E10 im Faktencheck: Lohnt sich der günstigere Sprit wirklich?

Viele Autofahrer meiden E10 aus Angst vor Motorschäden oder höherem Verbrauch. Der ADAC ordnet die häufigsten Mythen ein und zieht ein klares Fazit. (Symbolfoto)
Firma dpa STATISTISCH- E10 ist meist günstiger als Super E5, viele meiden es wegen Motorschäden und Mehrverbrauch.
- ADAC: Nahezu alle Benziner vertragen E10, besonders Fahrzeuge ab 2012 im Verkauf.
- Für freigegebene Autos sind keine E10-bedingten Motorschäden bekannt – ältere Ausnahmen möglich.
- Theoretischer Mehrverbrauch etwa ein Prozent, Fahrstil und Umfeld beeinflussen stärker.
- Preisabstand oft sechs Cent pro Liter, ADAC empfiehlt E10 und sieht Klimavorteile durch Bioethanol.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Tankrabatt gehört der Vergangenheit an, die Spritpreise bleiben hoch – und so zählt jeder Cent. Da rückt Super E10 in den Fokus: Der Kraftstoff ist meist günstiger als Superbenzin, doch viele Autofahrer greifen trotzdem lieber zur teureren Alternative. Zu groß ist die Sorge, der höhere Bioethanol-Anteil könnte dem Motor schaden oder den Preisvorteil zunichtemachen. Aber wie berechtigt sind diese Bedenken?
Verursacht Super E10 Motorschäden?
Trotz langjähriger Verfügbarkeit halten sich viele Vorurteile gegenüber E10. Einer der verbreitetsten Vorwürfe lautet, E10 könne Motoren schädigen. Was an diesem Mythos dran ist, erklärt Andreas Hölzel, Pressesprecher des ADAC.
„Nach unserer Erfahrung sind heute nahezu alle Benzin-Pkw im Bestand Super E10-tauglich“, meint Hölzel und spezifiziert, dass alle Benzin-Fahrzeuge, die ab 2012 in Deutschland erstmals zum Verkauf angeboten wurden, den Kraftstoff Super E10 vertrügen.
Für diese freigegebene Fahrzeuge seien dem ADAC und den Herstellern keine Motorschäden bekannt, die auf Super E10 zurückzuführen wären. Problematisch könne Kraftstoff mit einem höheren Bioethanolanteil lediglich für einige ältere, nicht freigegebene Fahrzeuge sein, so der Pressesprecher. „Dort könnten die höheren Ethanol-Anteile beispielsweise Korrosion an Aluminiumbauteilen oder Schäden an Dichtungen verursachen.“
Bei Unsicherheiten darüber, ob das eigene Fahrzeuge E10 verträgt, empfiehlt Hölzel einen Blick in die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs und die Prüfung der Hinweise am Tankdeckel. Im Zweifel könne man immer beim Hersteller oder Vertragshändler rückfragen.
Macht der Mehrverbrauch die Preisersparnis zunichte?
Auch der Mythos, dass es einen höheren Kraftstoffverbrauch durch Super E10 gibt, hält sich hartnäckig. Hölzel klärt auf, wie groß dieser Unterschied in der Praxis ist, und ob das Tanken dieses Kraftstoffs tatsächlich Geld spart.
Bei der Verwendung von Super E10 ergebe sich zwar ein theoretischer Mehrverbrauch von etwa einem Prozent, erklärt des Sprecher des ADAC. Allerdings könnten aufgrund der verschiedenen Motor- und Regelungstechniken einheitliche Angaben über den Kraftstoffverbrauch bei der Zumischung von Ethanol nicht gemacht werden.
Erheblich größere Abweichungen im Alltagsbetrieb nach oben und unten seien ohnehin immer möglich. Denn die größten Verbrauchsunterschiede seien vor allem auf unterschiedliche Fahrweisen und auf äußere Einflüsse wie Verkehrsfluss, Witterung und Streckenführung und Topographie zurückzuführen, berichtet er.

Mit Ende des Tankrabatts explodieren die Preise an den Zapfsäulen wieder - wie hier an der Villinger Straße in Schwenningen.
Aleksandar MitrevskiDaraus ergibt sich: „Bei annähernd gleicher Fahrweise lohnt sich das Tanken von Super E10 finanziell angesichts des aktuellen Preisunterschieds von in der Regel sechs Cent je Liter zu Super E5 immer.“
Ist Super E10 schlecht für die Umwelt?
Ein weiteres Argument lautet, E10 sei aufgrund der Herstellung des Bioethanols ökologisch fragwürdig. Wie bewertet der ADAC die Klimabilanz von E10 im Vergleich zu herkömmlichem Super E5?
„Durch den Bioethanol-Anteil werden weniger fossile Kraftstoffe benötigt“, meint der Pressesprecher. Zudem sei das bei der Verbrennung freigesetzte CO₂ zuvor von den Pflanzen aufgenommen worden, aus denen das Bioethanol hergestellt werde. In der Gesamtbilanz gelte der beigemischte Ethanol-Anteil daher als nahezu klimaneutral.
Hölzel resümiert: „Super E10 trägt nach Ansicht des ADAC zur spürbaren Verringerung der CO₂-Emissionen bei.“ Zusätzlich könnten auch Stickoxid- und Feinstaubemissionen reduziert werden.
Verzicht auf das verpflichtende Super E5-Angebot
Gibt es aus Sicht des ADAC Gründe, die heute noch gegen die Nutzung von E10 sprechen – sofern das Fahrzeug ausdrücklich dafür freigegeben ist?
„Sofern ein Fahrzeug ausdrücklich für Super E10 freigegeben ist, sieht der ADAC weder technische noch wirtschaftliche Gründe, die gegen die Nutzung sprechen“, sagt der Unternehmenssprecher. Im Gegenteil: Super E10 sei günstiger als Super E5 und biete gleichzeitig Klimavorteile. Der ADAC empfehle daher bei Fahrzeugfreigabe die Nutzung von Super E10 und setze sich für eine stärkere Nutzung dieses Kraftstoffs ein. Zudem sei aus Sicht des ADAC langfristig einen Verzicht auf das verpflichtende Super E5-Angebot vertretbar.
Akzeptanz von E10
Die Akzeptanz für Super E10 ist gestiegen, bleibt aber nach Ansicht des ADAC noch deutlich unter dem Potenzial. Trotz der langjährigen Verfügbarkeit hat Super E10 nur rund ein Drittel Absatzanteil am Kraftstoffmarkt für Benziner. Viele Autofahrer greifen weiterhin aus Gewohnheit oder wegen in der Regel ungerechtfertigter Bedenken zum teureren Super E5.


