Stuttgarter Autohersteller
: Mercedes-Benz verdient wieder mehr – kappt aber Gewinnprognose

Das operative Ergebnis von Mercedes hat sich im dritten Quartal mehr als verdoppelt. Der Stuttgarter Autobauer blickt dennoch verhalten auf die kommenden Monate.
Von
Veronika Kanzler
Stuttgart
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Mercedes-Benz-Group AG

Der Umsatz von Mercedes ist gesunken, der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Bernd Weißbrod/dpa
  • Mercedes meldet höheres Ebit in neun Monaten: 5,2 Mrd. Euro statt 4,3 Mrd. Euro.
  • Im Q3 lief das Geschäft schwächer – bereinigtes Ebit sank um 15 Prozent auf 1,78 Mrd. Euro.
  • Umsatz fiel im Q3 auf 30,7 Mrd. Euro, Pkw-Sparte mit Rendite von 2,5 statt 4,8 Prozent.
  • Gründe laut Konzern: Wettbewerb in China, ungünstige Wechselkurse, teurer Modellanlauf.
  • Prognose gesenkt: Ebit nur noch auf Vorjahresniveau, Pkw-Rendite bei zwei bis drei Prozent.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz hat im dritten Quartal beim ausgewiesenen Gewinn deutlich zugelegt – vor allem wegen wegfallender Sonderbelastungen aus dem Vorjahr. Das Konzernergebnis stieg von Juli bis September um knapp 28 Prozent auf 1,52 Milliarden Euro, nach 1,19 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. In den ersten neun Monaten des Jahres wuchs der Gewinn insgesamt um rund vier Prozent auf 4,03 Milliarden Euro.

Das operative Ergebnis (Ebit) des Konzerns kletterte im dritten Quartal von 750 Millionen auf 1,77 Milliarden Euro – mehr als eine Verdoppelung. Allerdings ist dieser Sprung mit Vorsicht zu genießen: Im Vorjahreszeitraum hatte Mercedes hohe Sonderbelastungen, unter anderem für einen Stellenabbau, verbucht. Bereinigt um solche Einmaleffekte sank das operative Ergebnis tatsächlich um 15 Prozent auf 1,78 Milliarden Euro. Der Umsatz ging um 4,5 Prozent auf 30,7 Milliarden Euro zurück.

Pkw-Sparte von Mercedes unter Druck

Vor allem das Pkw-Geschäft steht unter Druck. Die bereinigte Umsatzrendite der Sparte Mercedes-Benz Cars fiel von 4,8 auf 2,5 Prozent. Als Belastungen nennt der Konzern den verschärften Wettbewerb in China, ungünstige Wechselkurse sowie hohe Kosten für den Anlauf neuer Modelle.

Dass der Konzern insgesamt noch ordentliche Zahlen präsentieren konnte, ist auch zwei anderen Bereichen zu verdanken. Mercedes-Benz Vans erzielte im dritten Quartal eine bereinigte Umsatzrendite von 9,4 Prozent und ein bereinigtes Ebit von 397 Millionen Euro. Noch stärker legte Mercedes-Benz Financial Services zu: Das bereinigte Ebit stieg im Quartal um 42 Prozent auf 445 Millionen Euro.

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Mercedes senkt Gewinnprognose

Bereits einen Tag vor Veröffentlichung der Quartalszahlen hatte Mercedes seine Jahresprognose kassiert. Grund sei vor allem das „zunehmend herausfordernde Marktumfeld in China“, hieß es in einer Pflichtmitteilung an die Börse. Hinzu kämen höhere Kosten im vierten Quartal, unter anderem für Rohstoffe und Produktzyklusmaßnahmen.

Für das Gesamtjahr rechnet Mercedes-Benz nun nur noch mit einem Konzern-Ebit auf Vorjahresniveau – bislang hatte der Konzern ein deutlich besseres Ergebnis in Aussicht gestellt. Im Geschäftsjahr 2025 hatte das Ebit 5,8 Milliarden Euro betragen. Die Prognose für die Pkw-Sparte wurde ebenfalls zurückgeschraubt: Die bereinigte Umsatzrendite soll nur noch zwischen zwei und drei Prozent liegen, statt der bisher erwarteten drei bis fünf Prozent.

Harald Wilhelm, Mitglied des Vorstands der Daimler AG, verantwortlich für Finanzen  &  Controlling/Daimler Mobility, und der Mercedes-Benz AG, verantwortlich für Finanzen  &  Controlling. 

Harald Wilhelm, Member of the Board of Management of Daimler AG, responsible for Finance  &  Controlling/Daimler Mobility, and of Mercedes-Benz AG, responsible for Finance  &  Controlling.

Trotz gestiegenem Gewinn keine besonders guten Aussichten für den Mercedes-Finanzchef Harald Wilhelm.

MediaPortal Daimler AG

Auch beim Free Cash Flow des Industriegeschäfts sind die Aussichten getrübt. Im dritten Quartal flossen dem Konzern lediglich 172 Millionen Euro an freien Finanzmitteln zu, nach 1,37 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum – ein Rückgang um rund 87 Prozent. Als Ursache nennt Mercedes einen vorübergehenden Aufbau von Neufahrzeugbeständen, die in den kommenden Monaten ausgeliefert werden sollen.

Trotz der eingetrübten Perspektiven betont der Konzern seine finanzielle Stärke: Die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts lag zum Ende des dritten Quartals bei 31 Milliarden Euro. Ab Dezember 2026 legt Mercedes zudem erneut ein freiwilliges Abfindungsprogramm für indirekte Bereiche in Deutschland auf.