Tierärztin aus Bad Dürrheim klärt auf: Diese Lebensmittel können für Haustiere zur Gefahr werden

Für Menschen gehören Haustiere meist zur Familie. Viele wissen dabei jedoch nicht, mit welchen Lebensmitteln sie ihnen schaden. (Symbolfoto)
Helena Dolderer/dpa-tmn/dpa- Tierärztin Madeleine Queiser warnt: Viele Lebensmittel sind für Hunde und Katzen giftig.
- Gefährlich sind u. a. Schokolade, Weintrauben, Nüsse, rohe Kartoffeln und Tomaten.
- Zwiebeln, Knoblauch, Bärlauch, Avocado, Schnittlauch, Xylit, Koffein, Alkohol und Muskat ebenso.
- Warnzeichen hängen von Menge und Gift ab – oft Magen-Darm, Speicheln oder Krampfanfälle.
- Tipp zur Einschätzung: Schokoladenrechner online, künftig hilft die Plattform „tox-help“.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, und schon ist es passiert: Beim Abendessen fällt ein Stück Schokolade zu Boden – und der Hund oder die Katze schnappt danach. Auch Weintrauben, Nüsse oder andere Lebensmittel, die für Menschen vollkommen unbedenklich erscheinen, können für die Haustiere gefährlich werden. Für Halter stellt sich dann schnell die Frage: Was darf im Napf landen und was kann für Hund und Katze sogar gefährlich werden?
Wir haben mit Tierärztin Madeleine Queiser vom AniCura Kleintierzentrum Schabelhof in Bad Dürrheim über das Thema gesprochen. Sie warnt vor einer ganzen Reihe weiterer Lebensmittel, die für die Vierbeiner gefährlich werden können. Dazu gehören unter anderem rohe Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Bärlauch, Avocados, Schnittlauch, Zuckerersatzstoffe, Alkohol, Koffein oder auch Muskat.
Bei vielen dieser Produkte wissen Tierhalter bereits, dass sie für ihre Lieblinge gefährlich sein können. Anders sieht es laut Queiser bei Nüssen, besonders Macadamianüssen, oder auch Kaugummis aus. Diese können für Tiere giftig sein. Bei Kaugummis liegt das laut der Tierärztin vor allem am enthaltenen Süßstoff Xylit, der für Hunde besonders problematisch ist.
Tieren wird oft unbewusst geschadet
In vielen Fällen verabreichen Besitzer ihren Tieren unbewusst diese giftigen Lebensmittel. Die Sachen liegen unbeaufsichtigt auf dem Wohnzimmertisch, der Hund öffnet eigenhändig die Schranktür oder das Tier schnüffelt am Kompost herum. Und bei dem kleinen Stück Schokolade für das Tier an Weihnachten denken die meisten nicht an die Auswirkungen, die dieses für das Tier haben kann.
Doch wie merken Haustierhalter überhaupt, wenn ihr Tier etwas Giftiges gegessen hat und es nicht verträgt? Typische Warnsignale würden von der Menge und der Art des Gifts abhängen, erklärt Queiser. Größtenteils sei es jedoch Magen-Darm in Kombination mit anderen Symptomen, wie Speicheln oder Krampfanfällen.

Hundebesitzer müssen aufpassen, mit was sie ihren Hund füttern. Im schlimmsten Fall kann es gefährlich für das Tier werden. (Symbolbild)
Christin Klose/dpa-mag/dpaZwar keine Lebensmittel, aber laut Queiser ebenfalls häufiger in der Praxis anzutreffen, sind Vierbeiner, denen Ibuprofen oder Paracetamol verabreicht wurde. Diese sind ebenfalls hochgiftig für die Tiere. Ähnlich sieht es bei Lilien aus. Die harmlos aussehenden Pflanzen können für die Tiere, insbesondere Katzen, extrem gefährlich sein.
Tierärztin gibt Tipps zum Selbstcheck
Für viele Menschen sind Haustiere längst mehr als nur Tiere, sie gehören zur Familie. Entsprechend groß ist die Sorge, wenn der Vierbeiner etwas Ungewöhnliches frisst oder möglicherweise Giftiges zu sich genommen hat. Doch nicht in jedem Fall ist ein sofortiger Tierarztbesuch notwendig. „Kommt auf die Menge drauf an“, erklärt Queiser.
Da Halter diese oft nur schwer einschätzen können, gibt es im Internet einen Schokoladenrechner. Damit lässt sich schnell überprüfen, ob eine aufgenommene Menge für das Tier gefährlich sein könnte und wie dringend gehandelt werden sollte. Zudem soll laut der Tierärztin künftig die Online-Plattform „tox-help“ eine weitere Möglichkeit bieten, sich im Fall einer möglichen Vergiftung zu informieren.

