Kosten sparen – Einnahmen generieren, das war auch die Devise in der letzten Sitzung des Zeller Gemeinderats mit Bürgermeister Peter Palme.
Eigentlich sollten nur unerhebliche Textzeilen in der Satzung zur Erhebung der Kurtaxe geändert werden – Thema war die Abschaffung der Meldepflicht für deutsche Gäste –, doch dann kam alles anders.
Kurtaxe wird für Gäste bald teurer
In der Diskussion kam in der Ratsrunde der Vorschlag auf, die Kurtaxe für die Gäste zu erhöhen. Die Kurtaxe sei eher ein Thema der Ortschaften, laufe aber gesamthaft, erläuterte Hauptamtsleiter Peter Lepkojis. Ein Teil davon komme aber wiederum den Ortschaften für Verschönerungsmaßnahmen zugute. Die restlichen Einnahmen der Kurtaxe würden für die Finanzierung der Konus-Karte verwendet, von der wiederum die Gäste profitieren. Die Räte beschlossen einstimmig, die Kurtaxe für Erwachsene von 1,50 Euro auf zwei Euro zu erhöhen. Der Anteil, der davon an die Ortschaften zurückfließt steigt somit von 33 auf 50 Cent.
Drei-Millionen-Projekt im Visier
Über ein großes und kostspieliges Projekt diskutierten die Räte dann etwas länger: die Maßnahme „Hochbehälter Adelsberg und Gresgen mit Verbindungsleitung“. Ein Strukturgutachten des Betriebszweigs Wasserversorgung aus den Jahren 2022 bis 2023 habe ergeben, dass es in Gresgen und Adelsberg zu Defiziten in der Wasserversorgung kommt. Die Lösung laut Ingenieurbüro: Der Bau einer Druck- und Fallleitung vom Hochbehälter Liebeck zum neu gebauten Hochbehälter Adelsberg. Somit könne künftig auch Wasser hochgepumpt werden, sollte das Wasser knapp werden. Ebenfalls soll ein neuer Hochbehälter in Gresgen gebaut werden, stellte Kathrin Herzog vom Fachbereich Eigenbetriebe das Projekt vor. Die geschätzten Kosten betragen rund drei Millionen Euro.
Der Haken: Die Verwaltung steht unter Zeitdruck. Denn sie könne zwar eine Förderung für die Maßnahme beantragen, dazu müsse sie aber bis zum 30. September 2026 den Antrag stellen, davor werde für die Planung noch eine Kostenschätzung benötigt. Das Planungsbüro müsse also so schnell wie möglich beauftragt werden, machte Herzog den Räten klar.
Doch diese ließen sich nicht so leicht unter Druck setzen. Peter Eichin (SPD) fragte, warum die Maßnahme nun nötig sei, wo man doch erst 1994 die Wasserversorgung im ganzen Zeller Bergland ertüchtigt und auch die Leitung nach Adelsberg gebaut habe.
Das Wasser im Zeller Bergland wird knapp
Bürgermeister Peter Palme machte daraufhin klar, dass die Quellschüttungen deutlich schwächer geworden seien und man davon ausgehen müsse, dass es die trockenen Phasen weiterhin geben wird. „Die Maßnahme ist dringend notwendig“, betonte er. Zusätzlich zur bestehenden Versorgung müsse man Überschusswasser im Notfall vom Tiefbrunnen hochpumpen können. „Da kommen wir irgendwann nicht mehr drum herum“, sagte Palme. Noch hinzu komme, dass immer mehr Wasser gebraucht wird.
CDU-Fraktionssprecher Matthias Kiefer wünschte eine genaue Beratung im Technischen Ausschuss. Er machte ebenfalls auf die trockenen Phasen aufmerksam: „Letztes Jahr musste Wasser hoch gefahren werden – wir müssen reagieren, bevor es zu spät ist.“ Auch Claudia Dolzer (SPD) regte an, sich die Maßnahme genau anzuschauen und auch zu prüfen, ob es Alternativlösungen gebe, etwa neue Quellen zu ertüchtigen. Palme machte klar, dass die Alternativen schon geprüft wurden.
Schlussendlich einigten sich die Räte einstimmig darauf, das Thema zu vertagen und zwar in eine Sitzung des Technischen Ausschusses im Januar. Dieser soll sich dann nochmals mit Experten wie Ralf Maier, dem Wassermeister der Stadt, sowie einem Vertreter des Planungsbüros austauschen und einen Beschluss fällen.
Wasser dürfte teurer werden
Zudem beschloss der Gemeinderat einstimmig die Kreditaufnahme in Höhe von 928 400 Euro für die Eigenbetriebe Stadtwerke und Abwasserbeseitigung. Zuvor wurden die Gebührenkalkulationen für die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung für 2006 vorgestellt und von den Räten zur Kenntnis genommen. Dabei wurde deutlich, dass die Gebühren aktuell zwar noch gehalten werden können, es aber in zwei bis drei Jahren für die Bürger deutlich teurer werden könnte. So werde man 2028 bei einer Schmutzwassergebühr von 3,37 Euro landen, rechnete Herzog vor.