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Bad Herrenalb Mönchs Posthotel wird wieder ein echtes Juwel

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Valentina Lomonosova (Mitte) mit Architekt Alfred Abel und Dolmetscherin Oksana Krieger. Die Aufnahme entstand in einer der künftig vier Luxus-Suiten. Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Axel H. Kunert

Bad Herrenalb. Das Mönchs Posthotel in Bad Herrenalb – dieser Name hat noch einen magischen Klang in der europäischen Gastronomie-Landschaft. Die große Frage aber ist: Wird das einstige Renommee-Haus jemals wieder an seine einstigen Erfolge anschließen können?

Wer das außerordentliche Privileg genießen darf, von der neuen Hausherrin im Posthotel einmal selbst durch den riesigen, über die Jahrhunderte gewachsenen Prachtbau geführt zu werden, der kennt die Antwort: Ein absolutes Ja. Denn Valentina Lomonosova, die stolze Grand Dame aus St. Petersburg, die als Geschäftsführerin der eigens gegründeten "Posthotel & Spa GmbH" seit dem Jahr 2011 mit eiserner und unnachgiebiger Disziplin das Regiment auf der Hotel-Großbaustelle führt, ist – das wird sehr schnell klar – eine kompromisslose Perfektionistin.

Valentina, wie die "Chefin" von allen am Bau Beteiligten ehrfurchtsvoll genannt wird, ist als Bauingenieurin seit mehr als 40 Jahren in der Branche aktiv. Ihr macht keiner etwas vor. Sie vertritt die beiden ebenfalls aus Russland stammenden Investorinnen, mit denen Valentina eine ebenfalls 40-jährige Freundschaft verbindet. Valentina, die nur Russisch spricht, wird auf der Hotel-Baustelle in Bad Herrenalb ständig von ihrer Übersetzerin Oksana Krieger begleitet. Aber die Kommunikation klappt gut, ist klar und präzise. Hat sich in den vergangenen drei Jahren, die die Sanierung des Posthotels jetzt bereits dauert, offensichtlich bestens eingespielt. Wie unglaublich groß die Erfahrung von Valentina Lomonosova mit "schwierigen Bauprojekten" sein muss, wird schnell deutlich: 1988 zerstörte ein Erdbeben die Kaukasus-Republik Armenien. Die damalige Sowjetführung beauftragte unter anderem Valentina mit dem Wiederaufbau. "Was ich hier im Posthotel an Schäden vorgefunden habe, war noch weitaus schlimmer", übersetzt Dolmetscherin Krieger Valentinas Antwort auf die Frage, was seinerzeit ihr erster Eindruck von dem altehrwürdigen Hotelbau war. "Ich hatte wirklich Angst um meine Leute, die in diesem Gebäude arbeiteten." Beim Kauf der Vorzeige-Immobilien habe es kein Baugutachten gegeben. Man habe quasi "die Katze im Sack" gekauft.

Mit Beginn der Sanierung sei dann nach und nach das ganze Ausmaß der Schäden am historischen Gemäuer sichtbar geworden: "58 Prozent der Bausubstanz war nicht verkehrssicher." Die Liste dessen, was saniert und erneuert werden musste, wurde so jeden Tag lang und länger. "Wir haben im Keller angefangen und von dort ausgehend im Prinzip das gesamte Gebäude komplett neu stabilisiert." Aus diesem Grund wuchs der bauliche Aufwand letztlich auf das Doppelte an, wie es ein Neubau verursacht hätte, ergänzt Architekt Alfred Abel aus Bad Herrenalb, der als Planer vor Ort den Bau verantwortlich begleitet. "Da steckt viel Schmerz drin", lässt Abel einen Blick zu auf die tagtäglichen Herausforderung. Aber aufgeben oder "halbe Sachen" waren für Valentina Lomonosova nie Alternativen. Die russische Seele ist leidensfähig, auch unter den allerschwierigsten Bedingungen. Denn die russische Seele habe schließlich ja auch einen ausgeprägten Sinn für das Großartige und Schöne – wie es im Posthotel mit seinen hohen Räumen und der vielen Geschichte immer noch lebendig sei. Auch ihre Heimat St. Petersburg, wo sie noch eine Wohnung in allerbester Lage habe, sei einmal vor dem Verfall großartig gerettet worden. "Es ist einfach nur Arbeit, die gemacht werden muss." Immer einen Tag nach den anderen. Wichtig sei, dass alles "richtig" gemacht werde – damit es auch für die nächsten Jahrhunderte hält.

Wo bleibt da aber die Rendite, die ein solchen Objekt doch sicher erwirtschaften muss? – Ja, sicher solle mit dem Posthotel auch mal wieder Geld verdient werden, je eher je besser. Aber was seine Zeit braucht, braucht eben seine Zeit. Und das Posthotel – das soll wieder ein Juwel werden. Nicht weniger. Dafür steht Valentina Lomonosova schließlich mit ihrem Namen, ihrem eigenen Ruf ein. Aktuell, solange es noch warm ist, sollen die Außenarbeiten so weit wie möglich abgeschlossen werden. Im Innenausbau ist alles soweit vorbereitet, dass dann in der kalten Jahreszeit mit der neuen Innenausstattung begonnen werden kann. Pläne, Zeichnungen, Entwürfe gibt es bereits. Aber an der großen Konferenztafel, die in der ehemaligen – und künftigen – Klosterschänke eingerichtet wurde, lässt man sich die nötige Zeit mit den Entscheidungen. Klar ist: 32 Zimmer und Suiten wird es künftig geben, in einem Mix aus Tradition und Moderne. Dazu ein Luxus-Spa. Der Eröffnungstermin? Valentina will sich nicht festlegen lassen. Folgender Formel stimmt sie schließlich zu: Wenn alles so gut läuft wie im Augenblick, sollte man es bis zur zweiten Jahreshälfte 2015 eigentlich geschafft haben. Aber die Perfektionalität in Bauausführung und Ausstattung hat immer die höhere Priorität als ein schneller Eröffnungstermin.

Was bereits fertig ist im neuen Posthotel – sicher verpackt unter Schutzfolie – ist die Küche der künftigen Klosterschänke. Vom einst mit einem Stern des Guide Michelin geadeltem Restaurant konnte sehr viel des alten Charmes gerettet und für die Zukunft konserviert werden. Die Klosterschänke wird ja gerne mit Deutschlands berühmtesten Spitzenkoch Harald Wohlfahrt in Verbindung gebracht, absolvierte dieser doch im Mönchs Waldhotel in Dobel seine Lehre und kam während dieser Zeit gelegentlich auch im Schwester-Hotel in Bad Herrenalb zum Einsatz.

An diese legendären Zeiten möchte Valentina Lomonosova mit dem neuen Posthotel künftig auch kulinarisch anknüpfen. Und tatsächlich wird dafür bereits jetzt auch schon der neue Küchenchef des Posthotels gesucht, der so mit viel Zeit und Muße bis zur endgültigen Wiedereröffnung an der künftigen "Cuisine" des Premium-Hauses feilen könnte. Denn schließlich, so unterstreicht Valentina noch einmal, soll am Ende ja wirklich alles absolut perfekt werden.

 
 

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