Nach 30 Jahren in der Gastronomie hat Dusan Zabcic genug. Er und seine Frau Tina übergeben das Gasthaus Hecht in Sulz mit viel Stolz an die beiden Kinder. Das Grundkonzept soll weiterhin bestehen bleiben, die Neueröffnung ist am kommenden Dienstag.
Sulz - "Ich wollte schon immer mit 60 Jahren aufhören", erzählt Dusan Zabcic. Dieses Vorhaben setzt er nun in die Tat um, denn nach 30 Jahren Gastronomie übernehmen der 35-jährige Sohn Andrej und die 33-jährige Tochter Melanie die Traditionsgaststätte in Sulz.
Zabcic betrieb ab 1995 zunächst das "Café Nr. 4" in Sulz, danach den "Engel" und in Vöhringen den "Ochsen" und die "Rötenmühle". Seit 2012 war er Eigentümer des "Hecht" und löste damals Gerhard und Hildegard Kienzle ab, die das Lokal über 40 Jahren betrieben hatten.
Wechsel länger geplant
Da kommen eine Menge Erinnerungen zusammen und daher denkt er gerne an die Zeit zurück. "Wir haben viel erlebt, hart gearbeitet, gelacht, manchmal auch geweint und vor allen Dingen viele Freundschaften fürs Leben geschlossen."
Dass der Gasthof in der Familie bleibt, freut ihn und seine Frau Tina besonders. "Das ist wirklich ein sehr gutes Gefühl", so Zabcic. Die Übergabe war schon längere Zeit geplant, seit gut eineinhalb Jahren stand fest, dass Andrej und Melanie das Lokal übernehmen würden. "Wir freuen uns sehr, dass es nun bald losgeht", so Andrej Zabcic.
Bringt die Konstellation eine Extramotivation für die neuen Betreiber mit? "Natürlich wollen wir unsere Eltern stolz machen, ganz klar. Aber wir tun es auch für uns selber, es ist unsere Lebensgrundlage. Wir haben Respekt vor der Aufgabe, sind aber zuversichtlich", so Melanie Zabcic.
Erfahrung haben die Beiden jedenfalls schon reichlich gesammelt. Sie sind nicht nur mit der Gastronomie aufgewachsen, sondern haben in den vergangenen Jahren auch praktische Erfahrungen gesammelt. Andrej ist seit zehn Jahren Koch, die vergangenen sechseinhalb Jahre verbrachte er in Köln, war davor schon in Irland, Spanien und Australien und zieht nun wieder nach Sulz. Melanie ist gelernte Hotelkauffrau und hilft eigentlich seit Beginn im "Hecht" mit. Zudem kann auch sie auf Auslandserfahrungen zurück blicken.
Eröffnung am Dienstag
Aktuell laufen die letzten Vorbereitungen, es gibt organisatorisch noch einiges zu tun. Ursprünglich war eine größere Eröffnungsparty geplant, Corona lässt dies nicht zu, da die Planungssicherheit gefehlt hat. "Wir starten nun ganz normal am Dienstag. Aktuell ist es etwas stressig, aber die Vorfreude überwiegt definitiv", berichtet Melanie Zabcic. "Wir hoffen natürlich das wir gut angenommen werden. Dafür geben wir alles."
Wenn es Fragen gibt, stehen Papa Dusan und Mama Tina auch in Zukunft zur Verfügung. "Wir unterstützen sie natürlich", sagt Tina Zabcic. Dusan Zabcic ergänzt."Es ist nun an den beiden, dem Lokal ihren eigenen Stempel aufzudrücken."
Dies wollen die Geschwister tun, ohne das Konzept grundlegend zu verändern. Gewissermaßen soll auf dem bisherigen Fundament aufgebaut werden. "Wir wollen insgesamt etwas nachhaltiger handeln und die Umwelt schonen. Ich finde, wir haben da schon eine gewisse Verantwortung", berichtet Melanie. Auf der Speisekarte werden auch vegane Gerichte zu finden sein. Zudem wurde das Logo der Gaststätte und das Design etwas verändert. Die Gutscheine aus den Jahren 2019, 2020 und 2021 können immer noch eingelöst werden.
Positiv finden die Geschwister, dass aktuell keine Testpflicht mehr besteht. "So sind die Leute einfach spontaner. Wir sind froh, dass wir halbwegs normal starten können", findet Andrej Zabcic. Seine Schwester ergänzt: "Es ist gewissermaßen ein Pokerspiel. Man weiß halt nie, wie sich die Corona-Situation entwickelt." Auch für den Hecht war die vergangene Zeit nicht einfach, man konnte sich aber auf die treuen Gäste verlassen. "Die Resonanz beim To-Go-Essen war super. Das bestätigt nur noch mal unsere Erfahrungen. Die Menschen in Sulz und Vöhringen haben uns mit offenen Armen empfangen, es war klasse, ein Teil dieser großartigen Gemeinschaft zu sein", bilanziert Dusan Zabcic.
Irland als Reiseziel
Zusammen mit seiner Frau Tina wird er die freie Zeit nun genießen. "Wir werden auf jeden Fall verreisen. Ich komme ja aus Irland – im normalen Betrieb waren mehr wie zwei Wochen nicht drin. Jetzt können wir auch mal vier Wochen am Stück in meine Heimat", erklärt Tina Zabcic euphorisch. Dusan Zabcic freut sich zudem, jetzt mehr Zeit für sein Enkelkind zu haben. Und immer mal wieder in der Gaststätte vorbei schauen, werden sie sicherlich auch.