Kevin Bauer (links) und David Specht stehen vor einer der beiden regionstypischen Blockhaussaunen des Hotels Lamm. Mit dem Kauf des Hotels haben sie sich einen langgehegten Wunsch erfüllt. Foto: Inga-Lena Finkbeiner

David Specht und Kevin Bauer haben das Traditionshotel Lamm in Mitteltal übernommen. Die beiden Männer kommen mit Neuerungen und modernen Ideen in den Ort – und erfüllen sich einen lang ersehnten Wunsch.

Schon als Kind liebte es David Specht, seine Familie zu bewirten und ihr ein Erlebnis zu bieten. Eine Leidenschaft, die bis heute anhält. Gemeinsam mit seinem Partner Kevin Bauer hat er das Traditionshotel Lamm in Mitteltal übernommen. Beide sind Anfang 30. Das Hotel sehen sie als eine Lebensaufgabe, verraten sie im Gespräch.

Wer sie sind

David Specht stammt aus dem Rhein-Neckar-Kreis bei Heidelberg und hatte früher kaum Berührungspunkte mit dem Schwarzwald. Das änderte sich, als er seinen jetzigen Partner Kevin Bauer kennenlernte. Dieser stammt aus Obertal und kennt sich in der Gemeinde aus.

Specht wollte schon früh in die Hotellerie und strebte nach dem Abitur eine Ausbildung in einem Tagungshotel in Mannheim an. Doch sein Vater riet ihm ab. So studierte Specht Betriebswirtschaftslehre, Steuerrecht und Wirtschaftsprüfung – doch seine Leidenschaft für die Hotellerie konnte er mit dem Gelernten nicht stillen. Mit 21 Jahren eröffnete er sein Restaurant „My Heart Beats Vegan“ in Karlsruhe und erfüllte sich erstmals seinen Traum von der Gastronomie. Das Restaurant besitzt er bis heute.

Kevin Bauer ist gelernter Bankkaufmann und arbeitete bisher bei der Sparkasse in Freudenstadt. Nach einigen Zusatzausbildungen war er ab 2012 für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bank zuständig. Eine Qualifikation, die ihm bei seiner neuen Aufgabe als Hotelier zugute kommt.

Die Leidenschaft für die Hotellerie hat sein Partner in ihm geweckt. Für den gemeinsamen Traum hat Bauer seinen Beruf an den Nagel gehängt und kümmert sich nun gemeinsam mit Specht hauptberuflich um das Hotel Lamm.

David Specht betont sicher auch deshalb, wie stolz er auf Kevin Bauer ist, der sich ebenfalls in dem Projekt gesehen habe und es nun mit ihm verwirkliche.

Wie die Auswahl erfolgte

Laut Specht sind sie eher zufällig auf das Hotel Lamm gestoßen. Bei einem Restaurantbesuch erfuhren sie, dass das Hotel verkauft werden soll. Doch schon zuvor hatten sie sich nach Hotels in der Umgebung umgesehen. Doch keines der besichtigten Objekte kam für sie in Frage. Anders beim Hotel Lamm. Specht hatte den Schwarzwald und Mitteltal durch Bauer kennen- und lieben gelernt. Die beiden hatten bereits im Vorfeld viel Zeit in einen Businessplan investiert. Dadurch ging der Kauf recht schnell über die Bühne.

Bereits am 26. Juni kauften die beiden das Hotel und verwirklichten damit ihren gemeinsamen Lebensplan. Am ersten August übernahm das Paar dann das Hotel mitsamt den 40 Angestellten.

Was sie planen

Für David Specht ist ein Hotel „ein Zuhause auf Zeit“, und genau deshalb wollen die neuen Besitzer auch einige neue und moderne Ideen umsetzen. 2021 wurden bereits einige der insgesamt 46 Zimmer modernisiert, fünf weitere sollen noch in diesem Jahr folgen. Und 2024 soll es weitergehen.

Die jungen Hoteliers versuchen den Spagat zwischen älteren Gästen, die in Schwarzwaldnostalgie schwelgen wollen, und einem jüngeren Publikum, das mehr an Nachhaltigkeit interessiert ist.

Das Vier-Sterne-Haus verfügt bereits über ein Hallenbad und drei Saunen. Zwei dieser Saunen befinden sich in zwei regionaltypischen Blockhütten, die im Garten des Hotels stehen. Der Spa-Bereich soll künftig auch Tagesgästen zur Verfügung stehen. Insgesamt wünschen sich die beiden, dass das Lamm auch ein beliebter Anlaufpunkt für Einheimische wird. Ob zum Frühstücken, für einen Restaurantbesuch oder einen Wellnesstag, alles soll in Zukunft möglich sein. Die traditionelle Küche bleibt erhalten, wird aber um vegetarische und vegane Gerichte erweitert. So soll laut Bauer jeder im Hotel Lamm „mehrere Gerichte zur Auswahl haben“.

Einige Gäste hätten bereits die Veränderungen im „Lamm“ bemerkt und ihnen positive Rückmeldungen gegeben. „Das macht uns glücklich“, sagt Bauer. Denn sie möchten für ihre Besucher so nahbar wie möglich sein und für die Angestellten nicht nur die neuen Vorgesetzten, sondern auch ein Teil des Teams sein.