Lucia Winterhalter, seit diesem Jahr Gebietsmanagerin Gastronomie bei den Markgräfler Winzern in Efringen-Kirchen, will Deutsche Weinkönigin werden.
Die 27-jährige gelernte Winzerin, die bis Juli dieses Jahres Badische Weinkönigin und zuvor ein Jahr Markgräfler Weinprinzessin war, stellt sich in Neustadt an der Weinstraße der Wahl zur Deutschen Weinkönigin. Dabei muss sie sich gegen elf weitere Kandidatinnen und Kandidaten behaupten. Unsere Zeitung sprach mit Lucia Winterhalter.
Sie scheinen Gefallen am Repräsentieren der Weine gefunden zu haben. Was fasziniert Sie an der Aufgabe?
Vieles. Das Schönste ist, neue Leute zu treffen und kennenzulernen, um ihnen das wunderbare Produkt Wein näherzubringen und sie davon zu überzeugen. Dabei muss man auch erklären, welche Arbeit hinter diesem Produkt steckt. Die Aufgabe macht einfach großen Spaß.
Was motiviert Sie, sich der Wahl zur Deutschen Weinkönigin zu stellen?
Da hat man deutlich noch mehr Verantwortung als als Markgräfler Weinprinzessin und Badische Weinkönigin, denn man repräsentiert die Weinanbaugebiete von ganz Deutschland. Auch ist eine Deutsche Weinkönigin bei Veranstaltungen im Ausland im Einsatz, um den sehr guten Ruf, den der deutsche Wein genießt, rüberzubringen und die verschiedenen Aspekte rund um einen moderaten Weingenuss zu verdeutlichen. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe.
Ist das Amt einer Deutschen Weinkönigin ein Traum von Ihnen?
Das kann man schon sagen.
Wie laufen die Vorbereitungen für die Wahl in Neustadt an der Weinstraße, die vom Fernsehen übertragen wird?
Es gab bereits ein offizielles Vorbereitungsseminar mit allen Kandidatinnen und Kandidaten, wobei zum ersten Mal unter den zwölf Teilnehmern auch zwei Männer am Wettbewerb teilnehmen und Deutscher Weinkönig werden wollen. Im Vordergrund des Seminars standen ein Kommunikationstraining sowie ein Englischseminar. Bei der Wahl müssen zwei Fachfragen auf Deutsch und eine auf Englisch beantwortet werden, außerdem gibt es eine Weinverkostung in der Gruppe zu jeweils dritt. Es sind in jedem Fall anspruchsvolle Aufgaben. Es geht nicht nur darum, einen netten, sympathischen Eindruck zu hinterlassen, sondern vor allem um Fachwissen.
Sie müssen sich also gegen starke Konkurrenz durchsetzen.
Natürlich. Da treten alles Fachleute an, die wissen, worüber sie reden, und die alle gut repräsentieren können. Ich versuche im Vorfeld, mir nicht zu viel Druck zu machen. Man muss bei sich selbst bleiben und darf nicht vergessen, dass man auf der Bühne vor vielen Zuschauern und einem Millionenpublikum vor dem Fernsehen auch Spaß haben soll. Ich lasse es auf mich zukommen, wünsche mir aber natürlich, dass ich mit einem Titel Deutsche Weinkönigin oder Deutsche Weinprinzessin nach Hause gehen kann.
Vor dem Finale am 26. September steht am 20. September der Vorentscheid an.
Ja, das ist die erste Hürde, die man nehmen muss. Von den zwölf Kandidaten kommen nämlich nur fünf ins Finale. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich es in die Endausscheidung schaffe.
Falls Sie die Wahl zur Deutschen Weinkönigin gewinnen, lässt sich dann diese Aufgabe mit Ihrem Beruf als Gebietsmanagerin Gastronomie bei der Genossenschaft Markgräfler Winzer vereinbaren?
Eine schwierige Frage. Denn eine Deutsche Weinkönigin ist an 20 bis 25 Tagen im Monat unterwegs. Wenn man aber einen Chef hinter sich weiß wie ich mit Hagen Rüdlin, dann wird es irgendeine individuelle Lösung geben. Er wird auch zur Unterstützung mit nach Neustadt an die Weinstraße kommen.
Als Weinhoheit und auch in Ihrem Beruf werden Sie wahrscheinlich mit der schwierigen Marktlage und dem rückläufigen Weinkonsum konfrontiert werden. Wie beurteilen Sie die Situation?
Es ist in jedem Fall keine einfache Situation. Doch es ist wichtig, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Auch in schwierigen Zeiten sind gute Ideen gefragt, um dem rückläufigen Konsum entgegenzutreten und sich neue Zielgruppe zu erschließen. „Low-Alkohol“, also alkoholärmere Weine, oder Weinmischgetränke sind Stichworte. Man muss ständig am Markt dranbleiben und erkennen, was beispielsweise bei jungen Leuten Trend ist.
Was bedeutet Ihnen Wein?
Er ist für mich mehr als nur ein Genussmittel. Ich verbinde damit auch Emotionen und Freude, diese in Gesellschaft mit Freunden zu teilen. Und wer in den Reben einmal gearbeitet hat, weiß einen guten Wein zu schätzen. Genuss in Maßen heißt dabei die Devise.
Wenn Sie nicht für den Wein unterwegs sind, was machen Sie dann?
Ich spiele zwei Instrumente, Trompete und Flügelhorn, und bin in zwei Musikvereinen aktiv. Hinzu kommt noch eine Guggemusik und eine Fasnachtsclique. Außerdem spiele ich in zwei Theatervereinen mit, in Biengen und Grißheim. Also langweilig wird mir es bestimmt nicht. Und viel Freude macht mir mein abwechslungsreicher Job bei den Markgräfler Winzern in Efringen-Kirchen sowieso.
Lucia Winterhalter ist 27 Jahre alt, in Bad Krozingen-Schlatt aufgewachsen, wohnt heute in Neuenburg-Grißheim und arbeitet bei der Winzergenossenschaft Markgräfler Winzer in Efringen-Kirchen als Gebietsmanagerin Gastronomie. Bis Juli war sie Badische Weinkönigin, ein Jahr zuvor Markgräfler Weinprinzessin. Jetzt will die ausgebildete Winzerin Deutsche Weinkönigin werden.
Wahl der Deutschen Weinmajestät
1. Vorentscheid:
Samstag, 20. September, von 16 bis 18.30 Uhr im Livestream auf swr.de/weinmajestaet
2. Vorentscheid:
Sonntag, 21. September, von 13.15 bis 16 Uhr im Fernsehprogramm des SWR
Finale:
Freitag, 26. September, 20.15 Uhr im Fernsehprogramm des SWR, Sendung live aus dem Saalbau in Neustadt an der Weinstraße