Zweite Chance für Grundschüler
: Wie schwer war der Potenzialtest an Gymnasien in der Region?

Der Potenzialtest bietet Grundschülern ohne Gymnasialempfehlung eine zweite Chance. Doch wie viele Schüler nahmen die Möglichkeit überhaupt war? Wir haben uns in Rottweil, Balingen und Schwenningen umgehört.
Von
Cornelius Rück
Oberndorf
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Realschule oder Gymnasium? Für einige Schüler war der Potenzialtest die letzte Möglichkeit eine Gymnasialempfehlung zu erhalten.

Cornelius Rück

Nach dem „Kompass 4“-Test im November stand für einige Schüler die nächste wegweisende Prüfung an: der Potenzialtest. Wer zuvor keine Gymnasialempfehlung erhalten hatte, sollte dadurch beweisen können, doch für die höchste, allgemeinbildende Schulform geeignet zu sein.

Doch steht der Test ebenso in der Kritik wie der „Kompass 4“-Test, bei dem viele Schüler deutlich unter ihren üblichen Noten zurückgeblieben waren?

Was ist der Potenzialtest?

Die Prüfung besteht aus drei Teilen: Deutsch, Mathematik und überfachliche Kompetenzen – jeweils 20 Minuten lang. Anders als bei „Kompass 4“ findet der Potenzialtest nicht in den Grundschulen, sondern an den Gymnasien statt.

Wie viele Schüler nahmen am Potenzialtest teil?

Michaela Mühlebach-Westfal, Schulleiterin am Gymnasium Balingen, berichtet von sieben Teilnehmern an ihrer Schule, Armin Jano, stellvertretender Schulleiter des Droste-Hülshoff-Gymnasiums in Rottweil von fünf und Zoran Josipovic, Schulleiter des Gymnasium am Deutenberg in Schwenningen, von 17 teilnehmenden Schülern. Insgesamt wurde mit wenigen tausend Schülern im Land gerechnet.

Offizielle Zahlen, wie viele Schüler die Möglichkeit wahrnahmen, gibt das Kultusministerium Baden-Württemberg noch nicht heraus. Man wolle erst den Nachholtermin abwarten, heißt es auf Anfrage unserer Redaktion.

Wie ging es den Schülern vor und nach dem Test?

Michaela Mühlebach-Westfal beschreibt die Stimmung der Schüler vor dem Potenzialtest als „ganz gut. Das ist aber eine relative Sache. Ich denke schon, dass sie nervös waren, aber man hat es ihnen nicht angemerkt.“ Auch danach sei die Stimmung positiv gewesen - anders als beim „Kompass 4“-Test im November vergangenen Jahres. Damals hatte unsere Redaktion von teils weinenden Schülern berichtet. Ähnliches erzählt Zoran Josipovic: „Nervosität war da, aber ich glaube, die Schüler wussten, worauf sie sich einlassen. Es gab keine emotionalen Ausbrüche.“ Armin Jano, selbst nur in die Vorbereitung des Tests vor Ort eingebunden, hat bisher auch keine Klagen gehört.

Das liegt vermutlich zu einem großen Teil auch am Test selbst. Wo „Kompass 4“ noch stark kritisiert wurde, lobt Mühlebach-Westfal besonders den fächerübergreifenden Logik-Teil des Potenzialtests. Er sei komplett sprachunabhängig gestaltet worden und hätte Schüler mit weniger ausgeprägten Deutschkenntnissen berücksichtigt. Aufgabe sei es beispielsweise gewesen, eine Bilderreihe logisch fortzusetzen – rein grafisch, ohne Deutsch- und Mathematikkenntnisse vorauszusetzen. Auch Josipovic bezeichnet den Test als „insgesamt angemessen vom Schwierigkeitsgrad her.“

Beide weisen jedoch darauf hin, aus Erwachsenenperspektive und aus der Sicht der weiterführenden Schule zu sprechen.

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