Daumen hoch: Martin Herrenknecht (links) ist überzeugt, dass Manuel Hagel einen guten Ministerpräsidenten abgibt. Foto: Herrenknecht AG

Martin Herrenknecht spendet regelmäßig an „seine“ Partei – aber auch an andere. Mit dem Kanzler ist der Schwanauer Unternehmer zufrieden, in Manuel Hagel setzt er große Hoffnungen.

Parteispenden haben in der Vergangenheit für manchen Skandal und damit für Argwohn unter Wählern gesorgt. Auch deshalb müssen schon seit einiger Zeit sogenannte Großspenden dem Deutschen Bundestag gemeldet werden – und der veröffentlicht alle Zuwendungen ab 35 000 Euro auf seiner Homepage. Wer die aktuelle und die Listen der vergangenen Jahre durchgeht, stößt immer wieder auf einen nicht nur in der Region bekannten Namen: Martin Herrenknecht.

 

Der Schwanauer zählt neben Unternehmen wie die Deutsche Vermögensberatung, Autovermieter Sixt oder Milliardär Klaus-Michael Kühne zu einem illustren Kreis an regelmäßigen Geldgebern der deutschen Politik. Wenig überraschend fließen Herrenknechts gelistete Spenden aufs Konto der CDU. Konkret war es seit 2021 exakt eine halbe Million Euro (Stand 4. Februar). Wobei der ungekrönte Tunnelbohr-König wie auch in den Jahren zuvor stets als Privatperson spendete.

2018 ließ er seine Mitgliedschaft ruhen

Herrenknecht besitzt bekanntlich seit Jahrzehnten ein Parteibuch der Christdemokraten. Immer zufrieden war er mit deren Führung aber nicht. So hatte er 2018 gegenüber der LZ angekündigt, seine CDU-Mitgliedschaft ruhen zu lassen. Grund: Statt Friedrich Merz war damals Annegret Kramp-Karrenbauer zur Bundesvorsitzenden gewählt worden.

Wirtschaftspolitik auf richtigem Weg

Mittlerweile hat sich das Blatt freilich längst gewendet, Herrenknechts Favorit ist Kanzler – und der 83-Jährige zufrieden: Seit Merz’ Amtsantritt sei zu erkennen, „dass eine reale Wirtschaftsorientierung wieder Einzug gehalten hat in der Bundespolitik – die darüber hinaus auch in Europa wieder an Gewicht zu gewinnen scheint. Das ist eindeutig eine wirksame Verbesserung gegenüber der Amtsführung der damaligen Kanzlerin Angela Merkel und sowieso gegenüber den verlorenen Jahren mit Olaf Scholz“, so Herrenknecht auf Anfrage unserer Redaktion.

Bei der Landtagswahl gilt: Alles auf Schwarz

Mit seinen langjährigen Spenden in die Politik will der Unternehmer nach eigenem Bekunden „die für Deutschland wertvollen demokratischen Strukturen und Prozesse sowie insbesondere die Arbeit der Parteien“ unterstützen, deren Ideen er „für die Zukunft des Landes als relevant erachte und die meinen allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Vorstellungen entsprechen“. So habe er auch schon die SPD und FDP bedacht, betont Herrenknecht – wenn auch nicht dermaßen, dass die Spenden in den Listen des Bundestags auftauchen.

„Ein stolzer Baden-Württemberger“

Für die Landtagswahl am 8. März setzt der Schwanauer Konzernchef derweil komplett auf Schwarz: „Ich sehe Manuel Hagel ganz klar als den nächsten Ministerpräsidenten unseres Bundeslandes. Und Marion Gentges wird wieder für unseren Wahlkreis in den Stuttgarter Landtag einziehen“, prognostiziert Herrenknecht, der überzeugt ist, dass es eine CDU-geführte Regierung in der Villa Reitzenstein brauche, „um den Karren in Baden-Württemberg wieder in Schwung zu bringen. Ich will wieder stolz sein, wenn ich als Baden-Württemberger in der Welt unterwegs bin.“