Auch jede Menge Verwaltungsarbeit und Koordinierungsaufwand gehört dazu, wenn Joachim Spitz ein Stiftungsjahr von ProKids plant. Foto: Cornelia Spitz

Schulmaterial, Mittagstisch oder Babyklappe: ProKids fängt rund um VS vieles auf. Doch der Bedarf wächst und lässt Gründer Joachim Spitz zunehmend sorgen.

Noch nie wurde ihr Geld so dringend gebraucht wie derzeit: Seit 16 Jahren greift die ProKids-Stiftung vornehmlich Kindern und Jugendlichen, die Unterstützung benötigen, unter die Arme. Und davon, sagt Stiftungsgründer Joachim Spitz, gebe es immer mehr.

 

In seine Schilderungen mischen sich während des Gesprächs nachdenkliche Töne. Klar, sagt er, ab und an hege er wirklich den Gedanken, „was, wenn das Geld für all die Bedürfnisse, die es derzeit stillt, eines Tages einfach nicht mehr ausreicht?“ Nachrichten über eine anhaltend schwache Konjunktur, wie sie aktuell häufig zu lesen sind, stimmen ihn durchaus sorgenvoll. Denn der Geschäftsführer von ProKids weiß: Ohne die vielen Firmen, die mit ihren Spenden dazu beitragen, wäre all das nicht möglich.

Der Bedarf, so Spitz, steige „kontinuierlich“. Ohne spitz nachzurechnen, war Joachim Spitz eigentlich von einem aktuellen Jahresvolumen in Höhe von 70 000 bis 80 000 Euro ausgegangen. Doch dann stand ein Gespräch mit seinem Steuerberater an – und der Chef der Stiftung staunte nicht schlecht.

So viel Geld geht raus

Zwischen 120 000 und 150 000 Euro gebe die Stiftung jedes Jahr für den guten Zweck aus, rechnete ihm der Steuerberater vor. „Da ist schon richtig Geld, das da rausgeht“, sagt Spitz und blickt drein, als sei ihm manchmal tatsächlich nicht ganz geheuer, was für ein riesiges Instrument aus seiner vor 16 Jahren gegründeten Stiftung geworden ist.

Die Kinder und Eltern, die davon profitieren, interessieren all die Zahlen weniger. Für sie zählt, was unterm Strich steht – und das ist in ihrem Fall am Ende des Monats immer zu wenig. Häufig reicht das Geld nicht mal fürs Elementare. „Wir zahlen enorm viel Schulmaterial“, lässt Spitz durchblicken. Der Aufwand dafür habe sich in den vergangenen vier bis fünf Jahren etwa vervierfacht und belaufe sich jetzt auf etwa 7000 Euro pro Jahr.

Die Ausgaben fürs Schulessen stagnierten, aber das läge wohl weniger daran, dass die Bedürftigen nicht zunähmen, als vielmehr daran, dass viele Schulen und Kindergärten die Sonderausgaben dafür im Falle bedürftiger Familien häufig über ihre Fördervereine oder andere Spendentöpfe decken könnten.

Dass immer mehr gebraucht wird, sei spürbar, erzählt Joachim Spitz. Er führt das auf die allgemeine Wirtschaftslage zurück, aber auch darauf, dass der Bekanntheitsgrad der ProKids-Stiftung mittlerweile enorm sei und die Familien wüssten: „Hier bekommen wir Hilfe.“

Liste der Aktionen ist lang

Und der Helfer seinerseits freut sich, dass er Jahr für Jahr auf viele Unterstützer bauen darf, die so vieles möglich machten: eine Babyklappe, in die Mütter in prekärer Lage ihr Kind in eine bessere Zukunft legen; ein warmer Mittagstisch auch für Kinder aus ärmeren Familien; ein Sport- und Vereinsleben für Schüler und Kindergartenkinder, deren Eltern ihnen das nicht ermöglichen können; Nachhilfe, wenn es in der Schule klemmt; oder auch, ganz profan und doch so wichtig: ein richtiges Weihnachtsgeschenk, das nicht notwendig wie Strümpfe und ein Pullover, aber doch so sehr erträumt ist wie bei der Weihnachtswunsch-Aktion von ProKids, die gerade wieder läuft.

Die Liste, die Joachim Spitz aufzählen kann, ist lang und wächst immer wieder. Ganz aktuell schwebt ihm wieder ein neues Projekt vor, um die Babyklappe noch sicherer zu machen und die Helfer dort zu entlasten. Doch am Anfang eines jeden Projekts stehen, wie der Schwenninger aus 16 Jahren Stiftungserfahrung längst weiß, nicht nur gute Ideen, sondern auch Spender, die helfen, sie zu verwirklichen.

Engagement

Nur mit Hilfe von Spenden
finanziert die ProKids-Stiftung in Villingen-Schwenningen Jahr für Jahr ihre zahlreichen Benefizaktionen. Dafür existiert ein Spendenkonto: ProKids Stiftung, IBAN DE35 6439 0130 0000 0590 05 bei der Volksbank Schwarzwald-Donau-Neckar.