Hilfe bei häuslicher Gewalt
: Wann und wie kann ich ein Frauenhaus kontaktieren?

Wie finden Frauen Schutz in einem Frauenhaus? Eine Mitarbeiterin erklärt, wie die Kontaktaufnahme funktioniert, welche Voraussetzungen gelten und was Betroffene vor der Aufnahme wissen sollten.
Von
Jennifer Merk
Baden-Württemberg
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Fürs erste sicher: Frauenhäuser sind wichtige Schutzeinrichtungen für jene, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. In Brandenburg gibt es jedoch viel zu wenig Plätze. (Symbolfoto)

Eine Frau blickt in einem Frauenhaus aus dem Fenster. Auch im vergangenen Jahr sind laut brandenburgischer Polizei wieder mehr Frauen als Opfer häuslicher Gewalt statistisch erfasst worden. (zu «Statistik: Mehr Frauen Opfer häuslicher Gewalt») +++ dpa-Bildfunk +++

Frauenhäuser sind wichtige Schutzeinrichtungen für jene, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. (Symbolfoto)

Sophia Kembowski/dpa
  • Frauenhäuser bieten Schutz, Beratung und Hilfe beim Ausstieg aus gewaltvollen Beziehungen.
  • Kontakt ist direkt per Anruf möglich – außerhalb der Zeiten über die Polizei mit Notruf 110.
  • Keine Anzeige nötig: Mitarbeiterinnen glauben den Schilderungen und prüfen keine Nachweise.
  • Adresse bleibt geheim, Besuche sind nicht erlaubt. Alltag und Kinder betreuen Betroffene selbst.
  • Kontakt zu Freundinnen und Familie ist möglich, solange der Aufenthaltsort geschützt bleibt.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Schläge, Beleidigungen, Erniedrigungen, Unterdrückung: Häusliche Gewalt hat viele Gesichter und betrifft Frauen unabhängig von Alter, Herkunft oder dem sozialen Hintergrund. Vielen von ihnen bleibt nichts anderes übrig, als sich Hilfe zu suchen.

Frauenhäuser bieten Betroffenen nicht nur ein Obdach – sie beraten auch, vermitteln an andere Stellen weiter und helfen ihnen bei dem Schritt aus der gewaltvollen Beziehung hinein in ein neues Leben. Doch wie kann man sich an ein Frauenhaus wenden? Welche Kriterien müssen erfüllt sein, um dort einen Platz zu bekommen? Und was sollte man zuvor über die Einrichtung wissen?

Diese und weitere Fragen hat uns die Mitarbeiterin eines Frauenhauses in der Region beantwortet. Zu ihrem Schutz anonymisieren wir sie und das Frauenhaus weitestgehend.

Wie kann man sich an ein Frauenhaus wenden, wenn man Hilfe braucht?

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Bei Frauenhäusern kann man einfach direkt anrufen. Über Suchmaschinen im Internet findet man sofort die Webseite eines Frauenhauses in der jeweiligen Region, wo Telefonnummer, Öffnungszeiten der Beratungsstelle und weitere Kontaktdaten und Informationen zu finden sind.

Außerhalb der Bürozeiten, wie nachts und am Wochenende, können Frauenhäuser auch über die Polizei kontaktiert werden. Dazu müssen die Betroffenen den Notruf 110 wählen. Die Polizei stellt dann den Kontakt zu einem Frauenhaus in der Region her.

Muss man nachweisen, dass man sich in einer schwierigen Situation befindet, wenn man ins Frauenhaus flüchten will (beispielsweise durch eine Anzeige bei der Polizei oder einen Nachweis durch das Jugendamt)?

Nein, eine Anzeige bei der Polizei oder ein Nachweis durch das Jugendamt ist keine Voraussetzung für eine Aufnahme in ein Frauenhaus. Wir, die Mitarbeiterinnen, nehmen die Schilderungen der betroffenen Frauen ernst und glauben ihnen.

Müssen Frauen ihren Job aufgeben, wenn sie ins Frauenhaus flüchten wollen? Warum ist das so?

Ja, leider kommt es vor, dass Frauen aufgrund massiver Bedrohungen, teilweise Morddrohungen, gezwungen sind, ihren Arbeitsplatz und ihr gewohntes Umfeld aufzugeben, um sich und ihre Kinder in Sicherheit zu bringen.

Gibt es weitere Voraussetzungen dieser Art?

Nein, weitere Voraussetzungen gibt es nicht. Es ist auch keine vorherige Trennung vom Partner oder ähnliches erforderlich.

Kann man zu bestimmten Verwandten oder Freunden den Kontakt halten oder sollten alle sozialen Kontakte abgebrochen werden?

Ja, den Kontakt zu Verwandten und Freunden kann die betroffene Frau halten. Wichtig ist, dass der Aufenthaltsort des Frauenhauses nicht preisgegeben wird.

Was sollten Frauen in Not noch über das Frauenhaus und einen möglichen Aufenthalt dort wissen?

Wir bieten einen sicheren Zufluchtsort sowie psychosoziale Beratung und Unterstützung bei der Entwicklung neuer Lebensperspektiven. Nicht nur körperliche, sondern auch psychische, wirtschaftliche und sexualisierte Gewalt sind Gründe, Schutz und Beratung zu suchen.

Wichtig vorab zu wissen ist, dass die Adresse des Frauenhauses geheim ist. Deshalb sind Besuche im Frauenhaus aus Sicherheitsgründen nicht möglich.

Außerdem sollte den Frauen klar sein, dass sie sich und ihre Kinder im Alltag selbstständig versorgen müssen. Dazu gehören beispielweise das Einkaufen, das Kochen und die Kinderbetreuung.

Gibt es vergleichbare Beratungsangebote für Frauen, die zwar in einer schwierigen Situation sind, aber sich dennoch nicht dazu überwinden können, sich beim Frauenhaus zu melden?

Diese Frauen können sich trotzdem an Frauenhäuser wenden, um sich von den Mitarbeiterinnen einfach nur beraten zu lassen. Außerdem gibt es das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, das unter der Nummer 116016 erreichbar ist. Hilfsorganisationen wie der Weiße Ring beraten ebenfalls Opfer von Gewalt.

Frauenhäuser in ganz Deutschland

Auf der Webseite des Vereins Frauenhauskoordinierung e.V. können von Gewalt betroffene Frauen über ein Formular ein Frauenhaus finden. Außerdem informiert der Fachverband dort ebenfalls über Beratungsangebote und seine Arbeit.