Michael Preis vom Hotel Grüner Baum sieht die Lücken, die die Reitturnier-Absage reißt, als kaum zu stopfen an (Archivfoto). Foto: Anita Reichart

Nach der Absage des Donaueschinger Reitturniers schwappt eine Stornierungswelle auf Beherbergungsbetriebe zu. Diese Löcher sind überaus schwer zu stopfen.

Ein Werbebanner grüßt noch am Donaueschinger Stadteingang von Pfohren kommend. Ansonsten sind am Donnerstagmorgen die meisten Hinweise auf das Reitturnier CHI verschwunden, auch die Fahnen am Reitstadion im Schlosspark. So wird die überraschende Absage der Traditionsveranstaltung knapp drei Wochen vor dem Start sichtbar.

 

Das Teilnehmerfeld habe den Qualitätsansprüchen nicht genügt. Bis zuletzt hatte der Veranstalter versucht, Starter zu gewinnen.

Viele Fans hatten Karten gekauft und ihr Wochenende auf der Baar geplant. Die kurzfristige Absage des Reitturniers hat allerdings nicht nur für die Karteninhaber Auswirkungen. Auch das Gastgewerbe in und um Donaueschingen herum ist hart getroffen.

Kurzfristigkeit ist der Knackpunkt

Vor allem Hotels stehen nun vor einer Stornierungswelle, sagt Michael Preis, Betreiber des Hotels Grüner Baum in Allmendshofen und Kreisvorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga). „Für uns Gastgeber ist das natürlich ein Verlust, gerade so kurzfristig."

Er habe Verständnis, wenn eine Veranstaltung abgesagt werden muss. Die Kurzfristigkeit aber treffe das Gastgewerbe in Donaueschingen hart. Er habe erst am Mittwochmorgen, kurz vor der offiziellen Bekanntgabe, vom Veranstalter erfahren, dass das Reitturnier nicht stattfinden wird. Prompt kamen die ersten Stornierungen. Das aufzufangen, sei vor allem für Hotels kaum möglich. Für sie ist das CHI laut Preis eines der Top-Events, zu dem Menschen aus aller Welt kommen und lange im Voraus ihren Besuch planen. „Für uns ist das Geschäft jetzt weg.“

Das Jetzt-Geschäft zählt

Das Wochenende von 18. bis 21. September hatte sich der Grüne Baum freigehalten. „Wir hatten auch Anfragen für Familienfeiern und Hochzeiten. Die haben wir dann an andere Örtlichkeiten verwiesen.“ So sei es vielen Hotels ergangen, sagt der Dehoga-Kreisvorsitzende. Ersatz zu finden, sei nicht nur für Hotels, sondern für das gesamte Gastgewerbe schwer. „Wir sind eine Branche, die vom Jetzt-Geschäft lebt“, so Preis. „Wenn so etwas ausfällt, können wir das nicht nachholen.“