Bürgermeister Martin Buchwald (Fünfter von rechts) hat gemeinsam mit Ratsmitgliedern und Vertretern von am Bau beteiligten Firmen den symbolischen Spatenstich für das Neubaugebiet Steigäcker vorgenommen. Foto: Ralf Recklies

„Steigäcker“ soll bis Ende des Jahres komplett erschlossen sein. Die LBBW-Kommunalentwicklung setzt das 4,4-Millionen-Projekt für die Kommune um.

Spätestens in der zweiten Jahreshälfte, so hofft Neuweilers Bürgermeister Martin Buchwald, kann mit der Vermarktung der Baugrundstücke im Neubaugebiet Steigäcker begonnen werden. Die Nachfrage, so verriet der Bürgermeister, sei derzeit größer als das Angebot, sodass man mit einer schnellen Bebauung rechne.

 

Nachdem die Arbeiten, mit denen die Haiterbacher Baufirma Rath beauftragt ist, bereits vor einigen Wochen begonnen hatten, gab es am Freitag den offiziellen Spatenstich. „Heute ist ein Tag, auf den viele von uns lange gewartet haben“, so Buchwald, der seine Kommune mit der Umsetzung des Baugebiets Steigäcker auf Zukunftskurs sieht.

Jungen Menschen eine Perspektive geben

„Bauen im ländlichen Raum bedeutet mehr als das Errichten von Häusern. Bauen bedeutet, Heimat zu schaffen, jungen Menschen eine Perspektive zu geben und unseren Ort lebendig zu halten“, so der Bürgermeister. Schließlich werde mit dem Neubaugebiet auch Daseinsvorsorge betrieben, da die vorhandene Infrastruktur wie Kindergärten, die Schule oder Sporteinrichtungen genutzt „und auch mit Leben erfüllt werden“.

Dass es kein leichtes Unterfangen war, das Neubaugebiet umzusetzen, das bis Ende des Jahres erschlossen sein soll, daraus machte Buchwald keinen Hehl. Es habe zahlloser Gespräche bedurft, bei der Ideen entwickelt und Gutachten bewertet werden mussten, und es habe auch so manche Geduldsproben gegeben.

„Gemeinderat, Verwaltung, Planerinnen und Planer, Grundstückseigentümer und Bürgerschaft habe hierzu allen ihren Beitrag geleistet“, betonte der Schultes, der mit dem Spatenstich ein neues Kapitel aufgeschlagen sieht, da durch die Bauarbeiten, die auch die Anrainer für eine gewisse Zeit bisweilen beeinträchtigen werden, „Schritt für Schritt aus einer Wiese die Grundlage für ein gemütliches Zuhause“ vieler Menschen geschaffen werde. Und Neuweiler tue mit dem Neubaugebiet das, was helfe, dass „die Gemeinde ein Wohlfühlort bleibt, an dem man nicht einfach nur wohnt, sondern auch lebt“.

Das Areal ist rund 2,7 Hektar groß

Auch René Brzezinski von „LBBW Immobilien Kommunalentwicklung“ (KE) ist froh, dass – nachdem die Gemeinde mit dem Unternehmen bereits 2019 einen städtebaulichen Vertrag zur Entwicklung und Erschließung des Baugebiets Steigäcker geschlossen habe – nun die Arbeiten begonnen haben. Die KE habe den Grunderwerb vorgenommen und habe die „Vorbereitung, Ausschreibung, Herstellung und Finanzierung“ sowie die Koordinierung der beteiligten Planer und Baufirmen übernommen. Dadurch müsse die Kommune keine eigenen Haushaltsmittel binden, stattdessen verwalte die KE bislang ein Finanzierungsvolumen von rund 4,4 Millionen Euro.

Die Haiterbacher Firma Rath hat bereits auf großen Teilen des Areals mit den Erschließungsarbeiten begonnen, die bis Ende des Jahres abgeschlossen sein sollen. Foto: Ralf Recklies

Insgesamt 30 Wohnbauplätze mit Flächen für Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser würden auf dem rund 2,7 Hektar großen Areal realisiert.

Fabian Gauss, Geschäftsführer des Ingenieurbüros Gauss aus Rottenburg, dass die Planungen übernommen hat, erläuterte bei dem Vor-Ort-Termin mit Bürgern, Gemeinderatsmitgliedern sowie Mitarbeitern der beteiligten Firmen, dass nicht nur neue Infrastruktur geschaffen, sondern auch bestehende in Teilen ertüchtigt werde.

DSL und Glasfaser werden verlegt

So sei der Zwerenberger Weg auf einer Länge von rund 150 Metern verbreitert worden, die Wasserleitungen wurden erneuert und der Gehweg verbreitert. Neben den Bauplätze würden durch die Erschließungsarbeiten auch ein Regenrückhalte- sowie ein Löschwasserbecken gebaut, es würden rund 4500 Quadratmeter Verkehrsfläche geschaffen, davon etwa 600 Quadratmeter an Gehwegen, die in Betonpflaster ausgeführt würden.

Das Gebiet werde mit DSL- und Glasfaserleitungen versorgt, bei der inneren Erschließung würden zudem mehr als 450 Meter Wasserleitungen verlegt, ebenso Kanäle. Viele der benötigten Baumaterialien lagern bereits auf dem Areal, sodass das Projekt zügig umgesetzt werden kann.

Benjamin Rath als Geschäftsführer der beauftragten Baufirma machte keinen Hehl daraus, „dass wenn wir kommen, es immer erst einmal mit Schmutz verbunden ist“. Aber er versprach auch, dass es nicht so bleibt. „Wenn wir kommen, wird’s immer erst schlimmer, danach ist es dann besser – das war bisher immer so“, so Rath.