Ob kommunale Waldflächen für Windkraftanlagen verpachtet werden sollen oder nicht, führt zu heftigen Diskussionen (Symbolfoto). Foto: Richard Nantais - stock.adobe.co

Dass mit Blick auf die finanzielle Situation von Sulz von Stadträten auf die Notwendigkeit von zusätzlichen Einnahmen aufmerksam gemacht wird, empfindet unser Leser Herbert Schmid als eine „unverhohlene Drohung“. Stattdessen solle man sich die Herangehensweise in Vöhringen zum Vorbild nehmen.

Warum ist da noch keine Umwelt- oder Naturschutzorganisation draufgekommen, sondern nur die Fraktionsvorsitzenden im Sulzer Gemeinderat? Den Wald zu roden, Zufahrtswege für Belastungen wie Autobahnen zu bauen, riesige Fundamente für die Türme und die Windräder selber als Waldschutz zu bezeichnen, ist schon sehr gewagt.

 

Vom Beginn der Windraddiskussion bis jetzt beschäftigt mich eine Frage.

Kürzungen bei Leistungen

Die Gemeinde Vöhringen hatte vor circa 20 Jahren gewaltige finanzielle Probleme und einen großen Schuldenberg. Sulz lobte sich dagegen für ihre soliden Finanzen. Heute wird in Sulz ein Horrorszenario gezeichnet, wenn die Millionen für die Windräder nicht im Sulzer Stadtsäckel landen.

Da wird dann auch vom Fraktionsvorsitzenden der CDU unverhohlen damit gedroht, dass im Falle einer Ablehnung „mit der Schließung von Rathäusern, Freibäder, Kürzung sehr vieler freiwilliger Leistungen der Stadt“ droht.

Eine sachliche Herangehensweise

In Vöhringen dagegen, die das Geld sicher auch gebrauchen könnten, eine völlig ruhige und sachliche Herangehensweise. Die Halle wurde problemlos für eine Infoveranstaltung kostenlos zur Verfügung gestellt.

Kein einziges Pressestatement des Gemeinderats oder Bürgermeisters. Abstimmung durchgeführt mit 66 Prozent Ablehnung. Ende der Diskussion.

Interessiert der Bürgerentscheid?

Ich bekomme bei allen Veröffentlichungen von Verwaltung und Gemeinderat einen Verdacht nicht los.

Bis zur Wahlurne gesteht man dem Bürger die Entscheidungsgewalt zu, danach haben das alleinige Sagen und Bestimmen die Gewählten, die Meinung und Rechte der Bürger (Bürgerentscheid) interessieren dann nicht mehr und werden als störende Einmischung betrachtet.

Ein „verspäteter Dank“

Am Ende seiner Rede vom 30. September des CDU-Fraktionsvorsitzenden noch folgendes: „Denken Sie auch an die Neuberechnung der Grundsteuer, die möglicherweise viel teurer für sie wird.“

Ohne meine Zustimmung zum Verkauf der gesamten Wiesenfläche gäbe es kein Baugebiet Härtenwiesen.

Der Dank kam nun etwas verspätet in Form eines Grundsteuerbescheides:

33 Gruppierungen bei Wahl

Statt bisher 28,64 Euro jetzt 511,06 Euro für einen noch unbebauten Platz, somit für mich „unvergesslich“

Vielleicht sollte sich das Trio auch einmal folgendes überlegen:

Am gleichen Tag ist Bundestagswahl. Die Fraktionsvorsitzenden repräsentieren vier Parteien ( CDU, SPD, Grüne und Freie Wähler). Warum sollte ein Wähler, der am 23. Februar auf dem Wahlzettel Bürgerentscheid „JA“ gegen die Windräder aus Überzeugung ankreuzt, mit seiner Stimme bei obigen ein Kreuz machen? Zugelassen zur Wahl sind 33 Parteien und Organisationen.

Die AfD kann dem gelassen entgegensehen. Ihre Unterstützer wider Willen sitzen ja mit am Ratstisch.

Herbert Schmid, Sulz-Bergfelden

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