Das Unternehmen Gisinger aus Freiburg will möglichst noch dieses Jahr mit dem Bau von 51 Eigentumswohnungen auf dem ehemaligen Areal der Likörfabrik Cusenier in Neuenburg beginnen.
„An unserer Planung hat sich nichts geändert. Bevor wir mit dem Bau beginnen, müssen zuerst alle Wohnungen verkauft sein, damit die späteren Eigentümer in den Vorteil der Denkmalabschreibung kommen“, sagt Kerstin Osygus, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Unternehmens, auf Nachfrage unserer Zeitung.
Geplant sind auf dem der Gisinger Gruppe gehörenden 6500 Quadratmeter großen Teil des Fabrikareals an der Müllheimer Straße 51 Zwei- und Drei-Zimmerwohnungen. Diese werden eine Wohnfläche von 60 bis 80 Quadratmetern haben. Das gesamte alte Fabrikgelände umfasst 20 000 Quadratmeter.
Fabrikhalle ist seit vielen Jahren verwaist
Das französische Unternehmen Cusenier hatte 1977, also vor knapp 50 Jahren, seine Produktion von Likören, Cognac und anderen Spirituosen in der 1925 errichteten Fabrik eingestellt. Rewe kaufte danach die Fabrikhalle, baute sie um und machte sie zu einem Einkaufszentrum mit einem Lebensmittelmarkt, einem Schuhmarkt sowie einer Poststelle und einem Gasthaus.
Seit 2003 und noch vor dem Umzug von Rewe ins Neuenburger Märktezentrum ist die Fabrikhalle, die unter Denkmalschutz steht, verwaist. Das soll sich nun ändern. Denn die Gisinger Gruppe als Immobilienmakler aus Freiburg, die auf den Wohn- und Gewerbebau sowie auf schlüsselfertige Bauten spezialisiert ist, hat seit dem Erwerb des denkmalgeschützten Fabrikgebäudes 2015 ein Wohnbauprojekt mit 51 Eigentumswohnungen entwickelt. Die Pläne sind bereits seit 2019 fertig, und die Baugenehmigung für das denkmalgeschützte große Gebäude liegt seit 2021 vor.
Dass in den nachfolgenden vier Jahren das Projekt auf Eis lag, hängt laut Investor mit den stark gestiegenen Baukosten und dadurch notwendigen Umplanungen zusammen. Außerdem kann der Startschuss für den Baubeginn erst dann gegeben werden, wenn vorab alle Wohnungen verkauft sind. Denn nur dann kommen die künftigen Eigentümer in den Genuss der Denkmalabschreibung.
Gisinger geht davon aus, dass dies spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2026 der Fall sein wird und dann mit der Realisierung des Projekts begonnen werden kann. Darauf setzt auch die Stadt Neuenburg, für deren Stadtentwicklung das Projekt mit er Umnutzung des mehr als zwei Jahrzehnten im Dornröschenschlaf versunkenen alten Fabrikgebäude von Bedeutung ist.
Alte Villa mit 14 Wohnungen
Neues Leben soll es auch in der im westlichen Teil des Areals liegenden historischen Villa geben, die früher der Verwaltungssitz der Firma Cusenier war und neben den Büroräumen auch eine Betriebsleiterwohnung beherbergte. Die alte Villa, in deren Obergeschoss sich heute 14 Wohnungen befinden, gehört allerdings nicht der Gisinger Gruppe.
Vielmehr ist das Gebäude, das früher zeitweise auch als Hotel und danach bis im Herbst vergangenen Jahres als Lokal mit Barbetrieb genutzt worden war, seit einigen Wochen im Besitz der Firma Falk Immobilien in Müllheim sowie der Firma Hermanns aus Bad Krozingen.
Gehobene Küche im Erdgeschoss der Villa
Die beiden Geschäftspartner Constantin Falk und Sebastian Herrmann haben die alte Villa erworben und wollen nun das Erdgeschoss umbauen, das sie bereits an einen Gastronomen verpachtet haben. Dessen Name wird noch geheimgehalten, doch im März soll laut Eigentümer im Erdgeschoss der Villa ein Restaurant mit gehobener Küche eröffnen.