Ein Bild vom Mai 2012: Elisabeth Grupp umrahmt von Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Wolfgang Grupp. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg

Elisabeth Grupp ist für die Textilgeschäfte bei Trigema zuständig. Seit 34 Jahren ist die 56-Jährige mit Trigema-Chef Wolfgang Grupp verheiratet. Wie die beiden sich kennenlernten.

Vor 34 Jahren heiratete Elisabeth Grupp den Unternehmer Wolfgang Grupp. In dessen Textilunternehmen leitet die 56-Jährige bis heute den Direktverkauf mit den Testgeschäften. In einem SWR-Interview hat die Geschäftsfrau aus der Steiermark jüngst mal wieder private Einblicke in Ihre Ehe mit dem Trigema-Chef gegeben.

„Es war nicht Liebe auf den ersten Blick", beichtet Elisabeth Grupp, die Wolfgang Grupp 1986 auf der Terrasse ihres Elternhauses „kurz kennenlernen" durfte. Grupp war damals zur Auerhahnjagd in der Steiermark, hinterließ aber Eindruck.

„Er war damals braun gebrannt, hatte ein helles Jackett an, trug eine rote Krawatte und ein grünes Einstecktuch – das war in unserer grau-grünen Steiermark schon etwas besonderes", erinnert sich die 56-Jährige. Wolfgang Grupp, der oft vermisste Werte in der Gesellschaft vertritt, sei so interessant gewesen, dass sich „ein zweiter Blick gelohnt" habe.

Ein zweiter Blick mit Folgen... Wolfgang Grupp selbst hatte damals eigentlich noch keinen Gedanken an die Ehe verschwendet, war auf diversen Party zugegen und genoss das Leben. „Mit Anfang 40 war für mich die Vorstellung, verheiratet zu sein, noch ein Albtraum! Ich war also nicht reif für die Ehe", sagte Grupp einst im Gespräch mit der Stuttgarter Zeitung. Kurz nach dem ersten Kennenlernen änderte der Unternehmer aus Burladingen aber seine Ansicht.

Wolfgang Grupp: „Egal wie alt ich bin, meine Frau muss Anfang 20 sein“

„Als ich bei jungen Damen nicht mehr wagte, mein wahres Alter zu nennen, wusste ich, dass es nun an der Zeit war, eine Partnerin fürs Leben zu finden. (...) Ich hielt nach einer Frau Ausschau, die meinen Vorstellungen entspricht: Sie sollte nicht nur gut aussehen, sondern auch intelligent sein und viel Familiensinn haben – sie sollte ja die Mutter meiner Kinder werden. Elisabeth erfüllte diese Kriterien perfekt!" In der Harald-Schmidt-Show (17.09.2009, ab Minute 5:50) erklärte er zudem: „Egal wie alt ich bin, meine Frau muss Anfang 20 sein.“

Elisabeth Grupp war 1986 20 Jahre jung – Baronesse von Holleuffer aus Graz. Und sie prüfte intensiv, ob die jeweiligen Vorstellungen vom Leben zusammen passen. Das Medizin-Studium in Graz gab sie damals auf, um auf die Schwäbische Alb zu ziehen. „Ich habe damals meinen österreichischen Schulatlas rausgeholt und nachgeschaut, wo Burladingen liegt", erinnert sich Elisabeth Grupp. Problem: „Der Ort war aber nicht verzeichnet..."

Nach und nach fanden beide zusammen. „Wolfgang ließ nicht locker, er stand ja gewissermaßen unter Zugzwang. Er schaffte es, mir ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Und ich spürte, dass er der Mann ist, mit dem ich tatsächlich bis zum Ende meiner Tage zusammenbleiben will", so Elisabeth Grupp. „Ich wusste, dass ich meinen Deckel gefunden habe!“, sagt sie beim SWR. Seitdem gehen Elisabeth und Wolfgang Grupp nun schon seit 35 Jahren Hand in Hand durchs Leben.

Elisabeth Grupp gesteht: „Ich würde ihn immer wieder heiraten, aber..."

Auch an ihre Hochzeit hat das Vorzeigeehepaar intensive Erinnerungen. „Bei unserer Hochzeit war Elisabeth eine junge Dame, die noch die Offenheit besaß, sich voll auf das Ehe-Abenteuer mit mir einzulassen", sagt Wolfgang Grupp. Die Grazerin, die in Burladingen ihr neues Zuhause gefunden hat, würde im Rückblick jedoch die Dimensionen der Hochzeit etwas reduzieren. „Ich würde ihn immer wieder heiraten, aber nicht mehr so groß", gesteht Elisabeth Grupp, die alle sechs Wochen ihre Eltern in Treglwang besucht.

Damals standen die Menschen links und rechts am Straßenrand und jubelten dem Brautpaar zu. „Ich war von der Zuneigung der Burladinger begeistert, auch sehr angetan, aber vielleicht auch etwas überfordert", erinnert sich die heute 56-Jährige. Und auch wenn die damals 22-Jährige vom Großauflauf auf der Hochzeit etwas überfordert war, betont sie: „Ich wusste immer, wen ich heirate!“ 

Wolfgang Grupp war beim Heiratsantrag kein Romantiker

In jedem Fall keinen Romantiker. Denn der Heiratsantrag des heute 80-Jährigen erfolgte im Auto. Aber so kannte Elisabeth damals ihren Wolfgang bereits. Im SWR-Gespräch fragt sie rhetorisch: „Können Sie sich meinen Mann auf Knien robbend vorstellen? Das können Sie auch nicht!“

Dafür habe Wolfgang Grupp andere Stärken. Ihr Mann sei zwar eine Herausforderung, gibt Elisabeth Grupp zu, doch sie schätze trotz seiner rauen Schale seine Authentizität: „Mit meinem Mann wird es nie langweilig. (...) Er ist spannend und weiß uns auf Trapp zu halten. (...) Er ist sehr verantwortungsvoll. Er lebt das, was er öffentlich sagt – auch in diesen herausfordernden Zeiten.“