In der Gustav-Schwab-Straße verbirgt sich ein echter Geheimtipp. Im „Kurt – Genuss und Keramik“ lässt es sich sowohl kreativ ausleben, als auch lecker schlemmen. Wie lecker das Essen zwischen Töpferhandwerk und gemütlichem Ambiente wirklich ist, haben wir für Sie getestet.
Seit rund zwei Jahren betreibt Sonja Börner das „Kurt – Genuss und Keramik“ – eine Mischung aus Restaurant und Töpferwerkstatt – in der Gustav-Schwab-Straße in Schwenningen. Mit dem „Kurt“ hat sich die Schwenningerin einen Herzenswunsch erfüllt.
Location
Das „Kurt“ befindet sich mitten in einem Schwenninger Wohngebiet, in der Gustav-Schwab-Straße. Etwas schwierig gestaltet sich daher die Parksituation. Restaurant-eigene Parkplätze gibt es nicht, doch lässt sich oft ein Parkplatz am Straßenrand finden. Zu Fuß sind es dann nur wenige Meter bis zum Restaurant – die grüne Leuchtschrift an der Fensterfront zeigt: Das „Kurt“ hat an diesem Mittwochabend geöffnet.
Kaum hat man den Gastraum betreten, wird deutlich – das „Kurt“ hat eine außergewöhnliche Atmosphäre. Bunte Vintage-Möbel und ausgefallene Bilder an der Wand stechen ins Auge, doch natürlich sind es die hauseignen Töpferwaren, die für den ganz eigenen und persönlichen Anstrich sorgen.
Das Restaurant strahlt Gemütlichkeit aus und lädt durch das herzliche Ambiente zum Verweilen ein. An der Küchentheke vorbei geht es weiter in einen kleinen Hinterhof, der das gemütliche Innere mit einem gemütlichen Äußeren perfekt ergänzt. Windgeschützt kann man hier auch unter freiem Himmel den Restaurantbesuch genießen.
Angebot
Das „Kurt“ lockt mit einem feinen, ausgewählten Angebot, aufgeteilt in eine Frühstücks-, Mittags- und Abendkarte. Für den Restauranttest haben wir die Abendkarte genauer unter die Lupe genommen. Auf der Karte selbst gibt es einen kleinen Hinweis, die Karte nicht auf Social Media zu verbreiten – denn diese wechsele stetig ihr Angebot.
Zum Einstieg bietet die Karte neben dem klassischen Beilagensalat auch exquisite Vorspeisen wie Räucherlachs mit Meerrettich-Creme und Würfelkartoffeln an. Als Hauptspeise stechen zunächst die vegetarischen Gerichte ins Auge. So gibt es unter anderem Auberginen-Cordon bleu, karamellisierten Ziegenfrischkäsetaler oder Hash am Abend – eine Rote-Beete-Kartoffel-Gericht mit Spiegelei und Dill-Öl. Weiter stehen diverse Fisch- und Fleisch-Gerichte zur Auswahl, die preislich zwischen 19 und 29,50 Euro liegen. Die „Wochenextras“ wie Roastbeef oder „Black-Pepper-Chicken“ ergänzen die Karte. Und ein Angebot von vier Nachspeisen rundet die Karte ab.
Das Angebot ist so gestaltet, dass die Karte üppig wirkt – aber dennoch dem Stil des „Kurts“, gemütliche Atmosphäre mit persönlicher, heimeliger Note, treu bleibt. In jeder Kategorie gibt es rund vier Auswahlmöglichkeiten und neben ausgefallenerem, wie einer Rösti-Rolle, gibt es auch die „Klassiker“ wie Steak mit Kartoffelstampf.
Besonderheiten
Das „Kurt“ ist nicht nur ein Restaurant und Deli – hier kann man auch das Handwerk des Töpferns lernen.
Wer sich da noch nicht ran traut, der hat im „Kurt“ die Möglichkeit, bereits getöpferte Werke selbst zu bemalen – das bietet sich auch für Geburtstage oder Junggesellinnenabschiede an. Seit einigen Monaten lockt außerdem das Format „Kirche im Café“ in die Gustav-Schwab-Straße – jeden letzten Sonntag im Monat lädt Pastorin Julia Müller zu einem Gottesdienst in das Café ein.
Die Leidenschaft zum Töpfern spiegelt sich auch in der Kulinarik wider – jedes Gericht wird auf einem eigens getöpferten Teller serviert, was dem Restauranterlebnis seinen ganz eigenen Touch verleiht.
