Eigentlich war sich der Förderkreis Museum in der Alten Schule Efringen-Kirchen seiner Auflösung gewiss. Mit dem Widerspruch der Bürger hat er dabei wohl nicht gerechnet.
Die Würfel für den Förderverein des Museums in der Alten Schule sind noch nicht gefallen, das letzte Kapitel der Vereinsgeschichte bleibt offen. Zwar schien die Lage bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Mittwochabend glasklar und doch kam alles anders.
Joachim Gröbke, der bis dato als zweiter Vorsitzender die Geschicke des Vereins leitete, hatte es deutlich formuliert: „Wir haben keinen Gesamtvorstand mehr und das Interesse am Fortbestehen des Verein ist seitens der Mitglieder bis auf Ausnahmen nicht erkennbar.“
Seit die heutige Ehrenvorsitzende Helga Meier im März 2025 nach 17 Jahren den Vorsitz abgegeben hatte, war der Verein auf der Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin – ergebnislos.
„Der Verein hat ein biologisches Ende, das ist Fakt“, erklärte Michael Schweitzer als jüngstes Mitglied und spielte damit auf die von Gröbke zuvor geäußerte Überalterung des Vereins an. „Wir kriegen keine neuen jungen Mitglieder“, meinte der 42-Jährige weiter. Als Berufstätiger, Familienvater und Hobbymusiker könne aber auch er kein Vorstandsamt übernehmen, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte.
Doch nicht nur anwesende Bürger und Gemeinderäte hatten den Verein bei der Versammlung gebeten, sich noch nicht aufzulösen. Der zweite Vorsitzende hatte darüber hinaus die E-Mail eines engagierten Bewohners erhalten, der den Fortbestand des Förderkreises für wichtig hielt.
Gröbke habe ihm geantwortet, dass der Vorstand übereingekommen sei, dass „eine Fortführung des Förderkreises unter den gegenwärtigen Umständen keinen Sinn mehr macht“.
In der Versammlung führte Armin Schweizer vom SPD-Ortsverein Efringen-Kirchen den laufenden Einwohnerantrag zur Fortführung des Museums in der Alten Schule als Argument an, den Verein zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht aufzulösen.
Damit soll der Gemeinderat dazu gezwungen werden, über das Thema erneut zu beraten und darüber zu entscheiden, wie auf der Webseite nachzulesen ist.
Schweizer: „Auflösung sorgt für Verwirrung“
Bei der Unterschriftensammlung sorge die Auflösung des Förderkreises Museum gerade jetzt für Verwirrung, wie Schweizer erklärte.
Und schließlich sollten für den möglichen Erfolg 250 Bewohner für den Erhalt des Museums unterschreiben, formuliert Schweizer das Ziel. Benötigt werden mindestens 197 Unterschriften. Alle Efringen-Kirchener, die mindestens 16 Jahre als sind und seit drei Jahren oder länger ihren Hauptwohnsitz in der Gemeinde haben, dürfen für den Erhalt des Museums unterzeichnen.
„Das Museum funktioniert aber auch ohne den Verein, der stets unterstützend tätig war. Das hat beides nichts miteinander zu tun“, argumentierte Gröbke für eine sofortige Auflösung des Vereins. Zudem: „Was will man mit einem Museum, wo keiner hingeht“, meinte er.
Walter Silbereisen warnte in der jetzigen Situation vor voreiligen Beschlüssen und warb dafür, die Auflösung zurückzustellen, bis die Zukunft des Museums und die Gebäudenutzung der Alten Schule geklärt seien. SPD-Gemeinderat Karl-Friedrich Hess befand, dass „das Ehrenamt ein sensibles Gut ist, gerade in unserer Gemeinde“. Junge Leute müssten spüren, „dass wir das auch wollen“.
Marion Caspers-Merk brach eine Lanze für das Museum und sagte: „Wir müssen Sonderausstellungen wieder möglich machen, dann kommen auch Besucher.“ Dass der Förderverein damit aber überfordert sei, weil dafür das Fachwissen fehle und es dazu Kuratoren brauche, erklärte Gröbke.
Sofortige Auflösung mehrheitlich abgelehnt
Kassiererin Birgit Meier erinnerte: „Wir müssen den Verein auflösen, weil wir niemanden mehr für die Vorstandsämter haben.“ Am Ende reichte es aber bei der Abstimmung dafür nicht, denn es hätte eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Stimmen dafür gebraucht. Bei 20 Stimmberechtigten waren aber nur acht für die Auflösung am Mittwochabend.
Interimsmäßig neue Vereinsführung gefunden
Deshalb folgte der Verein dem Wunsch der anwesenden Nicht-Mitglieder, in drei Monaten erneut in einer Versammlung über die Auflösung zu beschließen, um die Entwicklungen der Einwohneranfrage und ihrer möglichen Auswirkungen auf den Gemeinderatsbeschluss vom 26. Januar abzuwarten. In der Zwischenzeit soll der Verein ruhen und wird interimsmäßig von Marion Caspers-Merk geführt.
Sie hat sich dazu bereit erklärt und schon in der Mitgliederversammlung einige Ideen für Veranstaltungen oder Arbeitsgruppen und Initiativen angeregt. Auch, um einen möglicherweise wiederbelebten Museumsbetrieb in Sonntagsdiensten weiterhin unterstützen zu können – wenn auch nicht zwangsweise als Verein.
Einwohnerantrag
Für die Fortführung des Museum
sammelt der SPD-Ortsvereins Efringen-Kirchen Unterschriften und hat weitere Infos dazu auf der Webseite.