Ein Haus in Brand, acht Verletzte und eine Rauchsäule über der Stadt – am Tag nach der Katastrophe zeigt sich das Ausmaß des Brands. Eine Spendenaktion für die Brandopfer läuft.
Wer am Dienstagmorgen die Furtwanger Sommerbergstraße in Richtung Stadtmitte hinunterging, dem könnte es durchaus passieren, dass ihm Autos entgegenkamen, die rückwärts die Straße hinauffuhren, die sie eben vorwärts heruntergefahren waren. Denn an der Kreuzung zum Rößleplatz kamen sie nicht weiter. Dort versperrte ein Schrankenzaun den Weg.
Hinter der Absperrung: nur Schutt und Asche. Von dem Haus, das hier nicht einmal 24 Stunden zuvor noch stand, ist kaum mehr etwas übrig. Gegen Mittag war hier am Montag ein Großbrand ausgebrochen, der zahlreiche Rettungskräfte stundenlang auf Trab hielt. Auch am Dienstagmorgen lag der Brandgeruch noch schwer in der Luft.
Wie Jochen Löffler, Kommandant der Furtwanger Feuerwehr, am Dienstag im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet, dauerte der Einsatz bis fast 22.30 Uhr an. Nachdem das Feuer unter Kontrolle war und für die umliegenden Gebäude keine Gefahr mehr bestand, habe man am Montagabend einen Bagger an die Einsatzstelle beordert, der die verbleibende Bausubstanz nach und nach abgetragen habe – um den Feuerwehrleuten die Möglichkeit zu geben, Glutnester abzulöschen. Danach sperrte der städtische Bauhof die Brandstelle mit Unterstützung der Feuerwehr ab.
Straßen bleiben vorerst gesperrt
Am Dienstagmorgen ging es dann daran, die Überreste des abgebrannten Hauses abzufahren. Je nachdem, wie schnell diese Arbeiten vorangingen, könne man die Straßensperrungen wieder aufheben, erklärte Francesca Hermann von der Furtwanger Stadtverwaltung am Dienstag. Sie ging aber von einer Sperrung mindestens noch bis Mittwoch aus.
Neue Unterkünfte für drei Bewohner
Deutlich längerfristige Folgen hat der Brand für die drei Bewohner des komplett zerstörten Hauses am Rößleplatz. Sie erlebten unmittelbar vor den Weihnachtstagen den Alptraum: Von jetzt auf gleich verloren sie ihr Zuhause.
Bereits an der Brandstelle hatte Noch-Bürgermeister Josef Herdner ihnen am Montag die Unterstützung der Stadt zugesichert – ein Versprechen, das die Verwaltung hielt, wie Mitarbeiterin Hermann am Dienstag zu berichten wusste: Ein Ehepaar habe man mit Unterstützung des Altenheims St. Cyriak in einer dortigen Personalwohnung unterbringen können; einer Frau, die ebenfalls im Haus wohnte, stellte man eine städtische Wohnung zur Verfügung. Und auch für die Versorgung durch die Sozialstation und Kleidung sorgte die Stadtverwaltung zügig. Zudem wurde mittlerweile ein Spendenkonto für die Brandopfer eingerichtet.
Schaden wohl im mittleren sechsstelligen Bereich
Gute Nachrichten gibt es zu den Personen, die sich beim Brand verletzt haben, wie auf Nachfrage von Polizeisprecher Daniel Brill zu erfahren war. Von sieben Leichtverletzten und einem Schwerverletzten war am Montag die Rede. „Wir wissen – Stand jetzt – noch von zwei Personen, die im Krankenhaus sind. Der Zustand ist wohl nicht zu ernst“, erklärte Brill am Dienstagnachmittag.
Den Sachschaden schätzte die Polizei am Tag nach dem Brand auf einen mittleren sechsstelligen Betrag, wie Brill mitteilte. Eine verlässliche Angabe sei zum aktuellen Zeitpunkt jedoch noch sehr schwer.
Gutachten soll Brandursache klären
Dasselbe gilt auch für die Brandursache, die weiterhin unbekannt ist. Um diese zu ermitteln, werde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft ein Sachverständiger beauftragt, erklärte Brill. „Dieser wird frühstens kommende Woche mit seiner Arbeit beginnen.“ Bis wann das Gutachten vorliegt, sei bislang nicht absehbar.
Spendenkonto eingerichtet
Hilfe
Die Stadtverwaltung hat für die Opfer des Hausbrands am Rößleplatz ein Spendenkonto eingerichtet. Wer den Betroffenen helfen möchte, kann mit dem Verwendungszweck „Brandhilfe Rößleplatz“ auf das Konto bei der Sparkasse Schwarzwald-Baar spenden; IBAN: DE69 6945 0065 0026 0007 87, BIC: SOLADES1VSS. Kontoinhaber ist die Stadt Furtwangen. Wird eine Spendenbescheinigung benötigt, sollte dies ebenfalls im Verwendungszweck vermerkt werden.