Schnellzüge kollidieren
: Zugunglück in Spanien: Was ist passiert?

Bei einem Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge in Spanien sind über 40 Menschen ums Leben gekommen und zahlreiche weitere verletzt worden. Die Ursache des Unglücks ist noch unklar.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
Jetzt in der App anhören
Zusammenstoß zweier Züge in Spanien: Rettungskräfte sind am Unfallort im Einsatz. Zwei Züge stießen am Bahnhof der Stadt Urda in der Provinz Toledo zusammen. Feuerwehrleute aus den Feuerwachen von Alcázar de San Juan und Orgaz, Zivilschutzteams aus mehreren benachbarten Ortschaften, drei Rettungshubschrauber und zwei mobile Intensivstationen sind vor Ort im Einsatz. (zu dpa: «Mindestens zehn Tote bei Zugunglück in Spanien»)

Schweres Zugunglück in Spanien: Zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidieren bei Toledo. Über 40 Tote, zahlreiche Verletzte. Was bisher bekannt ist.

Juanma Jiménez/EUROPA PRESS/dpa

Das Unglück ereignete sich gegen 9 Uhr zwischen den Gemeinden Urda und Orgaz, rund 150 Kilometer südlich von Madrid. Nach Angaben des spanischen Bahnnetzbetreibers Adif fuhr offenbar ein Hochgeschwindigkeitszug auf einen anderen auf. Beide waren in Richtung Andalusien unterwegs. An dem Unfall beteiligt waren ein Zug der staatlichen Bahngesellschaft Renfe und ein Zug des privaten Anbieters Iryo. Nach Angaben der Regionalregierung befanden sich insgesamt 544 Menschen an Bord.

Zugunglück in Spanien: Waggons stürzen Böschung hinunter

Durch den Zusammenstoß entgleisten zwei Waggons und stürzten einen Bahndamm hinunter. Aufnahmen vom Unfallort zeigen schwer beschädigte und teilweise ausgebrannte Zugteile. Die Zahl der Todesopfer stieg im Laufe des Vormittags deutlich an. Während zunächst mindestens zehn Tote bestätigt wurden, berichtete der Zivilschutz später von 46 Todesopfern. Zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt. Rettungshubschrauber, Feuerwehr und mobile Intensivstationen waren im Großeinsatz. Der Bahnverkehr zwischen Madrid und Andalusien wurde in beide Richtungen eingestellt.

Zusammenstoß zweier Züge in Spanien: 28.10.2026, Spanien, Urda, Toledo: Blick auf einen der beiden Züge, der an einem Zusammenstoß beteiligt war. Am Morgen stießen zwei Züge am Bahnhof der Stadt Urda zusammen. Feuerwehrleute aus den Feuerwachen von Alcázar de San Juan und Orgaz, Zivilschutzteams aus mehreren benachbarten Ortschaften, drei Rettungshubschrauber und zwei mobile Intensivstationen sind derzeit vor Ort im Einsatz. Foto: Juanma Jiménez/EUROPA PRESS/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bei einem schweren Zugunglück in Spanien sind zwei Hochgeschwindigkeitszüge zusammengestoßen. Zahlreiche Menschen starben. Alle Infos zu Hergang und Ursache.

Juanma Jiménez/EUROPA PRESS/dpa

Was ist die Ursache des Zugunglücks?

Die genaue Unfallursache ist bislang ungeklärt. Laut der spanischen Zeitung „El País“ könnte ein fehlerhafter Befehl aus einer Leitstelle zu dem Zusammenstoß geführt haben. Offiziell bestätigt wurde diese Vermutung nicht. Auch ein technischer Defekt oder menschliches Versagen kommen infrage. Wetterbedingungen gelten dagegen als unwahrscheinliche Ursache. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez zeigte sich bestürzt und sprach den Opfern und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus.

Bereits drittes tödliches Zugunglück in Spanien 2026

Der Unfall erinnert an die Zugkatastrophe vom Januar 2026 bei Adamuz in Andalusien. Damals starben beim Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge 46 Menschen, mehr als 150 wurden verletzt. Wenige Tage später kam bei einem weiteren Zugunglück nahe Barcelona ein Zugführer ums Leben. Der Zusammenstoß bei Toledo ist damit bereits das dritte tödliche Zugunglück in Spanien in diesem Jahr.

Stand: 28. Oktober 2026, ca. 11:35 Uhr. Die Opferzahlen können sich noch ändern.