Carl Christian Hirsch (Dritter von rechts) beerbt Thomas Blenke (zweiter von links) als Vorsitzenden der CDU. Er ist zudem Kandidat für die Landtagswahl, Angelika Holzäpfel (mit Blumen) ist die Ersatzbewerberin. Zu den Gratulanten zählten Klaus Mack (links), Manuel Hagel und Katrin Schindele (MdL Kreis Freudenstadt). Foto: Angela Baum

Nachdem sich Thomas Blenke nicht mehr als Landtagskandidat aufstellen lässt, musste beim CDU-Kreisparteitag in Haiterbach ein Nachfolger gefunden werden. Gewählt wurde Carl Christian Hirsch, der auch neuer CDU-Kreisvorsitzender ist. Ersatzbewerberin für die Landtagswahl ist Angelika Holzäpfel.

Thomas Blenke hielt als scheidender Landtagsabgeordneter eine flammende Rede – „wir leben in bewegten Zeiten, die einen klaren Kompass und die Entschlossenheit verlangen“, meinte er zu Beginn seiner Rede.

 

Er ließ kein gutes Haar am ehemaligen „Ampeldreamteam“, es sei „einmalig in der bundesdeutschen Politikgeschichte, dass drei Parteien es schaffen, innerhalb von nur drei Jahren komplett zu versagen.“ Statt Fortschritt habe es Stillstand gegeben, statt Lösungen Streitereien – mitten in multiplen Krisen. „Um uns herum bebt die Welt, und Deutschland hat nur eine geschäftsführende Bundesregierung – ohne Mehrheit und ohne Haushalt.“

Die FDP, so glaubt er, fliege nach elf Jahren erneut aus dem Bundestag. Die Ex-Ampler hätten eine „tiefe Vertrauenskrise“ in der gesamten Politik verursacht, was auch die Union nicht freuen könne. Denn: „Die Menschen erwarten, dass die Politik Probleme löst, sich um das Land kümmert und nicht um sich selbst.“ Da müssten alle Demokraten liefern. „Sonst wenden sich die Menschen ab und suchen ihr Glück in Extremen, die markige Sprüche haben, aber keine Lösungen.“

„Der Nordschwarzwald setzt auf Dich“

Die CDU sei bereit, mit Friedrich Merz an der Spitze, das Land wieder aufs Gleis zu setzen. Man müsse jetzt verspieltes Vertrauen wieder zurückholen. Hier nannte er auch den Bundestagskandidaten der CDU im Nordschwarzwald, Klaus Mack, der „ein Mann der Tat“ sei. „Der Nordschwarzwald setzt auf Dich“, meinte er zu Mack.

Doch nach der Bundestagswahl gebe es „kein Verschnaufen, denn die Landtagswahl steht in einem Jahr an.“ Auch der Frontmann der Landes-CDU Manuel Hagel war nach Haiterbach zum CDU-Kreisparteitag gekommen. Hagel sei „bodenständig, mit einem klaren Wertekompass, konservativ und modern zugleich.“ 2021 wurde Hagel zum CDU-Landesvorsitzenden gewählt.

Thomas Blenke warb für Erneuerung aus Überzeugung – auch im Kreis Calw. Die CDU im Kreis Calw stehe vor einem Neuanfang, und Carl Christian Hirsch sei als neuer Landtagskandidat genau der Richtige. Hirsch brenne für die CDU und auch für seine Heimat, den Nordschwarzwald. Nun hofft Blenke mit der Kreis-CDU, dass Carl Christian Hirsch das Direktmandat holen werde. Die CDU sei wieder voll da – genau der richtige Zeitpunkt, „um auch bei uns die Erneuerung einzuläuten.“ Der Zeitpunkt sei da, wo er den Kreisvorsitz abgeben werde – es habe keine Grabenkämpfe gegeben, dennoch gehe der Kapitän jetzt von der Brücke. Für den scheidenden Kreisvorsitzenden Thomas Blenke gab es stehende Ovationen.

„Das Tal der Tränen haben wir hinter uns“

Nach seiner Wahl zum neuen CDU-Kreisvorsitzenden dankte der Nagolder Carl Christian Hirsch Thomas Blenke, der immer wieder neue Akzente gesetzt habe. Bis zum Freitag habe Blenke als Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter in Personalunion viel geleistet. Hirsch lotete auch aus, wo die CDU derzeit stehe – „das Tal der Tränen haben wir hinter uns, wir sind in der CDU bereit, Verantwortung zu übernehmen.“ Man habe klare Position bezogen, „Einigkeit ist unsere Stärke.“ Das christliche Menschenbild sei Grundlage des Handelns der CDU.

Manuel Hagel gratulierte Hirsch zum klaren Ergebnis seiner Wahl, „Glückwunsch für zwei wichtige Aufgaben.“ Er sei sehr gerne in den Nordschwarzwald und zum „Traumschiff CDU Calw“ gekommen. Hagel meinte angesichts des Anschlags von München, dass „Extremisten unser Land nicht kaputt machen dürfen.“ Man müsse einen wachen Blick auf die Bundesrepublik werfen – man sehe ein aufgewühltes Land – nach Anschlägen in München, Magdeburg und in anderen Städten. „München ist ein Stich ins Herz unseres Landes.“