Tipp der Redaktion
Eine Reservierung ist im „Kurt“ kein Fehler – denn das Restaurant hat nur zwischen Mittwoch und Samstag geöffnet. So ist der eigene Platz garantiert, selbst dann, wenn mal etwas mehr los ist. Reservieren kann man ganz bequem über die Webseite – dabei kann man auch gleich angeben, ob man Allergiker ist und mit Hund oder Kinderwagen als Gast kommt.
Wer sich außerdem ein persönliches Andenken mitnehmen möchte, kann beim „Kurt“ Töpferkunstwerke einkaufen oder auch selbst ein eigenes gestalten.
So schmeckt das Essen
Die Wahl für das Essen fällt angesichts der teils exquisiten Geschmackskombinationen nicht leicht. Bevor uns die Vorspeise serviert wird, werden wir von einem kleinen Gruß aus der Küche überrascht. Zwei unterschiedliche, aromatische Brotaufstriche mit einer zwiebeligen Note und knuspriges Brot stimmen auf den Abend ein. Durch das eigens getöpferte Geschirr ist bereits dieser Gruß aus der Küche ein Hingucker – jeder Teller ist mit seinem Muster ein Unikat.
Als Vorspeise entscheiden wir uns schließlich für das Birnen-Parmesan-Carpaccio mit Erbsenpesto und Parmaschinken (9 Euro) und für den geräucherten Lachs mit gerösteten Würfelkartoffeln an Meerrettich-Schmand (12 Euro). Die Birnen sind hauchdünn geschnitten, der Parma-Schinken im Geschmack intensiv. Lediglich das Pesto hätte noch etwas Würze vertragen können.
Der kalte, geräucherte Lachs überzeugt in Kombination mit dem Meerrettich, der der Vorspeise eine feurig-scharfe Note verleiht. Und auch die kleinen Würfelkartoffeln hat man so noch nicht oft gesehen – eine leicht knusprigere Note hätte diesen aber gutgetan. Doch die Vorspeise überzeugt! Und macht Lust auf mehr.
Als Hauptspeise gibt es die Rösti-Rolle gefüllt mit Ziegenfrischkäse und Grillgemüse auf Erbsenhummus mit einem vegetarischen Jus für 23 Euro. Das Gemüse ist noch knackig, die Jus intensiv würzig und die Rösti-Rolle knusprig gebacken. Der Ziegenfrischkäse sticht hervor, ohne zu aufdringlich zu sein. Lediglich an Salz fehlt es der Speise.
Etwas mehr Salz und Pfeffer hätte auch der zweite Hauptgang – ein Steak vom Roastbeef mit Kartoffelstampf und Gemüse an einer Schmand-Zwiebel-Soße nach Stroganoff-Art für 29 Euro – vertragen können. Das Highlight dieses Hauptgerichts war jedoch definitiv die orange-farbene Soße, die sich aromatisch, mit einem weichen Geschmack wunderbar an den Gaumen schmiegt. Die könnte man auch pur löffeln!
Das Dessert „Kurti“ ist an diesem Abend nicht verfügbar, deshalb schnuppern wir beim Nachtisch portugiesische Luft. Wir bestellen das Pastel de Nata – ein portugiesisches Blätterteigtörtchen, das mit einer Vanillepuddingcreme gefüllt ist – in zweifacher Ausführung. Einmal mit Birnenscheiben (8 Euro), einmal ohne (4,20 Euro). Das Törtchen ist noch heiß, als es auf dem bunten Teller serviert wird, die Birnenscheiben sind dieselben wie bei der Vorspeise. Hauchdünn geschnitten und sehr weich. Der Nachtisch überzeugt und ist ein runder Abschluss für das Menü.
Durch den abendlichen Schmaus begleitet uns auch eine nette Servicekraft, die immer für ein kurzes Gespräch bereit war. Der Kassensturz zeigt: Für jeweils drei Gänge und je zwei Getränke bei zwei Personen bezahlen wir gut 100 Euro – ein angemessener Preis für ein leckeres Dinner!
Kurt Genuss & Keramik
Sternebewertung
Küche: **** Service **** Ambiente *****
***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern
Öffnungszeiten
Das Restaurant hat mittwochs von 17 bis 22 Uhr, donnerstags von 17 bis 23 Uhr und freitags und samstags von 9 bis 14 Uhr und 17 bis 23 Uhr geöffnet. Frühstück gibt es von 9 bis 11.30 Uhr, Mittagessen von 11.30 bis 14 Uhr und Abendessen von 17 bis 21.30 Uhr.
Adresse und Kontakt
Das „Kurt“ befindet sich in der Gustav-Schwab-Straße 8a in 78054 Villingen-Schwenningen. Erreichbar ist das Restaurant unter Telefon 07720/3 04 69 55, eine Reservierung ist auch über die Webseite möglich.