Freudenstadts OB Adrian Sonder (CDU) und Baiersbronns Bürgermeister Michael Ruf auf dem CMT-Stand für die Gartenschau. Foto: Jürgen Lück

Das „Tal X“ soll die Kommunen Freudenstadt und Baiersbronn noch näher zusammen bringen. Gespräch mit Freudenstadts OB Adrian Sonder (CDU) und Baiersbronns Bürgermeister Michael Ruf (CDU), ob das der Startschuss für eine Fusion ist.

Eins schimmert in der Werbung und im Marketing für die Gartenschau „Tal X“ in Freudenstadt und Baiersbronn immer wieder durch: Es sollen beide Kommunen enger zusammenrücken.

 

So sagt Cornelia Möhrlen, „Tal X“-Geschäftsführerin beim Pressefrühstück: „Wir arbeiten mit Ehrenamtlichen sowie Baiersbronn und Freudenstadt an einer erfolgreichen Gartenschau. Zwei Kommunen, die hoffentlich auch nach der Gartenschau diese Einigkeit leben wollen.“

Grund genug, die Oberhäupter beider Städte zu fragen, ob die Kommunen bald zu „Freudenbronn“ fusionieren: zum einen Adrian Sonder (CDU), seit 2. Juli 2024 Oberbürgermeister von Freudenstadt, vorher in der CDU Landesgeschäftsstelle, zuletzt als Leitungsreferent, zum anderen Michael Ruf (auch CDU-Fraktionschef im Kreisrat), seit 2011 Bürgermeister von Baiersbronn.

Tourismus-Hotspot und Sternedichte

Die Kreishauptstadt mit rund 25 000 Einwohnern wurde ab 1900 zum Tourismus-Hotspot. Baiersbronn erst in den 1950er-Jahren. Inzwischen glänzt die Gemeinde mit rund 15 000 Einwohnern seit über 30 Jahren auch als Genusszentrum mit einer hochen Dichte an Michelin-Sternen, die es sonst nur in wenigen Metropolen wie Paris gibt.

Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen Sonder und Ruf?

Von OB-Neuling Sonder wollen wir wissen, ob es schon eine Situation gegeben hat, in der er sich vom erfahrenen Kommunalpolitiker Ruf über den Tisch gezogen gefühlt hat. Sonder lacht: „Nein.“

Und sein Kollege Ruf erklärt: „Ich habe von Anfang an mit Adrian Sonder sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet. Wir sind Nachbarn und werden das noch auf Jahre sein. Natürlich ist es eine neue Situation, weil ich mit seinem Vorgänger Osswald die Planungsphase gemacht habe. Aber inzwischen ist Adrian im Thema drin. Und mir tut es gut, wenn er mit seinem prüfenden Blick noch einmal neue Akzente setzt.“

Wie eng können die Kommunen durch das „Tal X“ zusammenrücken?

Sonder sagt dazu: „Schon in der Vorbereitung hat das angefangen. Durch die Gartenschau haben wir die Chancen, dieses Gemeinschaftsprojekt erfolgreich durchzuführen. Dabei leben wir auch die Zusammenführung der Kommunen und diese Gemeinsamkeit – auch innerhalb der Verwaltung.“

Ruf stellt fest: „Es ist alles im Zeitplan.“ Das bestätigt auch Sonder: „Im Moment laufen die Baustellen nach Plan. Ich hoffe, die Gartenschau führt dazu, dass die gute Zusammenarbeit so bleibt und die interkommunale Zusammenarbeit weiter gestärkt wird. Es ist eine neue Kultur entstanden.“

Verschmelzen beide Kommunen?

Sonder: „Der Geist der Zusammenarbeit hat dazu geführt, dass wir jetzt im Bereich der kommunalen Wälder von Freudenstadt und Baiersbronn enger zusammenarbeiten. Das ist historisch.“

Und sein Kollege Ruf betont, das sei der erste Aufschlag. Projekte wie die Energiewirtschaft seien als nächstes auf der Agenda. Denn: „Angesichts der Haushaltslage ist es das Gebot der Stunde, Synergien auch in der kommunalen Zusammenarbeit zu heben.“

Heißt es bald „Freudenbronn“?

Ruf:„Definitiv nicht. Es gibt viele Doppelstrukturen in beiden Kommunen. Die Aufgabe muss sein, diese abzubauen, ohne die Autonomie von Baiersbronn oder Freudenstadt aufzugeben.“

Das sieht auch Sonder so: „Wir sind uns da in dem Thema einig. Uns ist wichtig: Gerade, wenn die Zeiten schlecht sind, müssen wir durch eine gute interkommunale Zusammenarbeit das Vertrauen der Bürger in die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung erhalten.“