VfB-Rettung in Paderborn 2015
: Die „Affenbande“ des VfB bleibt dank Daniel Gincezk erstklassig

Mit zwei Treffern hatte der Stürmer am letzten Bundesliga-Spieltag im Mai 2015 großen Anteil am Nichtabstieg des VfB in Paderborn. An diesem Samstag spielen die Stuttgarter hier erstmals wieder um Bundesliga-Punkte.
Von
Heiko Hinrichsen
Stuttgart
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BAU // 23.05.2015 Paderborn Fußball 1. Bundesliga 34. Spieltag Saison 2014 / 2015 SC Paderborn 07 vs. VfB Stuttgart: vorne v.l. Serey Die und Daniel Ginczek (VfB) machen den Affentanz und feiern den Klassenerhalt

Am 34. Spieltag der Saison 2014/15 bejubeln der Mittelfeldspieler Serey Die (li.)  und  Sturmkollege Daniel Ginczek den Klassenverbleib des VfB in Paderborn. Zuvor hatte Trainer Huub Stevens sein Team eine „Affenbande“ genannt.

Pressefoto Baumann
  • Stuttgart rettete sich am 23. Mai 2015 in Paderborn – Daniel Ginczek traf doppelt.
  • Paderborn ging früh durch Marc Vucinovic in Führung, Didavi glich vor der Pause aus.
  • Nach HSV-Führung brauchte der VfB einen Sieg; Ginczek entschied in Minute 72.
  • Endstand 2:1 für den VfB, Saisonabschluss auf Platz 14, Paderborn stieg als Schlusslicht ab.
  • Huub Stevens hatte sein Team kurz zuvor als „Affenbande“ beschimpft, was für Aufmerksamkeit sorgte.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es war am 23. Mai 2015, als es in Ostwestfalen am letzten Spieltag der Bundesliga-Saison vor 15.000 Fans in der Benteler-Arena zu einem nervenaufreibenden Showdown im Abstiegskampf kam: Der VfB reiste als Tabellensechzehnter mit 33 Punkten auf dem Konto an. Er hatte sich damit gerade einmal zwei Zählern Vorsprung auf das Schlusslicht aus  Paderborn erspielt.

Während des Vormittagstrainings, zwei Spieltage vor dem Saisonende, hatte der erfahrene VfB-Cheftrainer Huub Steven seine Spieler noch gereizt: „Ihr seid Affen, Affen seid ihr!“, schrie er vor der letzten Heimpartie gegen den Hamburger SV über auf den Platz. „Huub hat seine eigene Art, die Mannschaft zu motivieren. Ich vertraue ihm da zu 100 Prozent“, erklärte Sportvorstand Robin Dutt. Und in der Tat: Die Stuttgarter siegten gegen die Hanseaten nach Toren von Christian Gentner und Martin Harnik mit 2:1.

Nun war seine Elf in Paderborn gefordert, wo der gastgebende SCP vor dem Anpfiff als Tabellen-18. mit dem Rücken zur Wand stand. Doch Marc Vucinovic traf nach nicht einmal vier Minuten mit dem bis dato schnellsten Treffer der Paderborner Bundesligageschichte zum 1:0. Der frühe Rückstand brachte den VfB in Zugzwang, der sich nach rund 30 Minuten für seinen Einsatz belohnte: Linksaußen Filip Kostic flankte den Ball nach innen, wo er über SCP-Profi Uwe Hünemeier vor die Füße von Daniel Didavi sprang, der aus acht Metern direkt zum 1:1 einschoss. So ging es in die Pause – zu diesem Zeitpunkt waren die Paderborner abgestiegen, der VfB auf dem Relegationsplatz.

Zunächst folgte der Schock für beide Teams: Der Hamburger SV hatte im Parallelspiel gegen den FC Schalke den Führungstreffer erzielt. Während Paderborn dadurch auch mit einem Sieg nicht mehr zu retten war, brauchte Stuttgart nun einen Dreier, um nicht direkt abzusteigen. Die Stuttgarter belohnten sich in der 72. Minute: Der eingewechselte Alexandru Maxim hatte perfekt zu Ginczek durchgesteckt. Der ließ den Paderborner Torhüter Lukas Kruse ins Leere laufen und vollendete mit seinem zweiten Treffer zum 2:1 für die Elf von Trainer Huub Stevens.  Damit beendete der VfB die Saison sogar auf Platz 14, Paderborn stieg als Schlusslicht ab.

„Von seiner Bedeutung her gehört dieses Tor mit Sicherheit zu den drei wichtigsten Treffern meiner Karriere, wenn es nicht sogar das wichtigste war“, sagt Daniel Ginczek rückblickend gegenüber „VfB.de“: „Wenn man bedenkt, was damals auf dem Spiel stand.“ Nach weiteren Stationen in Wolfsburg, Düsseldorf und Duisburg ist der „Ginni“ (26 Tore in 72 Spielen für den VfB) seit Juli für zweite Mannschaft (U23) von Borussia Mönchengladbach als Co-Trainer im Einsatz.

SC Paderborn Kruse – Heinloth (46. Wemmer), Strohdiek, Hünemeier, Hartherz, Bakalorz (46. Rupp), Vrancic, Vucinovic (76. Koc), Stoppelkamp, Kachunga, Lakic.
VfB Stuttgart Ulreich – Schwaab, Baumgartl, Rüdiger, Klein –  Die, Gentner, Harnik, Didavi (69. Maxim; 90. Niedermeier), Kostic (90.+3 Werner), Ginczek.