Fischertechnik aus dem Schwarzwald: Vom Kinderspiel zum Produktionsmodell

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Stuttgarter ZeitungVor 60 Jahren als Weihnachtsgeschenk für die Kunden des Dübelherstellers Fischer gedacht, sind die Baukästen des Befestigungsspezialisten aus Waldachtal (Schwarzwald) längst nicht mehr nur in Kinderzimmern, sondern auch in Schulen, Universitäten und Unternehmen zu finden – ein wichtiger Wachstumsmarkt für das Familienunternehmen.
BMW etwa setzte auf Fischertechnik, um die komplexen Abläufe der Leichtmetallgießerei im Werk Landshut an einem Modell zu simulieren und die reale Inbetriebnahme zu optimieren. Auch bei der Planung der mächtigen neuen Schleusen des Panamakanals kam 2016 ein Modell aus Fischertechnik-Bausteinen zum Einsatz – ebenso in Unternehmen wie etwa Airbus, Mercedes-Benz oder IBM.

Simulation der Schleusen des Panamakanals mit Fischertechnik
Foto: FischertechnikMan lerne an einem verhältnismäßig kostengünstigen Modell, mit dem schnell und nachhaltig komplexe Vorgänge deutlich werden, heißt es bei dem Unternehmen.
1970 wurde Fischertechnik erstmals im Schulunterricht eingesetzt, mittlerweile in Schulen im In- und Ausland, um Schüler fit für sogenannte Future Skills zu machen – von Robotik über KI bis zu erneuerbaren Energien. Ab 2025 wird im Rahmen des Bildungsprogramms „Computational Thinking“ Fischertechnik-Baukästen allein in mehr als 400 Schulen in Baden-Württemberg eingesetzt, um Fünft- bis Achtklässlern Informatik und Technik näher zu bringen.

Fischertechnik-Baustein von 1965
Foto: FischertechnikDie meisten kennen Fischertechnik aus dem Kinderzimmer, wo die Baukästen zu den Klassikern zählen, wie auch auf der Spielwarenmesse in Nürnberg (28.1. bis 1. 2.) deutlich wird, wo 60 Jahre Fischertechnik gefeiert wird.
Produziert werden die Produkte ausschließlich in Deutschland. Mit Umsatzzahlen hält man sich zurück. Fischertechnik ist nicht die größte Unternehmenstochter, aber erfolgreich und verzeichnet Zuwächse. Der Gesamtumsatz der Fischer Gruppe lag 2023 bei knapp 1,2 Milliarden Euro, neuere Zahlen liegen noch nicht vor.
