Zu einem Tag im Zeichen von Elektromobilität hatten die Landkreise Rottweil und Schwarzwald-Baar zum ersten Mobilitätstag nach Königsfeld eingeladen.
Neben Fortbewegungsmitteln für alle Altersstufen gab es Infos zu Lademöglichkeiten oder zur Brandbekämpfung bei E-Autos.
Bürgermeister Fritz Link berichtete über fünf Ladestationen im Kurort, das alle Ortsteile verbindende Radwegenetz und Routen nach Bad Dürrheim sowie den Busbahnhof mit Charger-Cube für E-Bikes.
Landrat Sven Hinterseh verwies auf neuen Radweg Brogen-Hardt. Ein Thema der Zukunft seien Elektrobusse, der Mobilitätstag zeige die Gegenwart.
Hohe Spritkosten
ÖPNV-Anbieter stünden gerade vor der Frage, wie man mit erhöhten Spritkosten umgehe, so Hermann Kopp, erster Landesbeamter im Landkreis Rottweil. Autohändler zeigten Elektrofahrzeuge mit bis über 600 Kilometern Reichweite und Spitzengeschwindigkeiten von 240 Stundenkilometern oder der Möglichkeit, Strom abzugeben. Laut Martin Seckinger vom Autohaus Herzog aus Schramberg müssen Akkus nach acht Jahren noch mindestens 72 Prozent ihrer Kapazität haben, im Winter gehe die Leistung nur um etwa zehn bis 15 Prozent zurück.
Laut Steffen Hilbert vom Energieversorger EGT, der eine Ladestation in Königsfeld betreibt und gerade beim Roten Löwen in St. Georgen eine weitere baut, kostet eine einfache Wallbox nur etwa 500 Euro. Ähnliche Preisrahmen haben laut Oke Witt von Okipoint E-Scooter und andere Elektro-Kleinstfahrzeuge, die teilweise dank Vierrädigkeit auch seniorengerecht sind.
Drei Fahrradhändler
Unterschiedliche E-Bikes boten drei Fahrradhändler an. Johannes Kronbach von Schwarzwald-Bike zeigte Lastenräder und ein dreirädriges Modell, das auch Schlaganfall- oder MS-Patienten nutzen. Vit-bike bietet die 3D-Vermessung des Körpers, um ein Fahrrad genau auf den Nutzer anzupassen.
Unter Videoaufsicht
Beeindruckend war der „BumbleB“, ein noch nicht ganz autonom sondern unter Videoaufsicht fahrender Kleinbus, an dem die Bertrandt Group arbeitet. Alexander Merkel hofft, spätestens in zwei bis drei Jahren mit Fahrzeugen im regulären Betrieb den ÖPNV zu ergänzen. Dank Open-Source Software wird die Abhängigkeit von Herstellern aufgebrochen. E-Bikes Codieren lassen konnten Besucher beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), um diese bei Diebstahl identifizieren zu können.
Brandgefahr nicht viel größer
Axel Lemcke, Lehrer an der Gewerbeschule Villingen, zeigte Elektromotor-Komponenten und modifizierte Batteriemodule, an denen künftige KFZ-Mechatroniker den Umgang mit der neuen Technik erlernen können. Als Mitglied der Feuerwehr Burgberg erläuterte er Möglichkeiten, E-Fahrzeuge zu löschen, betonte aber, dass deren Brandgefahr nicht viel größer sei, als die eines Verbrenners und dass die Feuerwehr durchaus in der Lage sei, damit umzugehen. Ein viel größeres Problem sah er in Billigakkus, die Nutzer in der Wohnung aufladen, wo sie in Brand geraten können.
Timo Kienle von Optimo-ev zeigte Umbausätze für Fahrzeuge wie eine Vespa, Franz Rasch eine privat auf E-Antrieb umgebaute Ente. Für kleine Kinder stand eine Hüpfburg der Feuerwehr zur Verfügung, örtliche Gastronomen und Foodtrucks sorgten für die Verköstigung der Besucher.