Politik war für sie schon von Kindesbeinen an kein Fremdwort. Und dann lernte sie auch noch ihren Mann kennen. Doch dass sie tatsächlich einmal im Gemeinderat landen würde, das war für Daniela Steinrode tatsächlich eine Überraschung.
Es gibt den Satz: Es ist ihr in die Wiege gelegt worden. Dieser Satz passt ziemlich gut auf Daniela Steinrode und die Politik. Im Gespräch mit der Redaktion erinnert sie sich noch sehr genau an ihre Kindheit und Jugend. „In der Familie war Politik immer Thema“, erzählt sie. „ Da war mein Elternhaus schon prägend.“
Das Interesse an Politik sei schon immer dagewesen. Und das Thema, das die junge Daniela besonders interessierte und für wichtig erachtete, das war die Gerechtigkeit. Da war der Schritt zur SPD nicht mehr weit. „Und das hatte nichts mit Daniel zu tun“, betont sie. Ihr Mann Daniel Steinrode ist langjähriger Sozialdemokrat, Gemeinderat, Kreisrat, Regionalrat, Ortsvorsteher und ehemaliger SPD-Landtagskandidat.
„Aber drüber freuen tue ich mich richtig“,
Freilich trafen die beiden irgendwann aufeinander, wurden ein Paar, heirateten. Daniela wurde nicht nur seine Mitstreiterin für die SPD. Sie machte ihre eigene politische Karriere. Aktuell ist sie – gemeinsam mit David Mogler – SPD-Vorsitzende im Kreis Calw. Eine Kandidatur für den Nagolder Gemeinderat überlegte sie sich gut, bevor sie tatsächlich ins Rennen um einen Sitz im Rat ging.
Dass sie den Sprung ins Gremium tatsächlich schaffte, damit habe sie nicht wirklich gerechnet, erzählt sie. „Aber drüber freuen tue ich mich richtig“, ergänzt sie und zeigt ihr gewinnendes Lächeln. Gefreut habe sie auch, dass sie ihre Stimmen nicht nur im heimischen Vollmaringen geholt habe, sondern in ganz Nagold Zustimmung bekommen habe.
Und nicht nur deswegen will sie für alle Nagolder da sein, nicht nur für ihr Vollmaringen. „Ich bin für alle da“, sagt sie mit dem Brustton der Überzeugung. Und sie betont auch ihre Eigenständigkeit, auch wenn ihr Mann neben ihr im Ratsrund sitzt: „Meine Stimme ist es, die ich im Gemeinderat erheben werde“, so Daniela Steinrode. „Ich will selbst mitgestalten.“
„Ich sehe, dass hier wirklich ein Sanierungsstau herrscht“
Dass sich die Lehrerin um die Nagolder Schulen kümmern will, liegt ziemlich nahe. Und nicht nur wegen ihres Berufes. „Ich sehe, dass hier wirklich ein Sanierungsstau herrscht“, sagt sie, die der Stadt nicht nur in diesem Segment „Umsetzungsschwäche“ attestiert. „Ich sehe halt, was in der Hinsicht in anderen Städten geht“, sagt die Frau, die in Rottenburg unterrichtet und Angst hat, dass Nagold von anderen Städten überholt werden könnte. Und das gilt aus ihrer Sicht nicht nur für den Bildungssektor.
Der Kultur-, Umwelt- und Sozialausschuss ist für sie zunächst einmal ein „idealer Einstieg“ in die Arbeit als Nagolder Gemeinderätin – auch weil sie beim Kinderbetreuungsangebot vor Ort Handlungsbedarf sieht. „Da müssen wir anpacken.“ Aber auch in Sachen Wohnraum. „Das alles sind Investitionen in die Zukunft der Stadt.“
„Mit Zusammenarbeit ist im Gremium viel zu erreichen“
Themen gibt es für sie auch darüber hinaus noch mehr als genug: Da wäre der Sanierungsstau bei den Hallen, auch die Feuerwehren müssten im Auge behalten werden. Und dann wären da ja noch die Themen Mobilität und Radfahren, erzählt die Frau, die neben ihren Hühnern und Katzen auch das Reisen als Hobby aufzählt. Nicht zu vergessen ihre „Hölzerjungs“, den VfB-Fanclub, für den sich die 48-Jährige engagiert.
Um ihre Ziele im Rat durchzusetzen, setzt die Lehrerin und Jugendschöffin nicht auf Konfrontation. „Mit Zusammenarbeit ist im Gremium viel zu erreichen“, sagt sie und ruft ihre neuen Amtskollegen und -kolleginnen zu einem zu einem besonderen Miteinander auf: „Da ist einfach der Austausch wichtig“, sagt sie. „Man muss sich einfach zuhören“, mahnt sie für die Zukunft im Nagolder Gemeinderat an.