Entwickler des KI-Tools Claude
: Anthropic beantragt Börsengang in den USA

Anthropic will an die Börse, während Konkurrenz OpenAI den Schritt an die Wall Street erst kürzlich verschoben hat. Könnten Sicherheitsbedenken den Börsenstart belasten?
Von
jbr/dpa
San Francisco
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Das US-Start-up Anthropic will an die Börse gehen.

Andrej Sokolow/dpa
  • Anthropic strebt ein Börsenlisting an der Nasdaq an, Tickerkürzel „ANT“.
  • Das Unternehmen reichte den Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC ein.
  • Goldman Sachs und Morgan Stanley führen die Emission – neue und bestehende Aktien geplant.
  • Der Start des Investorenwerbens ist für die Woche vom 9. November vorgesehen.
  • Umsatz sprang im ersten Halbjahr 2026 stark, der Nettoverlust wuchs jedoch massiv.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Das US-Start-up Anthropic wagt als erster Entwickler hoch entwickelter Spitzenmodelle künstlicher Intelligenz den Schritt auf das Börsenparkett. Das Unternehmen reichte einen entsprechenden Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Anthropic zählt zu den führenden KI-Anbietern in den USA und konkurriert mit seinem KI-Assistenten Claude direkt mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI sowie Branchenschwergewichten wie Google und Microsoft.

Geplant ist das Börsendebüt an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq unter dem Tickersymbol „ANT“. Die Antragsunterlagen hatte das Unternehmen bereits im Juni vertraulich eingereicht. Begleitet wird die Emission federführend von den Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley. Neben neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung sollen auch Papiere bestehender Anteilseigner platziert werden. Die genaue Anzahl der Anteile sowie das angestrebte Emissionsvolumen sollen in einem späteren Nachtrag beziffert werden.

Das offizielle Werben um Investoren soll bereits in der Woche vom 9. November beginnen. Aus Branchenkreisen verlautete, dass Anthropic das Volumen des bisherigen Rekordbörsengangs des Raumfahrtkonzerns SpaceX erreichen oder sogar übertreffen wolle.

Rasantes Wachstum bei tiefroten Zahlen

Mit dem Schritt legt das Start-up erstmals detaillierte Kennzahlen offen, die die enormen Kosten im Wettlauf um Spitzenmodelle verdeutlichen. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 kletterte der Erlös zwar sprunghaft von 1,2 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum auf 16,3 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig weitete sich der Nettoverlust jedoch drastisch aus: Stand im Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 13 Milliarden Dollar zu Buche, betrug der Fehlbetrag im ersten Halbjahr 2026 rund 80,7 Milliarden Dollar. Das Geschäftsmodell zielt vor allem auf Unternehmenskunden ab.

Der Gang an die Börse soll dem Unternehmen die nötige Liquidität sichern, um mit der Konkurrenz Schritt zu halten. Die Entwicklung neuer KI-Generationen verschlingt branchenweit Hunderte Milliarden Dollar für Rechenleistung und Infrastruktur.

Gleichzeitig wächst der Druck auf die Branche: Anthropic und Wettbewerber wie OpenAI sehen sich einer verschärften Debatte über die Sicherheit autonom agierender Systeme gegenüber. Eine Serie von Hackerangriffen durch eigenständig handelnde KI-Agenten hatte zuletzt Bedenken geschürt, die auch das Debüt an den Finanzmärkten belasten könnten.