Abiturienten am SGG in Sulgen beschreiben ihren Weg zum Abitur (von links): Sinda Zaouani, Lisa Preitsameter, Saleh Rayan, Susen Stein, Frederik Förstner, Mia Herrmann, Emely Laufer und Sina Bühler. Foto: Berufliche Schulen

Warum ein besonderer Schulzweig an den Beruflichen Schulen mehr Aufmerksamkeit verdient – und was Abiturienten des Jahrgangs 2026 darüber sagen.

Das Sozial- und Gesundheitswissenschaftliche Gymnasium (SGG) an den Beruflichen Schulen Schramberg führt in drei Jahren zum allgemeinbildenden Abitur – und öffnet damit die Türen zu allen Universitäten und Hochschulen in Deutschland. Trotzdem ist das Angebot in der Region noch immer wenig bekannt, heißt es in einer Mitteilung.

 

Das SGG richtet sich an Schüler, die nach der mittleren Reife nicht nur das Abitur anstreben, sondern auch eine echte Leidenschaft für Naturwissenschaften, Gesundheit und gesellschaftliche Themen mitbringen. Im Mittelpunkt steht das Profilfach Gesundheit und Biologie, ergänzt durch Inhalte aus Psychologie, Pädagogik, Soziologie und Ethik. Die dreijährige schulische Bildung knüpft an der mittleren Reife an und vermittelt neben dem fachlichen Schwerpunkt eine breite Allgemeinbildung, die zum Studium aller Fachrichtungen berechtigt. Die schriftlichen Abiturprüfungen werden in vier Fächern abgelegt: dem Profilfach Gesundheit und Biologie, einer Sprache – zur Wahl stehen Deutsch, Englisch oder Spanisch –, einer Naturwissenschaft oder in Mathematik sowie einem weiteren Fach. Wer möchte, kann außerdem den Seminarkurs als viertes Prüfungsfach wählen. Der diesjährige Kurs stand unter dem Thema „Respekt und Toleranz“. Mehrere Schüler nutzten diese Möglichkeit und empfanden die Prüfungsphase dadurch als deutlich entspannter.

Profilfach fordert Prüflinge heraus

Kurz nach den schriftlichen Abiturprüfungen haben sich die Absolventen des Jahrgangs 2026 zu ihren Eindrücken geäußert. Die Stimmung war überwiegend positiv – auch wenn die Prüfungen niemanden kalt gelassen haben. Besonders das Profilfach Gesundheit forderte die Prüflinge: Es werden nicht nur Fakten abgefragt, sondern vor allem die Fähigkeit, Zusammenhänge zu beurteilen und zu bewerten. Frederik Förstner beschreibt es so: Es sei weniger Auswendiglernen gefragt gewesen als vielmehr das eigene Urteilen – eine Anforderung, die zwar anspruchsvoll sei, aber auch gut auf ein Hochschulstudium vorbereite.

Sinda Zaouani bestätigte diese Einschätzung. Die Mathematikprüfung empfanden einige, darunter Mia Herrmann und Sinda Zaouani, als besonders herausfordernd; Tim Hänsler hingegen fand sie gut zu bewältigen. Was die Vorbereitung angeht, zieht Susen Stein ein positives Fazit: „Die Vorbereitung in der Schule war sehr gut. Wir waren früh fertig mit den Inhalten und konnten im Unterricht noch wiederholen und üben. Ich bin entspannt in die Prüfungen gegangen.“ Emely Laufer ergänzt, dass nach den schriftlichen Prüfungen nun noch die mündliche Prüfung bevorstehe, für die aber noch ausreichend Zeit zum Lernen bleibe.

Klassenfahrt nach Athen

Neben dem fachlichen Lernen bleibt den Absolventen vor allem die Klassengemeinschaft und gemeinsame Erlebnisse in Erinnerung. Als absolutes Highlight bezeichnet Lisa Preitsameter die Klassenfahrt nach Athen. Auch im Unterricht selbst gab es prägende Erlebnisse: Die Herzsezierung im Biologieunterricht ist vielen noch lebhaft in Erinnerung – ein Moment, der exemplarisch für den praxisnahen Charakter des Unterrichts am SGG steht. Amina Llapjani, die das SGG wegen ihres Interesses an Naturwissenschaften gewählt hatte, bringt es auf den Punkt: „Es war die richtige Wahl. Es hat sich gelohnt, auch wenn es sehr anstrengend war.“

Vom Rettungsdienst bis zur Diplomatie

Das breite Allgemeinbildungsprofil des SGG spiegelt sich in den Berufsplänen der Absolventen wider. Die Bandbreite ist groß: Frederik Förstner möchte Medizin studieren und absolviert dafür zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr im Rettungsdienst. Shaalan Khudeda plant ein Studium der Anglistik und Internationalen Beziehungen mit dem langfristigen Ziel, in den diplomatischen Dienst zu gehen. Sina Bühler leistet zunächst einen Bundesfreiwilligendienst am Schwarzwald-Baar-Klinikum und strebt danach eine Ausbildung zur Laboratoriumsassistentin an. Amina Llapjani erwägt ein duales Studium der Sozialen Arbeit, während Sinda Zaouani eine Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten beginnen möchte. Weitere Wege führen in den Bereich Polizei, in ein Freiwilliges Ökologisches Jahr bei der Stiftung St. Franziskus, in Richtung Tiermedizin sowie in ein duales Studium der Informatik oder der Wirtschaft.

Generell gelte: Wer Interesse an Gesundheitsthemen, Biologie und gesellschaftlichen Fragen mitbringt und bereit ist, sich anzustrengen, ist am SGG richtig.