Der bestehende Bauhof soll entkernt und als Kaltlager genutzt werden. Foto: Gerald Nill

Die Gemeinde Schönau hat Anfang April beim Landratsamt den Bauantrag für den Neubau des Bauhofs eingereicht. Die Gemeinderäte drängen auf Einsparungen.

Die Gemeinde Schönau hat Anfang April den Bauantrag für den Neubau und Umbau des bestehenden Werkhofes gestellt. Die Baukosten steigen weiter und werden jetzt mit 2,4 Millionen Euro angegeben. Die Gemeinderäte bewiesen sich als Sparfüchse.

 

Bereits in seiner Oktober-Sitzung hatte der Gemeinderat die Weichen gestellt für einen Neubau des Werkhofgebäudes und Nutzung des bisherigen Gebäudes als Kaltlager mit Abstellflächen für Gerätschaften.

Ein halbes Jahr später wurde jetzt, Anfang April, ein Bauantrag beim Landratsamt Lörrach eingereicht.

In diesem Zusammenhang wurde auch eine Kostenberechnung aufgestellt, die um 4,6 Prozent höher liegt als bisher veranschlagt. Das verursachte hörbares Zähneknirschen bei den Gemeinderäten.

Der zuständige Architekt Daniel Hechtinger begründete die gut vierprozentige Kostensteigerung gegenüber der Kostenschätzung vom letzten Herbst im wesentlichen mit der Bodengründung für den Neubau sowie eine Hallen-Erhöhung auf vier Meter für Lastwagen.

Hechtinger wiederholte noch einmal, was geplant ist. Der bestehende Werkhof soll entkernt werden und als „Kalthalle“ für Lagerzwecke weiter genutzt werden. Ein Neubau soll neben Fahrzeugstellplätzen und temperierten Lagermöglichkeiten vor allem die Büros, Küche, Umkleiden, Sanitäranlagen und Werkstätten der Bauhof-Mitarbeiter beinhalten. Neu und diskussionswürdig war der Punkt: Lärchenschindel-Fassade. Marita Prekur wollte für die Freien Wähler wissen, ob das eine kostengünstige Lösung im Vergleich zu Putz sei. Architekt Hechtinger erklärte, dass es vergleichsweise wenig Fassade gebe. Die Ostseite bleibt eine Betonwand, die Hofseite erhält ein großes Tor und die Seite zum Fluss Wiese brauche fürs Licht große Fenster. Hechtinger erklärte, dass eine Vollisolierung letztlich teurer käme und irgendwann drohe auch noch ein Entsorgungsproblem.

Prekur fragte nach, ob sie die Dachbegrünung richtig verstanden habe. Hechtinger bestätigte, dass eine Dachbegrünung bei einem leicht geneigten Flachdach gleich mehrere Vorteile habe. Es dämme und isoliere im Winter wie im Sommer. Schließlich sorge das zehn Zentimeter dicke Substrat auch für einen Ballast der PV-Elemente. „Damit fliegen Sie beim Sturm nicht weg.“ Schließlich könne das Regenwasser vom begrünten Dach direkt in die angrenzende Wiese geleitet werden, während das Niederschlagswasser auf der Hoffläche durch einen 20.000 Euro teuren Filter gereinigt werden müsse, ehe es in den Fluss gelangt.

Harzig wurde die Diskussion, als Architekt Hechinger auf die Kalkulation zu sprechen kam. Zum Zeitpunkt des Bauantrags sei eine preisliche Toleranz von 20 Prozent üblich, erklärte der Bau-Experte und weckte damit die Kostenbremser im Gemeinderat. Bei aktuell veranschlagten 2,4 Millionen Baukosten sind am Ende auch nur zwei Millionen im günstigsten Fall oder aber auch drei Millionen Euro drin, wenn es schlecht läuft.

Gemeinderat Michael Schröder, SPD, erinnerte daran: „2,6 Millionen Euro Baukosten wollten wir nicht.“ Deshalb wurde das Projekt abgespeckt. Schröder befürchtete, „dass uns jetzt die Baukosten davonlaufen“. Er würde das Bauvorhaben gerne auf 2,3 Mio Euro deckeln. Für die CDU pflichtete Mechthild Münzer bei. Sie habe jetzt schon mehrere Bauvorhaben in Schönau begleitet und das Gefühl, „dass uns bewusst niedrigere Kalkulationen vorgelegt werden“. Bürgermeister Peter Schelshorn fühlte sich in die Enge gedrängt: Corona, Energiekrise, Käferholz, das seien Unwägbarkeiten, die ähnlich auch jetzt geschehen könnten. Hechtinger pflichtete bei: „Wir wissen nicht, wo der nächste Krieg ausbricht und wo der Ölpreis hinrennt.“ Das habe alles Einfluss auf die Projektkosten.

Björn Büchele, SPD, störte sich an den aktuellen Kostentreibern: die Hallenerhöhung und die Bodenaufbereitung für die Statik der Halle. Schelshorn antwortete unmissverständlich: „An der Bodenaufbereitung kommen wir aus statischen Gründen überhaupt nicht vorbei.“ Das habe ein geologisches Gutachten gezeigt. Während der Architekt zu verstehen gab, dass das Gebäude inzwischen ein Zweckbau „ohne Schnickschnack“ sei, wies Schelshorn den Weg, wie eine Lösung aussehen könnte: Der Gemeinderat stimmt dem Bauvorhaben weiterhin grundsätzlich zu und die Verwaltung überprüft, ob die Hallenhöhe von vier Metern, Jalousien an den Fenstern und der Schriftzug „Werkhof Schönau“ sein müssen.

Unter diesen Vorzeichen stimmte der Gemeinderat einstimmig zu. Im dritten Quartal sollen Ausschreibungen erfolgen, im vierten Quartal Beauftragungen.

Architekt Hechtinger drängte abschließend: „Alles, was wir jetzt länger brauchen, kostet am Ende wieder mehr Geld.“