„Um politisch etwas bewegen zu können, muss man viel Ausdauer mitbringen“, sagt Robin Mesarosch. Die beweist der 33-jährige SPD-Bundestagsabgeordnete nicht nur im Wahlkampf, sondern auch in seinem Einsatz für die Demokratie selbst – und die Zukunft.
„SIG-BL“ – schon sein Autokennzeichen zeigt, wo sich Robin Mesarosch zu Hause fühlt. Die Verantwortung, die er auch künftig für „meine Leute zwischen Haigerloch und Ostrach“ übernehmen will, beschreibt der 33-Jährige Laizer, der sich schon als Schülersprecher eingemischt und nie ein Blatt vor den Mund genommen hat, auf seiner Internetseite an praktischen Beispielen. Werden Extremisten und Populisten vorlaut, ist Mesarosch am Megafon und hält dagegen.
Doch im KulTurm hört er erst mal zu und tut das, was er seit seiner ersten Wahl in den Deutschen Bundestag 2021 in 160 Schulklassen getan hat: Politik erklären, für gemeinsame Lösungen werben – und seine Hilfe anbieten: Sind es in den 20 Sitzungswochen in Berlin Digitales, Klimaschutz und Energiepolitik, die bei seiner Ausschuss-Arbeit im Mittelpunkt stehen, verhandelt er im Wahlkreis Zollernalb/Sigmaringen keine Gesetze, sondern arbeitet praktisch mit seinem Team, anstatt „auf Festen rumzuturnen und zu winken“, sagt sogar: „Ich wünschte mir, dass sich mehr Leute an mich wendeten“. Denn oft könne er konkret helfen, und sammele dabei Erfahrung, was die Menschen brauchten: „Wenn diese Ideen im nächsten Koalitionsvertrag landen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sich etwas ändert“, sagt Mesarosch. „Mein Anspruch ist, mich um jeden zu kümmern. Es klappt nicht immer perfekt, aber es ist erstaunlich, wie oft es klappt.“
Frust wie jenen seiner jungen Gesprächspartner habe er einst selbst „in Motivation umgewandelt“, arbeitet als „Dorfkind“ für besseren ÖPNV – „durch das Deutschland-Ticket fahren Leute Zug, die das sonst nie getan hätten, das erhöht den Druck für den Ausbau“ – und für die Krankenhausreform, ist im Kreis Sigmaringen Gründungsmitglied des Krankenhausbündnisses und setzt sich – seit anderthalb Jahren Vater eines Sohnes – für erneuerbare Energien ein, von denen auch Privatpersonen finanziell profitieren. „Die hohen Strompreise haben auch viel mit schlechten Netzen zu tun, und 2024 haben wir acht Mal so viele Stromnetze genehmigt wie zu Anfang der Ampel-Regierung“, erklärt er den jungen Leuten zwischen 19 und 27 am „offenen Abend“.
Dass die „Chance, dass in Infrastruktur investiert wird, mit der SPD am höchsten ist, ohne dass wir das Geld jenen wegnehmen, die eh wenig haben“, betont er ausdrücklich – und steht zur Reform der Schuldenbremse, um Schienen zu sanieren, die Bahn zu digitalisieren und die Wirtschaft zu stärken – etwa durch Investitionen in die CO2-neutrale Stahlproduktion: „Wenn bei uns die Wirtschaft abschmiert, ist das schlecht für den Haushalt.“ Die CDU wolle ihre Investitionspläne durch Wachstum finanzieren, „aber so viel Wachstum kann man gar nicht generieren, wenn der Staat nicht investiert.“
Zwei Stunden zuvor hat Robin Mesarosch mit einer Ärztin über die Endbudgetierung von Hausärzten diskutiert und erklärt, warum die Einführung der elektronischen Patientenakte so lange gedauert hat: „Damit die Daten sicher sind.“ An mehrere tausend Türen klopfen er und seine Helfer, weil sie wissen, „dass Haustürwahlkampf der wirksamste ist“, weil Mesarosch im direkten Gespräch seine Stärken einsetzen kann: Fach- und Detailwissen, Zuhören und Argumentieren.
An diesem eiskalten Tag am steilen Tailfinger Lammerberg ist es kein Zuckerschlecken. Aber dicke Bretter zu bohren – das scheint Robin Mesarosch schon immer anzuspornen.