Jürgen Roth will im Oktober erneut als Oberbürgermeister kandidieren. Die Ratsfraktionen äußern sich differenziert dazu. Heute: die Freien Wähler.
Wie fällt die Einschätzung der bisherigen Amtszeit von Jürgen Roth aus?
Gibt es hierzu jeweils ein einheitliches Stimmungsbild in den Fraktionen?
Und ist eine Unterstützung der erneuten Kandidatur aus heutiger Sicht vorstellbar – oder wird diese an bestimmte Voraussetzungen geknüpft?
Diese Fragen haben die Fraktionen jetzt jeweils beantwortet. Heute veröffentlichen wir hier die Stellungnahme der Freie Wähler (FWV).
Geschlossene Fraktionsmeinung
Auch von ihnen kommt – wie schon seitens der CDU – breite Unterstützung für Jürgen Roth. Fraktionssprecher Andreas Flöß meldet aus seinen Reihen ein einheitliches Stimmungsbild: „Unsere Fraktion sieht das geschlossen so“, betont er und macht damit deutlich, dass sich das klassische bürgerliche Lager – wollte man es denn so bezeichnen – in der Unterstützung Roths einig ist.
„Wir begrüßen geschlossen die Kandidatur“, so Flöß, und er nennt auch gleich den Hauptgrund dafür: „Uns ist die Kontinuität wichtig“. Bis ein neuer OB loslegen könne, vergehe sehr viel Zeit.
Bis sich die Verwaltungsspitze auf einen solchen Wechsel einstelle – „das dauert“, weiß der Kommunalpolitiker aus Erfahrung.
Und diese Zeit, diesen Verzug könne man sich in der aktuellen Situation schlichtweg nicht leisten.
Jürgen Roths bisherige Arbeit habe diesen auch als „Macher“ ausgezeichnet. „Er hat die Dinge nicht schlecht gemacht“, meint Flöß zusammenfassend. Auch deshalb suche seine Fraktion nicht nach einem anderen Kandidaten.
Kritik wird aber auch laut
Dabei ist seitens der Freien Wähler auch nicht alles Eitel Sonnenschein in Bezug auf Roths bisherige Amtszeit. „Wir hätten uns eine etwas frühere Haushaltskonsolidierung gewünscht. Diese kam spät.“
Auch mit Blick auf die Verwaltungsreform – Stichwort: Personalsituation bei der Stadt – ist man nicht ganz zufrieden: „Diese hat noch nicht so richtig gegriffen,“ meint Flöß und ergänzt: „Da liegt unserer Meinung nach noch sehr viel Potenzial.“
Natürlich gebe es tarifliche und gesetzliche Vorgaben, aber insgesamt habe man schon das Gefühl, dass die Stadtverwaltung „sehr viele Leute“ habe. Als Beispiel nennt der FWV-Chef hier Roths eigenes Referat.
Das habe mal aus vier Leuten bestanden, sei zuletzt aber stark angewachsen, etwa im Hinblick auf das Bestücken der Social-Media-Kanäle. Natürlich bräuchten diese Betreuung, die Frage sei eben nur, in welchem Ausmaß.