahrhunderts in Hechingen abgerissenen Gotteshaus entdeckt.
In Meckesheim befindet sich am westlichen Ortsausgang in Richtung Mönchszell noch der Chor einer genauso in Niederhechingen zu vermutenden, romanischen Steinkirche auf einem circa 1200 Quadaratmeter großen, mit einer kleinen Mauer umfriedeten Grundstück, auf dem sich der längst aufgelassene Friedhof der Ureinwohner von Meckesheim befand. Der Umfang des teilweise restaurierten Chors beträgt 4,7 mal 4,8 Meter mit Mauerstärken bis zu 1,1 Meter.
Benannt nach fränkischem Hausheiligen
Die Geschichte dieses historischen Terrains wurde zum Jubiläum „1200 Jahre Meckesheim“ im Jahr 2022 nur leidlich erforscht. Immerhin hat sich vor einiger Zeit der Freundeskreis Meckesheimer Ortsgeschichte mit einer öffentlichen Tafel darum gekümmert, auf welchem grob die Umstände dieses nach dem fränkischen Hausheiligen Martin genannten Kirchleins erklärt werden.
Vermutlich wurde es auf einer vorherigen römischen Kultstätte gebaut. In Hechingen lässt sich die Martins-Kapelle neben der Freibadwiese unter einem Weizenfeld per Luftaufnahme über das Geo-BW-Portal und per Laser-Scanner (LIdar) für archäologisch geübte Augen erschließen.
Wie die Römerstraße verlief
Beide Kirchlein lagen an einer Nebenstraße der Römer, so wie in Hechingen neben der Hauptstraße von Straßburg nach Ulm. Sie bog von der Straße von Stein aus oberhalb des Wasserfalls bei dem Mühlengebäude an der Friedrichstraße ab über das Freibadgelände und den Hagelwasen (in etwa den heutigen Golfplatz), führte am historischen Stierbrunnen vorbei an einem Merkur-Tempel in Richtung Weilheim.
Vor dem Dorf bog sie in Richtung Steinhofen und in der Nähe des Zimmerbach wieder auf die Via Regia von Stuttgart nach Rottweil. Diese wurde Mitte des 18. Jahrhunderts zur Schweizer Straße modernisiert, die auf Forderung des Fürsten mitten durch Hechingen führten musste, damit er von den Reisenden Zoll einnehmen konnte.