Rund 400 Menschen kamen am Villinger Riettor zusammen, um gegen den AfD-Wahlkampfauftritt von Markus Frohnmaier zu demonstrieren. Foto: Marc Eich

Während 220 Menschen eine AfD-Veranstaltung mit Markus Frohnmaier in Villingen besuchen, demonstrieren 400. Die Polizei muss beim Versuch eingreifen, Gäste am Einlass zu hindern.

Viel Polizei, 400 Menschen beim Protest am Riettor und rund 220 Besucher bei der AfD-Veranstaltung im Theater am Ring: Das ist die Bilanz rund um den Besuch von AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier in Villingen.

 

Der Gegenprotest begann bereits um 16.30 Uhr am Riettor. Unter dem Motto „Kuchen gegen Hass“ hatte die Organisation „VS ist bunt“ in direkter Nachbarschaft zum Theater am Ring zur Gegenveranstaltung eingeladen. „Wir wollten hier einen Ort der Begegnung schaffen“, erklärte Vorsitzender Axel Killmann.

Bewusst habe man aufgrund des Wahlkampfs darauf verzichtet, Politiker sprechen zu lassen. Stattdessen gab es Poetry Slam, Kuchen, Getränke und viele Gespräche. Killmann: „Es ging um ein positives Zeichen für Demokratie – und zwar sehr friedlich.“

Rund 400 Menschen kamen am Riettor zusammen – darunter etwa 40 Anhänger des Offenen Antifaschistischen Treffens. Diese hatten sich – getrennt von „VS ist bunt“ – um 17 Uhr zunächst am Bahnhof getroffen. Dass nur so wenige Aktivisten zusammenkamen, sei einer gewissen Resignation geschuldet, wie ein Sprecher erklärte.

Antifa zeigt sich resigniert

„Wir müssen anerkennen, dass wir die AfD mit Aktionen wie ,Wir sind mehr‘ nicht an den Rand drängen konnten – wir sind ein stückweit gescheitert“, so Michael, der seinen Nachnamen nicht nennen möchte. Der AfD gelinge es, die Angst der Bürger aufzufangen. Sie böten zwar keine Lösung, vermittelten jedoch, sie seien die wahre Opposition.

„Wir müssen wieder mehr über die Themen reden, die die Menschen bewegen – beispielsweise den Sozialabbau“, erklärt er. Man müsse als Gesellschaft zusammenstehen und den Gedanken der Solidarität vermitteln.

Kleinere Rangeleien am Eingang

Der kleine Protestzug führte anschließend – begleitet von Kräften der Bereitschaftspolizei – durch die Villinger Innenstadt ans Riettor und dann direkt an den mit Gittern abgesperrten Veranstaltungsort der AfD.

Dort kam es beim Versuch, Teilnehmer am Eintritt zu hindern, zu kleineren Rangeleien. Zudem wurden Eier geworfen. Insbesondere durch die große Zahl von Beamten konnte die Situation jedoch schnell geklärt werden. Noch bevor die Veranstaltung der AfD begann, löste sich der Protest auf.