Mit dem neuen Snack-Automaten am Sportplatz ist Fischingen über eine Mini-Gastronomie reicher. Foto: Daniel Schneider

Auf Radtour ein bisschen Erfrischung oder Kraft tanken oder ein Päuschen mit Verpflegung ohne eigenes Vesper machen – das ist für Radler des Neckartal-Radwegs in Fischingen möglich.

Über die neue Wehrstein-Halle freuen sich die Fischinger schon seit langem. Doch seit wenigen Tagen ist der Sulzer Teilort nochmal um ein zusätzliches Objekt reicher: Direkt am Sportheim steht ein schwarzer Snack-Automat.

 

„Als Jugendtrainer bin ich oft am Platz und Sportheim unterwegs“, erzählt Bernd Rebmann. Und trifft somit auch auf zahlreiche Radler, die fragen, ob man hier was trinken könne.

„Vesperstüble“ ist leer

Denn der Neckartal-Radweg führt von Horb kommend direkt durch Fischingen und weiter nach Sulz. Selbst, wenn das Heim geschlossen war, sei die Nachfrage seitens der Freizeitsportler mit Rennrad oder E-Bike durchaus dagewesen, erinnert er sich.

Und dass die Radler im Sportheim nachfragen, kommt nicht von ungefähr. Ende August 2024 hatten Sabine Bergmann und Daniel Maaß, die Pächter des „Vesperstüble", das auf der anderen Seite der Neckartalstraße liegt – nur 150 Meter vom Heim entfernt – das Wirtsleben in Fischingen aufgegeben.

Alkoholfreie Getränke

Seitdem ist der Flecken ohne Gaststätte. Der Gedanke an so einen Automaten, der dem in gewissen Maßen Abhilfe verschaffen könne, sei ihm schon vor längerer Zeit gekommen“, verrät Rebmann. Schließlich habe er Kontakt zum Vorstand des Sportvereins aufgenommen, ob dieser nicht das Projekt realisieren wolle.

Seit August 2024 sind im „Vesperstüble“ in Fischingen die Rollläden unten. Foto: Daniel Schneider

„Für den Vorstand war der Aufwand zu groß“, erläutert er. Aber da man dort von der Sache trotzdem überzeugt war, habe man ihm den Platz am Sportheim zur Verfügung gestellt. Seit dem 1. Mai können sich vorbeifahrende Radler mit Bier und Radler versorgen – beides natürlich alkoholfrei.

Altersverifizierung nötig

Wer statt Hopfengetränken lieber zuckerhaltigere Flüssigkeiten bevorzugt, kann zwischen Soft- oder auch Energy-Drinks wählen. Snacks kappen den „Hungerast“ bis zur nächsten Wirtschaft. Und wer statt frischer „Schwarzwald-Luft“ eher erhitzte Flüssigkeiten – sogenannte „Liquids“ – inhalieren möchte, kann dies mit E-Zigaretten aus dem Automaten tun. Allerdings ist dafür eine Altersverifizierung nötig, entweder mit Personalausweis oder Führerschein.

Anspruchsvolle Übungen

Mit seinem Engagement ist Rebmann in Fischingen kein Unbekannter. Von 2020 bis 2024 war er etwa in der ganzen Region mit dem nach ihm benannten „Rebe-Zirkel“ unterwegs. Dabei handelt es sich um ein sieben Stationen umfassendes Training für Fußballer.

So konnte 60 Sekunden gedribbelt werden, bis es nach einer einminütigen Pause weiter zu „Torschuss“, „Hürden“, „Ausdauer“, „Ablegen“ und „Bleib liegen“ geht – unterbrochen von den kurzen Verschnauf-Intervallen. Die letzte Station der vier „Ringe“ ist fordernd. Denn dabei handelt es sich um flexible Ringe, durch die man durchschießen muss.

Neuer Radweg

„Zur Sommer- und Wintervorbereitung kamen ganz viele Anfragen von Vereinen“, blickt Rebmann zurück, der das Zirkeltraining damals als Nebenerwerb anbot. Allerdings endete das dann nach einer Beinverletzung, sodass er auf der Suche nach einem neuen Projekt war – dem Snack-Automaten.

In Sachen Neckartal-Radweg ist man in Sulz übrigens gut aufgestellt. Von Horb kommende Radler können einen kurzen Zwischenstopp am Automaten in Fischingen einlegen, bevor es dann weiter nach Sulz geht. Nach dem Ende der Bauarbeiten am Radweg-Teilstück beim Jugendzentrum kann auch dort wieder – nach mehrjähriger Pause – direkt am Neckar entlanggefahren werden.

Und im Stadtpark laden sowohl der Kiosk „Neckarterasse“ sowie die neu errichtete Lade- und Reparaturstation zum Verweilen ein, bevor es weiter Richtung Oberndorf geht. Eine Ruhepause auf der Neckarerlebnis-Liege am nahegelegenen Maienplatz bietet sich zuvor jedoch an.