Nationalspieler des VfB Stuttgart
: Maximilian Mittelstädt – erst treffsicher, dann vergesslich

Er erzielte das Tor des Tages, auch, weil sein Bruder ihm wichtige Tipps gegeben hat. Beim Jubeln ging es für Maximilian Mittelstädt dann um den eigenen Nachwuchs. Aber da war er weniger treffsicher.
Von
Dirk Preiß
Stuttgart
VfB Stuttgart - Werder Bremen: Fußball, Männer: Bundesliga, VfB Stuttgart - Werder Bremen, 9. Spieltag, MHPArena, Maximilian Mittelstädt (VfB Stuttgart) jubelt nach seinem Tor zum 1:0. (zu dpa: ««Kurze Ecke hoch»: Bruder-Tipp hilft Stuttgarts Mittelstädt»)

VfB Stuttgart - Werder Bremen: Fußball, Männer: Bundesliga, VfB Stuttgart - Werder Bremen, 9. Spieltag, MHPArena, Maximilian Mittelstädt (VfB Stuttgart) jubelt nach seinem Tor zum 1:0. (zu dpa: ««Kurze Ecke hoch»: Bruder-Tipp hilft Stuttgarts Mittelstädt»)

Tom Weller/dpa
  • Maximilian Mittelstädt entschied das Spiel für den VfB Stuttgart gegen Werder Bremen 1:0.
  • Er traf ins kurze Eck, nachdem Bruder Freddy ihm dazu geraten hatte.
  • Sein Bruder ist Torwart bei Eintracht Falkensee und schrieb ihm direkt nach dem Spiel.
  • Beim Jubel zeigte er ein „L“ für seine Frau Lea, vergaß aber den geplanten Baby-Jubel.
  • Das Paar erwartet Nachwuchs – Mittelstädt will den Jubel nachholen bei DFB oder VfB.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Er ist zwar drei Jahre jünger, aber mitunter lohnt es sich ja auch, mal auf den kleinen Bruder zu hören. Maximilian Mittelstädt hat's getan – und wurde tatsächlich reichlich belohnt. Mit der Auszeichnung des Spieler des Spiels, mit einem Tor in der Bundesliga gegen Werder Bremen (1:0), mit drei Punkten für seinen VfB Stuttgart. Und: Mit einer schnellen Nachricht seines Bruders Frederik „Freddy“ Mittelstädt direkt nach dem Spiel.

Der Tenor der Textnachricht: „Siehst du, ich hab's dir doch gesagt.“ Denn die Vorgeschichte geht so: Maximilian Mittelstädts Bruder Freddy ist im Berliner Amateurfußball bei Eintracht Falkensee aktiv, steht im Tor – und weiß: Für die Keeper sind Schüsse aus spitzem Winkel in zweierlei Hinsicht unangenehm. Wenn sie flach ins lange Eck gehen und hoch ins kurze Eck kommen. Am Samstag stand sein Bruder, der VfB-Profi, genau vor dieser Entscheidung.

Maximilian Mittelstädt wird Vater

Ein Flachpass von Grischa Prömel erreichte Maximilian Mittelstädt auf der linken Stuttgarter Angriffsseite. Es gab eben diese zwei Möglichkeiten – und der Nationalspieler zimmerte die Kugel stramm ins kurze Eck unter die Latte. Danach ging's zum Jubeln an die Eckfahne auf der anderen Seite. Wo Maximilian Mittelstädt weit weniger entscheidungssicher war als zuvor beim Torschuss.

Er rutsche auf den Knien und zeigte vor seinem Gesicht mit Daumen und Zeigefinger ein „L“ – das ist, wie schon oft geschehen, ein Gruß an seine Frau Lea. Eigentlich wollte Mittelstädt aber ganz anders jubeln im Falle eines Falles. Denn er und seine Frau erwarten Nachwuchs, weshalb ein Baby-Jubel geplant war. „In dem Moment habe ich ihn dann aber vergessen, weil da emotional so viel von mir abgefallen ist. Da hatte ich es nicht mehr im Kopf“, gab Mittelstädt zu.

Immerhin: Es bietet sich ja die Chance, das nachzuholen. In den nächsten Tagen bei der Fußball-Nationalmannschaft, wo der Linksverteidiger auf Einsatzzeit hofft. Oder dann in den nächsten Partien mit dem VfB. Vielleicht hilft es ja, wenn Freddy ihn davor daran erinnert.