In Schramberg wurde der Vorgang um die verlorene E-Mail beim Windpark Feurenmoos offen diskutiert – inklusive politischer Kritik.
Was zwischen dem 28. November 2025 und dem 13. Januar 2026 geschehen ist – oder besser: nicht geschehen ist –, war am Donnerstag Thema in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik. Zwischen der Beteiligung der Stadt als Nachbarkommune durch das Landratsamt im Verfahren zum Windpark Feurenmoos und der Kenntnisnahme der Anhörung ging innerhalb des Rathauses eine entscheidende E-Mail verloren. Die Folge: Die Frist zur Stellungnahme verstrich (wir berichteten).
„Ernste und prekäre Situation“
Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr erläuterte den Gemeinderäten den Vorgang nochmals detailliert und versicherte, den Mitarbeitenden sei „glasklar“, in welche „ernste und prekäre Situation dieser Fehler die Stadt gebracht hat“. „Es tut allen sehr leid“, betonte sie.
Mathias Rehfuß, in dessen Fachbereich Recht und Sicherheit der Fehler passiert ist, erklärte sichtlich betroffen, er habe mehrere Gespräche mit seinen Kollegen geführt, die Abläufe nochmals aufgearbeitet und die Organisationsstruktur verdeutlicht. „Ich gehe zu 100 Prozent von einem Versehen aus“, sagte Rehfuß.
„Windschwacher Standort“
Thomas Brantner (CDU) stellte den Antrag, den Fehler intern zu analysieren und Maßnahmen darzustellen, „damit es so etwas künftig nicht mehr gibt“. Michael Melvin (CDU) erklärte, das Bürgerbegehren gegen den Windpark Feurenmoos sei „von Anfang an nicht ernst genommen“ worden. Zum Hintergrund: Bereits im März 2024 haben die Stadtwerke Tübingen erste Planungen im Gemeinderat vorgestellt. Die geplanten Windräder sollen eine Gesamthöhe von mehr als 260 Metern erreichen. Erst durch die fehlende E-Mail habe das Thema bei der Verwaltung an Fahrt aufgenommen. Melvin wies zudem darauf hin, dass der Standort Feurenmoos von den Stadtwerken Tübingen selbst als „windschwach“ eingestuft werde. Die Anlage müsse daher voraussichtlich „dauerhaft subventioniert“ werden.
„Windkraft ist notwendig“, entgegnete Mirko Witkowski (SPD/Buntspecht). Aus den Zuschauerreihen erntete er dafür ungläubiges Lachen. Witkowski quittierte dies mit: „Ich weiß nicht, was es da zu lachen gibt.“ Er verwies darauf, dass auch fossile Energien in der Vergangenheit mit Steuergeldern unterstützt worden seien.
Stadtrat Emil Rode (Freie Liste/Neue Liste) erklärte, Schramberg sei „von Anfang an außen vor“ gewesen, und bezeichnete die verlorene E-Mail als „beschämend“.
Brandgefahr wird als „sehr gering“ eingestuft
Oskar Rapp (Freie Liste/Neue Liste) schätzte die Brandgefahr als „sehr gering“ ein. Brandschutz sei wichtig, müsse aber „mit Sinn und Verstand“ betrachtet werden. Diese Einschätzung teilte auch Mathias Rehfuß nach Rücksprache mit Stadtbrandmeister Patrick Wöhrle. Die Gefahr eines Gondelbrands bei gleichzeitiger Trockenheit sei „nahezu verschwindend gering“. Sollte es dennoch zu einem Brand kommen, würde die Feuerwehr die Umgebung sichern, die Personenrettung priorisieren und das Windrad abbrennen lassen.
In der Stellungnahme zum Windpark Feurenmoos schließt sich Schramberg nun den Ausführungen der Gemeinde Eschbronn an. Die Abstimmung fiel einstimmig aus. Zusätzlich wird aufgenommen, dass in der Gondel eine selbstlöschende Anlage verbaut werden sollte. Außerdem werden die Fragen der Bürgerinitiative Feurenmoos an Eschbronn weitergeleitet, die diese gemeinsam mit ihrer eigenen Stellungnahme an das Landratsamt Rottweil einreicht. Oberbürgermeisterin Eisenlohr kündigte an, sich persönlich darum zu kümmern, dass die Ergänzungen umgehend übermittelt werden. Die Abgabefrist für Eschbronn und Hardt endete am 6. Februar.