Bei der Übertragung am Bildschirm erklärte Peter Hellstern, Vorsitzender des Vereins Hagelabwehr Südwest, am Stand des Schwarzwald-Baar-Kreises den ersten Einsatz des Hagelfliegers in dieser Saison. Foto: Klaus Wössner

Ein Gewitter machte die Arbeit des Vereins Hagelabwehr Südwest bei der Südwest-Messe in Schwenningen erlebbar. Über einen Bildschirm ließ sich der Hagelflieger verfolgen.

Den Einsatz des Hagelfliegers konnten die Besucher der Südwest-Messe in Schwenningen miterleben: Der Verein Hagelabwehr Südwest präsentierte sich am Sonntag am Stand des Schwarzwald-Baar-Kreises.

 

Das Amt für Brand und Katastrophenschutz stellte am zweiten Tag der Messe laut Pressemitteilung Hilfs- und Rettungsdienste vor.

Erstmals hatten die Besucher es im Rahmen der Informationen zum Bevölkerungsschutz für den Katastrophenfall auch Gelegenheit, sich über die Arbeit der Hagelabwehr Südwest zu informieren und vor Ort Mitglied der Hagelabwehr zu werden.

Eindrücklich konnten die Besucher anhand der Aufzeichnungen früherer Einsätze mitverfolgen, wie die Hagelabwehr die Radarfilme des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nutzt, um die Gewitterbildung, Zugrichtung, Windgeschwindigkeit und weitere meteorologische Parameter direkt ins Cockpit des Hagelfliegers zu übertragen. Damit werden die Piloten maßgeblich unterstützt, eine Gewitterzelle rechtzeitig und gezielt anzufliegen und wirkungsvoll bekämpfen zu können.

Pilot in Bereitschaft

Während das Messeteam der Hagelabwehr Südwest am Stand Fragen der Besucher beantwortete, war der Pilot des Hagelfliegers aufgrund der Wetterlage bereits seit 13 Uhr in Bereitschaft am Flugplatz Donaueschingen. Spannend wurde es, als sich gegen 14 Uhr tatsächlich eine Gewitterzelle bildete und sich aus westlicher Richtung auf Villingen-Schwenningen und das Messegelände zubewegte.

In der Übertragung am Bildschirm in der Halle konnten die Messebesucher und etliche interessierte Standnachbarn nun live verfolgen, dass sich im Wetterradar konkrete Hagelgefahr abzeichnete, der Hagelflieger vom Flugplatz Donaueschingen aus startete und um 14.20 Uhr die Gewitterwolken bereits anflog und bekämpfte.

Bewegungen zu erkennen

Die Flugbewegungen des Hagelfliegers waren gut zu erkennen, in denen vor der Gewitterzelle Silberjodid-Aerosole ausgebracht werden, die zum frühzeitigen Abregnen und zur Abkühlung führen.

Dadurch wird die Thermik unterbrochen, mit der Wassertropfen in große Höhen befördert werden und zu Hagel gefrieren können, erklärt der Verein die angewandte Methode. Schon gegen 14.20 Uhr war die ursprünglich magentafarbene, das bedeutet extrem, Zelle wieder auf gelb, also mäßig, herabgestuft und die Hagelgefahr gebannt.

So endete der zweite Tag der Südwestmesse 2026 mit dem ersten erfolgreichen Einsatztag in der Hagelabwehr Südwest in diesem Jahr.