Ein Blitzer an der A81 hat Temposünder im Visier (Symbolbild). Foto: Heidepriem

Ein Blitzer am Ende der A81-Baustelle bei der „Neckarburg“ hat die Gemüter erhitzt. Ist das reine Abzocke an dieser Stelle? Das sagt die Polizei zu den Vorwürfen.

Die Dauerbaustelle auf der A 81 an der Neckarburgbrücke zwischen Rottweil und Oberndorf ist schon seit Beginn der Baumaßnahmen ein beliebter Platz für Radarfallen. Immer wieder stehen dort in den 60er- und 80-er-Bereichen mobile und teilstationäre Blitzgeräte. Das macht auch Sinn, da sich etliche Fahrer trotz der engen Baustellen-Fahrspuren nicht ans Tempo halten und zu schnell durch die Baustelle brettern.

 

In der vergangenen Tagen gab es nun aber eine neue Kontrollstelle, mit der viele Fahrer nicht gerechnet haben dürften - und in die zahlreiche hineingerauscht sind, wie unsere Redaktion an mindestens zwei Tagen beobachtete. Der mobile Blitzer – inzwischen ist er abgebaut – stand in Fahrtrichtung Stuttgart und nach der eigentlichen Brückenbaustelle. So mancher Fahrer denkt sich da: „Ah! Baustelle vorbei, dann kann ich wieder Gas geben.“

Doch nach wenigen Dutzend Metern, genau am großen blauen Schild, das auf die Raststätte Neckarburg Ost hinweist, lauerte der Blitzer. Dort gilt immer noch das Baustellen-Tempo - und viele haben statt der erlaubten 60 Stundenkilometer schon deutlich mehr auf dem Tacho. Blitz! - Blitz! - Blitz! machte es beispielsweise am Mittwochmorgen um 9.30 Uhr beim Vorbeifahren. Autos, Lastwagen, Transporter: viele Fahrer übersahen die Tempofalle.

Eine fiese Falle?

Freie Fahrt, ganz ohne Tempobegrenzung, gibt es erst einige Dutzend Meter weiter, nach der Ausfahrt zur Raststätte. Und damit etliche Meter nach dem Hinweisschild und dem Blitzer. Doch warum wird da nun nach der eigentlichen Baustelle geblitzt? Ist das Abzocke? Oder geht es um Verkehrssicherheit?

Der Ärger vieler Verkehrsteilnehmer entlud sich jedenfalls in zahlreichen Kommentaren im Netz. Viele bezweifeln, dass es hier um den Sicherheitsgedanken geht und bezeichnen das Ganze als fiese „Falle“. Man werde geblitzt, obwohl man sich den ganzen gefährlichen Baustellenbereich über ans Tempo gehalten habe.

Sicherheit der Baustelle und deren Personal

Wir konfrontieren die Polizeipressestelle in Konstanz mit den Vorwürfen und fragen, welchen Grund es für genau diesen Blitzerstandort gab – wenn es einen gab?

Sprecher Daniel Brill sagt: „ Wir eruieren grundsätzlich die Sinnhaftigkeit von Aufstellorten solches Equipments und platzieren dieses nicht wahllos irgendwo. Hier stand die Sicherheit der Baustelle und deren Personal im Vordergrund. Ein gewisser verkehrserzieherische Gedanke spielt da immer mit rein.“

Häufig Vorwurf der „Abzocke“

Der Gedanke der „Abzocke“ mache bei vielen Blitzern die Runde, so der Sprecher, weshalb sich die Polizei oft diesem Vorwurf ausgesetzt sehe. „Dem sei entgegen gehalten, dass Blitzer nicht an Orten stationiert werden an denen die Zahlen dies nicht rechtfertigten würden. Zahlen in dem Sinne, dass die Grundlage fehlt, oder die Anzahl der Verstöße zu gering ist.“

Im Falle des nun diskutierten Blitzers gebe die Häufigkeit der Verstöße dem Standort ebenfalls recht.

Es kann teuer werden

Ob das manchen erwischten Autofahrer besänftigt, darf bezweifelt werden. Bei Tempolimit 60 wird es ab 81 km/h nicht nur richtig teuer, sondern es droht gemäß Bußgeldkatalog auch ein Punkt.