Dorothea Fritz (Mitte) und ihr Team setzen sich dafür ein, dass das Geburtshaus in Dießen erhalten bleibt. Foto: Geburtshaus Horb

Es ist seit 15 Jahren eine feste Institution in der Stadt: das Geburtshaus Horb. Doch nun steckt es in Schwierigkeiten, da Inhaberin Dorothea Fritz aus Krankheitsgründen länger ausfällt. Eine Spendenaktion bei „GoFundMe“ soll die Einrichtung retten.

Viele Hebammen sorgen sich schon länger um ihre Zukunft. Schon in der Vergangenheit hat das Team des Geburtshauses Horb schon auf schwierige Rahmenbedingungen hingewiesen.

 

Doch nun ist die Einrichtung noch aus ganz anderen Gründen in großen Schwierigkeiten. „Von Mehrkosten mitgenommen und durch den Ausfall der Hauptverdienerin braucht das kleine Unternehmen ‘Geburtshaus Horb‘ dringend und kurzfristig Eure Hilfe“, schreibt nun die Inhaberin Dorothea Fritz auf der Spenden-Seite von „GoFundMe“.

Doch was ist passiert?

Fritz selbst fällt für längere Zeit aus: „Der unerwartete Ausfall der leitenden Hebamme über mehrere Wochen bedingt durch eine jetzt notwendig gewordene Hüft- OP, gefährdet akut den Erhalt des laufenden Betriebs.“

Diese schwierige persönliche Situation trifft auf die allgemeine Problemlage, wie Fritz beim Spendenaufruf schreibt: „Die Finanzlage der Hebammen in Deutschland ist bekanntermaßen angespannt, die Entgelte zu gering. Rücklagenbildung ist unter diesem Kostendruck nicht möglich. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für selbstständige Hebammen gibt es nicht.

Welche Stellen sind in Gefahr?

Auch das wird beschrieben: „Neben dem Arbeitsplatz der warmherzigen Bürofee und den Stellen der fleißigen Mitarbeiterinnen, sind das Kursangebot und die Versorgung der Schwangeren und Neugeborenen in Gefahr.

Wie viel Geld wird benötigt?

Das Geburtshaus benötigt für das Fortbestehen laut Fritz 20 000 Euro. „Jeder Euro zählt. Mit ihrer Spende helfen Sie, das Geburtshaus zu erhalten“, heißt es beim Spendenaufruf.

Was ist das Geburtshaus Horb genau?

Das Geburtshaus Horb, malerisch auf der Burg Hohendießen gelegen, wurde 2010 gegründet. In der Selbstbeschreibung heißt es: „Es ist eine gut eingeführte Einrichtung der Grundversorgung im ländlichen Raum und bekannt für selbstbestimmte Geburten und Elternschaft.“ Das Geburtshaus kommt für werdende Eltern in Frage, wenn sie ihr Kind nicht in einem Krankenhaus auf die Welt bringen wollen (solange medizinisch nichts dagegen spricht).

Geburtshaus Horb befindet sich in direkter Nachbarschaft zur Burgruine Hohendießen. Foto: Florian Ganswind

Fritz berichtet von 30 Berufsjahren mit 500 außerklinisch betreuten Geburten, „mit rosigen Kindern und gut versorgten Müttern“. Das Geburtshaus sei ein „großer Schatz für die Ausbildung zukünftiger Hebammen“. Die Ausbildung der Studentinnen mit Wohnmöglichkeit im Haus sei ein Steckenpferd der Inhaberin.

Wie ist der Stand der Spendenaktion?

Drei Viertel der 20.000 Euro sind schon zusammen! Stand Montag um 17.30 Uhr waren es genau 15.000 Euro. Auch Horber Unternehmen haben gespendet. Doch ging die Spendenbereitschaft zuletzt ein wenig zurück. Los ging es vor fünf Tagen. Am Montag kamen bis17.30 Uhr gute 300 Euro zusammen. Für die weiteren 5000 Euro muss das Team vom Geburtshaus Horb noch auf etwas mehr Unterstützung hoffen.

Worauf macht das Geburtshaus Horb noch aufmerksam?

Der Hebammenmangel ist überall akut. Darauf weist auch das Team des Geburtshauses hin. Denn neue Hebammen sind willkommen. „PS: Wir haben viel zu tun – viel ‘Geschäft‘ wie die Schwaben sagen – für 2 zusätzliche Hebammen, die selbstständig arbeiten wollen. Bewirb Dich.“